Sonnencreme: Wirksamer Schutz vor Hautkrebs? (Deep Dive)
Shownotes
„Die Sonne ist weder unser Feind noch ein harmloses Naturheilmittel. Entscheidend ist, wie viel UV-Strahlung unsere Haut tatsächlich abbekommt.“ Sonnenlicht ist lebenswichtig. Es steuert unseren Tag Nacht Rhythmus, beeinflusst Schlaf, Stoffwechsel und Leistungsfähigkeit und ermöglicht die körpereigene Bildung von Vitamin D. Gleichzeitig gilt ultraviolette Strahlung als einer der wichtigsten vermeidbaren Risikofaktoren für Hautalterung und Hautkrebs. Kaum ein Gesundheitsthema bewegt sich deshalb so stark zwischen wissenschaftlichen Fakten und kontroversen Mythen wie der Sonnenschutz.
In diesem PARACELSUS LAB Deep Dive ordnet Podcast Host Matthias Baum die aktuelle Studienlage ein. Er erklärt, wie UVA und UVB Strahlung biologisch wirken, warum Hautschäden bereits lange vor einem sichtbaren Sonnenbrand beginnen und weshalb Bräunung kein Zeichen gesunder Haut, sondern eine Schutzreaktion auf bereits entstandenen Zellstress ist.
Außerdem geht es um den UV Index, unterschiedliche Hauttypen und die wichtigsten Formen des Sonnenschutzes. Diskutiert werden organische und anorganische UV Filter, die wissenschaftliche Datenlage zu umstrittenen Inhaltsstoffen sowie die Frage, warum bestimmte Sonnenschutzmittel im Blut nachweisbar sind, ohne dass daraus automatisch ein Gesundheitsrisiko entsteht. Ebenso wird erklärt, weshalb die steigenden Hautkrebszahlen kein Beleg dafür sind, dass Sonnencremes Hautkrebs verursachen, sondern welche Rolle UV Exposition, Lebensstil und ein falsches Sicherheitsgefühl dabei spielen.
Wie viel Sonne braucht der Mensch wirklich? Wann wird UV Strahlung zum Gesundheitsrisiko? Und wie sieht eine wissenschaftlich fundierte Strategie aus, die die Vorteile des Sonnenlichts nutzt, ohne die Haut unnötig zu belasten? Antworten direkt aus dem PARACELSUS LAB.
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– Ein ALL EARS ON YOU Original Podcast.
Transkript anzeigen
00:00:00: Hautkrebs nimmt trotz der Sonnencreme-Verwendung weiter zu.
00:00:05: Zwei Milligramm Sonnencream pro Quadratzentimeter Haut!
00:00:08: Für den gesamten Körper eines Erwachsenen ergibt das ungefähr dreißig Milliliter.
00:00:12: UVB-Strahlung kann eine physiologisch sinnvolle Wirkung haben, aber genau dieser Strahlungsbereich kann gleichzeitig auch unsere DNA direkt schädigen.
00:00:36: Hallo Menschen, willkommen zu einem neuen Paracelsus Lab Deep Dive.
00:00:41: Es ist Sommer die Tage sind lang, die Temperaturen steigen oder sind schon hoch und für viele stehen die nächsten Urlauber an.
00:00:49: vielleicht sind auch einige schon unterwegs.
00:00:51: Wir verbringen wieder mehr Zeit draußen, treiben vielleicht auch mehr Sport draußen, sitzen im Garten gehen schwimmen oder liegen am Strand.
00:00:58: Und wir nutzen diesen Paracelsus-Laptip-Dive um uns einem Thema zu nähern das jedes Jahr aufs neue Kontrovers diskutiert wird der Sonne und dem Sonnenschutz.
00:01:08: brauchen wir wirklich Sonnencreme?
00:01:10: wie gefährlich ist die natürliche Sonnenstrahlung?
00:01:13: Kann man die Haut langsam an die Sonne gewöhnen oder sorgt möglicherweise ausgerechnet der Sonnenschutz selbst für ein erhöhtes Hautkrebsrisiko?
00:01:22: Denn genau hier treffen zwei sehr unterschiedliche Perspektiven aufeinander.
00:01:25: Auf der einen Seite steht die dermatologische Sicht, UV-Strahlung schädigt unsere Haut, beschleunigt die Hautalterung und erhöht das Risiko für verschiedene Hautkrepsarten.
00:01:36: Deshalb sollten wir uns schützen!
00:01:38: Auf der anderen Seite steht Kritik.
00:01:41: Sonnenlicht ist ein natürlicher und biologischer wichtiger Umweltreiz.
00:01:45: Unsere Vorfahren hatten keine Sonnencreme.
00:01:48: Gleichzeitig können wir bestimmte UV-Filter über die Haut im Blutkreislauf nachweisen, einige stehen dabei in Verdacht hormonell zu wirken.
00:01:58: In einzelnen Produkten wurden sogar Verunreinigungen mit potenziell krebserregenden Substanzen gefunden Und tatsächlich steigt die Hautkrebszahlen seit Jahren weiter an, obwohl immer mehr Sonnencreme verwendet wird.
00:02:11: Daraus entsteht eine scheinbar logische Frage – wenn Sonnenkrem vor Hautkreps schützt?
00:02:17: Warum nimmt Hautkrebst trotzdem weiter zu oder noch ein bisschen zugespitzter ist vielleicht sogar nicht die Sonne des eigentlichen Problems sondern die Sonnenkremen?
00:02:27: Um diese Frage zu beantworten, reicht es nicht Sonnenlichtpauschal als gesund oder Sonnengrempauschall als giftig zu bezeichnen?
00:02:35: Wir müssen genauer hinschauen.
00:02:36: Was imitiert die Sonne eigentlich?
00:02:39: Welche Bestandteile des Sonnenlichts sind biologisch wichtig?
00:02:43: Was passiert durch UVA und UVB-Strahlung in der Haut, wann beginnt eine Hautschädigung.
00:02:50: Was bedeutet der UV-Index, der Hauttyp und der Lichtschutzfaktor?
00:02:54: Welche Hautkrebsarten hängen tatsächlich mit UV-Strahlung zusammen?
00:02:59: Wie funktionieren organische und anorganische Sonnenfilter?
00:03:04: Welcher Inhaltsstoffe sind berechtigt umstritten?
00:03:08: Und wie sieht am Ende eine sinnvolle Strategie aus die die Vorteile von Sonnenlicht nutzt ohne die Risiken zu unterschätzen?
00:03:16: Also lasst uns Genauer reinschauen in diesen Deep-Dive.
00:03:20: Beginnen wir bei der Sonne selbst, die Sonne imitiert elektromagnetische Strahlung über ein sehr breites Spektrum.
00:03:28: Ein Teil davon wird von der Atmosphäre direkt abgefangen.
00:03:32: Ein anderer Teil erreicht die Erdoberfläche und damit unsere Haut und unsere Augen.
00:03:37: Für uns sind vor allem drei Bereiche relevant – die Infrarotstrahlung, sichtbares Licht besitzt längere Wellenlängen als sichtbares Licht.
00:03:50: Wir haben hier auch schon drüber gesprochen, auch über die therapeutische Anwendung.
00:03:55: Wir nehmen sie vor allem als Wärme wahr.
00:03:58: Wenn sich die Haut in der Sonne erwärmt, wenn der Boden heiß wird oder sich die Luft über aufgeheizte Flächen zusätzlich erwärmt spielt Infrarotstrahlung eine wichtige Rolle.
00:04:08: Sie ist nicht der Hauptauslöser von Sonnenbrand.
00:04:11: bei sehr hoher und lang andauernder Exposition kann Wärmen jedoch die Haut zusätzlich belasten und oxidative Prozesse verstärken.
00:04:20: Das Hitzegefühl ist also kein zuverlässiges Maß für die UV-Strahlung.
00:04:26: Ein kühler, windiger Tag kann eine hohe UV-Belastung haben und ein sehr heißer Tag muss nicht automatisch den höchsten UV-Index aufweisen.
00:04:36: Dann gibt es dem Bereich des sichtbaren Lichtes.
00:04:39: Dieses Licht ermöglicht nicht nur das Sehen – Es ist eines der wichtigsten biologischen Zeitgeber unseres Körpers!
00:04:47: trifft auf spezialisierte Zellen in der Netzhaut und von dort werden Signale an unsere zentrale innere Uhr den suprachiasmatischen Nukleus im Gehirn weitergeleitet.
00:04:58: Dadurch beeinflusst Licht unter anderem unserer Wachheit, unseren Schlaf die Melatoninproduktionen, die Cortisol-Ausschüttung, unsere Körpertemperatur, Appetit-, Leistungsfähigkeit und viele zentraler Stoffwechselprozesse.
00:05:13: Besonders Licht am Morgen hilft dabei den Tag Nachtrhythmus zu stabilisieren!
00:05:18: Tageslicht und hohe UV-Explosionen sind aber nicht dasselbe.
00:05:22: Wir können die biologischen Vorteile des Tageslichts nutzen, ohne uns dafür mittags über Stunden in ungeschützte Regionen zu legen und der Sonne direkt auszusetzen.
00:05:33: Der dritte Bereich der Sonnenstrahlung ist die Ultraviolettestrahlung.
00:05:39: Sie ist für unser Auge unsichtbar und besitzt kürzere Wellenlängen als sichtbares Licht.
00:05:44: Und auch diese wird wiederum in drei Strahlentypen eingeteilt.
00:05:48: Es ist einmal die UVA-Strahlung, die UVB und die UVC-Stahlung.
00:05:53: UVC Strahlung ist besonders energetisch, wird aber von der Atmosphäre nahezu vollständig abgefangen.
00:05:59: Für die natürliche Sonnenexposition auf der Erdoberfläche spielt daher vor allem UVA und UVB-Stahlung eine wichtige Rolle – genau diese beiden Strahlungsbereiche wirken unterschiedlich auf unsere Hauts!
00:06:11: Bevor wir über Schäden sprechen, müssen wir festhalten Sonnenlicht ist nicht grundsätzlich gefährlich.
00:06:17: Es ist ein elementarer Bestandteil unserer biologischen Umwelt.
00:06:21: Der wichtigste gesundheitliche Effekt des Tageslichts besteht wahrscheinlich in der Synchronisation unseres zirkardianen Rhythmus als unseres Tag-Nachtrhythmus.
00:06:30: regelmäßig helles Licht am Morgen signalisiert im Gehirn – der Tag hat begonnen!
00:06:35: Die nächtliche Melatoninproduktion wird beendet die Wachheit steigt und die innere Uhr an den äußeren Tag angepasst.
00:06:43: Wer morgens kaum Tageslicht erhält, sich tagsüber überwiegend in Innenräumen aufhält und abendslange hellem Kunstlicht ausgesetzt ist, verschiebt dieses System.
00:06:53: Das kann Schlaf-, Erholungsstoffwechsel- und Verhalten beeinflussen.
00:06:57: Wenn wir auf die UVB Strahlung schauen ermöglicht diese außerdem die körpereigene Bildung von Vitamin D. Dabei wird in der Haut eine Cholesterinvorstufe umgewandelt.
00:07:11: Vitamin D ist u.a.
00:07:13: relevant für den Kalzium- und Knochenstoffwechsel, Muskelfunktionen und verschiedene immunologische Prozesse.
00:07:20: Das bedeutet, UVB-Strahlung kann eine physiologisch sinnvolle Wirkung haben aber genau dieser Strahlungsbereich kann gleichzeitig auch unsere DNA direkt schädigen!
00:07:30: Die Sonne ist also weder ausschließlich gesund noch ausschliesslich gefährlich.
00:07:35: Wie bei vielen biologischen Prozessen entscheidet die Dosis.
00:07:38: Hier gehen natürlich Grüße raus an Paracelsus.
00:07:42: Hinzu kommen direkte Effekte, bei gutem Wetter bewegen wir uns häufig mehr.
00:07:47: Wir verbringen mehr Zeit in der Natur.
00:07:49: Wir haben mehr soziale Kontakte.
00:07:51: also könnte man sagen ein Teil der gesundheitlichen Vorteile, die wir der Sonne zuschreiben entstehen daher möglicherweise nicht erst durch die Strahlung sondern durch unser verändertes Verhalten.
00:08:04: Aber lasst uns weiter reinschauen, was macht die UVB-Strahlung und auch die UVA-Strahlung eigentlich in der Haut?
00:08:10: Die UVB Strahlung ist energiereicher als die UV A Strahlungen.
00:08:15: Sie dringt überwiegend in die oberen Hautschichten ein besonders in die Epidermis, sondern dort kann die UV B Strahlungs direkt mit unserer DNA reagieren.
00:08:26: Unsere DNA besteht aus einer langen Abfolge chemischer Bausteine, also Basen und Basenpaaren.
00:08:33: Und trifft nun diese UVB-Strahlung auf die DNA?
00:08:36: können sich benachbarte Basen miteinander verbinden obwohl diese Verbindung dort eigentlich gar nicht vorgesehen sind.
00:08:44: es entstehen typische UV bedingte DNA Schäden.
00:08:48: Die Zelle versucht diese Veränderung zu erkennen und zu reparieren.
00:08:51: in vielen Fällen gelingt das auch sehr gut aber nicht immer vollständig.
00:08:55: Bleiben solche Fehler zurück, können daraus Mutationen entstehen und besonders kritisch wird es wenn Gene betroffen sind die die Zellteilung regulieren oder DNA Schäden reparieren oder stark geschädigte Zellen beseitigen sollen.
00:09:11: Sammeln sich solche Mutation über Jahre oder Jahrzehnte an kann sich eine normale Hautzelle schrittweise in eine Tumorzelle verändern.
00:09:20: Die UVB Strahlungen ist außerdem Der wichtigste Auslöser des klassischen Sonnenbrans.
00:09:26: Stark geschädigte Hautzellen setzen Entzündungssignale frei, dann werden die Blutgefäße erweitert, die Haut wird rot warm empfindlich und schmerzhaft also eine klassische Entzündenungsreaktion und bei schweren Sonnenbrenten entstehen auch Blasenbildungen oder größere Gewebsschäden.
00:09:42: Gleichzeitig ist die UVB-Strahlung für die Vitamin D-Produktion notwendig.
00:09:47: Das zeigt diese zentrale Ambivalenz, UVB ist kein reines Gift das grundsätzlich vermieden werden muss.
00:09:54: es ist ein starker biologischer Reiz mit einer begrenzten sinnvollen Dosis und einem klaren Schadenspotential bei Überexposition.
00:10:03: Schauen wir auf die UVA-Stahlung.
00:10:05: UVA Strahlung ist weniger energiereich macht aber den größeren Teil der UV-Stahlung aus, die uns erreicht.
00:10:13: Die UVA-Strahlung trinkt tiefer in die Haut ein bis hin zu Därmes und dort wirkt es vor allem indirekt.
00:10:18: Die UVa-Stahlung regt verschiedene Moleküle an, diese können anschließend reaktive Sauerstoffverbindungen bilden.
00:10:27: Das habt ihr schon mal gehört – das ist also oxidativer Stress, der entstehen kann!
00:10:32: Und solcher oxidative Stress kann auch wieder die DNA oxidieren, Mütterhontrientschädigen, Zellmembranenschädigen Proteinstrukturen verändern und Entzündungsprozesse aktivieren.
00:10:45: Die UVA-Strahlung aktiviert außerdem verschiedene Enzyme, die Bestandteile des Bindegewebes abbauen.
00:10:52: vor allem Collagene und elastische Fasern werden langfristig geschädigt und die Folge sind Faltenbildung Elasticitätsverlust Pigmentverschiebung und strukturelle Veränderung der Haut.
00:11:04: ein erheblicher Anteil dessen was wir als Hautalterung wahrnehmen ist deshalb nicht nur chronologisches Altern, es ist lichtbedingte Hautalterung.
00:11:15: Das türkische an der UVA-Strahlung ist eine relevante Belastung verursacht nicht zwingend sofort einen sichtbaren Sonnenbrand.
00:11:23: Menschen können also eine hohe UVA Strahlung aufnehmen ohne dass die Haut unmittelbar rot wird und UVA Strahlung trinkt zu dem deutlich besser durch Fensterglas ein als UVB.
00:11:37: Deshalb kann beispielsweise langjähriges Autofahren oder Sitzen an einem sonnigen Fenster zu einer einseitigen chronischen UVA-Belastung beitragen.
00:11:47: Viele Menschen glauben, dass die Hautschädigung erst beginnt wenn es zur Rötung gekommen ist und das ist eine der wichtigsten Punkte glaube ich dieses Deep Dives.
00:11:57: viele Menschen orientieren sich ausschließlich also am Sonnenbrand.
00:12:00: Die Vorstellung lautet so lange die Haut nicht rot wird ist nichts passiert Und das ist leider falsch.
00:12:07: Ein Sonnenbrand ist eine sichtbare Entzündungsreaktion auf einer hohe UV-Strahlungsdosis.
00:12:13: Aber bereits unterhalb dieser Schwelle können DNA-Schädigungen, oxidative Veränderung, myterontiale Belastung, Lipidoxidation, Collagenabbau, lokale Veränderungen der Immunfunktion und einzelne Mutationen auftreten.
00:12:28: Die sogenannte minimale Erithemdosis beschreibt die Strahlungsmenge bei der eine gerade erkennbare Rötung entsteht.
00:12:36: Diese Schwellung trennt aber nicht gesunde von geschädigtem Haut!
00:12:40: Sie trennt lediglich eine unsichtbare von einer sichtbar gewordenen Reaktion.
00:12:45: Der Sonnenbrand ist daher nicht der Beginn der Schädigung, es ist ein Wahnsignal dafür dass die Belastung bereits erheblich war und auch zu hoch war.
00:12:55: So natürlich kann unser Organismus sich selbst schützen!
00:12:59: Es gibt etwas das nennt sich Körper eigener Sonnenschutz.
00:13:01: unsere Haut besitzt ein eigenes Schutzsystem.
00:13:05: Der wichtigste Schutz, den wir haben in der Haut, nennt sich Melanin.
00:13:09: Melanine wird von Zellen produziert, die Melaninen produzieren, wir nennen sie Melanozyten und diese kleinen Pigmentstrukturen werden quasi verpackt und an Hautzellen weitergegeben und dort kann dieses Melaninin sich teilweise wie eine Schutzkappe über dem Zellkern legen.
00:13:31: Melanin absorbiert UV-Strahlung und wandelt einen Teil der Energie in Wärme um, außerdem kann es freie Radikale abfangen und dadurch die DNA teilweise schützen.
00:13:42: Es gibt zwei unterschiedliche Formen des Melanins.
00:13:44: wir unterscheiden vor allem das Eumelanin.
00:13:48: Eumelanin ist dunkelbraun bis schwarz und bietet einen relativ guten UV-Schutz.
00:13:54: Pheomelanine ist eher gelblich bis rötlich, es schützt weniger effektiv und kann unter UV Einwirkungen selbst oxidative Prozesse begünstigen.
00:14:03: Das bedeutet Menschen mit sehr heller Haut oder auch roten Haaren und auch bestimmten Genvarianten produzieren häufig mehr Pheomelanin und weniger Eumelenin.
00:14:13: Dadurch ist die natürliche Fotoprotektion geringer.
00:14:17: Unser Gesundheitsbild, was viele Menschen haben sagt eigentlich auch nach einem gut gebräunten Haut das ist doch etwas gesundes.
00:14:24: Von daher stellt sich die Frage ist Bräunung gesund?
00:14:27: Ja unter UV-Strahlung steigert die Haut die Melaninproduktion und ja sie wird brauen Und diese bräunen erhöht die Sonnenbrandschwelle tatsächlich etwas.
00:14:38: aber es ist kein Zeichen dafür dass die vorausgegangene Exposition unschädlich war.
00:14:44: oder anders ausgedrückt, die Haut produziert mehr Melanin weil sie UV-bedingte Zell und DNA Stress registriert hat.
00:14:52: Bräunung ist daher eine Schutzreaktion auf eine bereits erfolgte Belastung.
00:14:57: Sie verbessert etwas die Widerstandsfähigkeit, sie verhindert aber weder sämtliche DNA Schäden noch langfristige Hautalterung.
00:15:04: das heißt immer dann wenn bräunungen steht muss es auch eine schädigung gegeben haben.
00:15:10: Wie können wir nun im Alltag erkennen, wann Schutzmaßnahmen notwendig werden?
00:15:16: Dafür gibt es den sogenannten UV-Index.
00:15:20: Der UV-index beschreibt die Stärke der biologisch wirksamen UV-Strahlen an bestimmten Orten und zu einer bestimmten Zeit.
00:15:29: Jeder, der ein Smartphone besitzt oder die Möglichkeit hat einen Zugang zum Internet zu haben kann bei Wetterplattformen beispielsweise auch immer den UV-Index in seiner Region bestimmen lassen.
00:15:40: Je höher der Wert ist, desto schneller kann die Haut geschädigt werden.
00:15:44: Man teilt den ein von null bis elf oder noch höher.
00:15:49: Eine UV-Index von null bis zwei, da ist die Belastung sehr niedrig.
00:15:53: Bei normalen Alltagsaktivitäten benötigen die meisten Menschen nur wenig zusätzlichen Schutz.
00:15:58: Bei einem Index von drei bis fünf ist die Belastung mittel eingestuft.
00:16:03: Ab einem UV-index von drei sollten schon Schutzmaßnahmen berücksichtigt werden.
00:16:08: Ein UV-INDEX von sechs bis sieben zeigt schon eine hohe Belastungen.
00:16:13: Längere direkte Expositionen sollten reduziert werden.
00:16:16: Ein Index von acht bis zehn ist eine sehr hohe Belastung.
00:16:20: Und hier sollte vor allem die intensive Mittagssonne möglichst vermieden werden.
00:16:25: Kleidung, Schatten und auch Sonnenschutz werden jetzt besonders wichtig.
00:16:30: Ab einem Index von elf oder höher ist die Belastungen extrem.
00:16:34: Umgeschützte Haut kann innerhalb kurzer Zeit erheblich geschädigt werden.
00:16:38: Wichtig ist der UV-Index ist nicht identisch mit der Temperatur – auch das glauben viele Menschen!
00:16:45: Auch an einem kühlen Tag, teilweise windig oder auch bewölkt kann die UV-Belastung sehr hoch sein.
00:16:51: Deswegen sollte man immer noch mal auf den UV-Index schauen.
00:16:54: Wolken reduzieren die UV Strahlung, blockieren sie aber nicht vollständig.
00:16:59: Dann entscheidet zum Beispiel die Höhenlage und verstärkt nochmal die Belastung oder auch die Umgebung ob ich am Wasser bin, ob ich Schnee in der Umgebungen habe.
00:17:08: An hellen Sandstränden reflektiert die Strahlung noch mehr.
00:17:12: deshalb kann die Exposition am Strand, auf dem Wasser oder im Gebirge deutlich höher sein als es sich subjektiv anfühlt.
00:17:22: Das ist das eine, was wir aus der Umwelt erkennen können.
00:17:24: Der UV-Index beschreibt quasi die äußeren Strahlungsintensitäten.
00:17:29: Der Hauttyp beschreibt die individuelle Empfindlichkeit.
00:17:33: Zur Orientierung wird häufig eine Klassifikation verwendet – die Fitzpatrick-Klassification zur Orientierung der Hauttypen.
00:17:41: Hier werden Hauttyp von Haut Typ eins bis Haut Typ sechs eingeteilt, wobei das Spektrum natürlich relativ groß ist.
00:17:50: Wir sehen bei einem Haut Typ Eins eine sehr helle Haut.
00:17:53: Häufig eben rote oder sehr hellere Haare, Sommersprossen sind hier typisch.
00:17:57: die Haut bräunt kaum und bekommt sehr schnell einen Sonnenbrand.
00:18:02: Der Haut Typ zwei Da sprechen wir von ebenfalls einer hellen Haut.
00:18:06: Die Haut bräunt langsam und entwickelt häufiger Sonnenbrand.
00:18:10: Haut Typ III ist eine mittlere Hautfarbe, die hautbräunt relativ gut.
00:18:14: Sonnenbrände können auftreten sind aber seltener.
00:18:17: Haut typ IV ist eher eine hellbraune bis olivfarbene Haut.
00:18:23: und verbrennt seltener.
00:18:24: Und Hauttyp fünf von sechs sind stärker pigmentierte bis sehr dunkle Haut, da ist die natürliche Fotoprotektion deutlich höher.
00:18:33: aber auch hier können UV-Schäden Pigmentveränderungen und Hautkrebs auftreten.
00:18:37: Die Hauttypen sind eine grobe Orientierung.
00:18:41: das individuelle Risiko wird natürlich zusätzlich beeinflusst durch alter genetische Faktoren vorhergegangene Sonnenbrände, die Anzahl und Art der Pigmentmale, die man auf der Haut findet.
00:18:55: Hautkrebs in der Familie eine eigene Hautkrepsvorgeschichte.
00:18:59: Und natürlich auch Medikamente- und Pflanzenstoffe, die die Lichtsensibilität verändern können.
00:19:04: Da sind Vitamin A Derivate zu nennen oder auch pflanzliche Substanzen wie Johanneskraut, die Man durchaus berücksichtigen muss.
00:19:11: Wie beurteilt man aber jetzt vielleicht sein persönliches Risiko?
00:19:15: Wir müssen also verschiedene Faktoren zusammenführen.
00:19:18: Die äußeren Faktor von UV-Index ist relativ klar, aber natürlich auch wie lange halte ich mich draußen auf?
00:19:25: Zu welcher Tageszeit bin ich draußen unterwegs?
00:19:28: Wie viel Haut ist bedeckt?
00:19:29: Trage ich vielleicht längere Kleidung und dadurch ist die UV-Strahlung direkt auf der Haut reduziert.
00:19:36: Welchen Hauttyp habe ich?
00:19:38: gibt es andere Risikofaktoren, hatte ich in der Vergangenheit schon Sonnenbrände oder auch an der Kindheit, nehme ich Medikamente ein.
00:19:45: Das bedeutet, das individuelle Risiko lässt sich vereinfacht.
00:19:49: so zusammenfassen die Strahlungsintensität mal der Dauer, mal die exponierte Hautfläche verändert durch den Hauttyp und persönliche Risikophaktoren.
00:19:59: Es ist schwierig sehr verallgemeinert zu sagen du darfst so viele Minuten draußen sein oder ungeschützt oder wie auch immer Schutz isst das schon mal vorweg zu greifen, immer notwendig.
00:20:10: Welche Formen?
00:20:11: Das gucken wir uns nochmal genauer mit an.
00:20:13: Hohe und wiederkehrende UV-Exposition ist ein wesentlicher Risikofaktor für mehr Hautkrebsarten.
00:20:20: Dabei unterscheiden sich die typischen Belastungsmuster.
00:20:24: Wenn wir auf die Hautkrebesarten schauen – das Basalzellkarzinom Der häufigste, bösartige Hauttumor erwächst meist langsam und metastisiert nur sehr selten.
00:20:35: Es kann aber lokal tief in Gewebe knopeln und Knochen hineinwachsen.
00:20:39: Typische Stellen finden wir am Gesicht an der Nase, Ohren im Nacken oder an der unbeharten Kopfhaut.
00:20:45: Dann gibt es das Plattenepithelkarzinom.
00:20:48: Das hängt besonders eng mit der über viele Jahre angesammten UV-Dosis zusammen.
00:20:53: Es entsteht häufig auf chronisch lichtgeschädigter Haut, eine typische Vorstufe ist die aktinische Kreatose und das Risiko steigt besonders bei langjähriger Arbeit im Freien beim höheren Lebensalter, Immunsuppression und chronisch sonnengeschädigte Haut.
00:21:12: Und dann gibt es das maliggne Melanom.
00:21:17: Pigment bildenden Zellen, es ist seltener als das Basalzell oder Plattenepithelkarzinom besitzt aber ein höheres Risiko für frühere Metastasierung.
00:21:28: Beim klassischen Kutanenmelanomen spielen intensive intermittierende Exposition eine große Rolle also wenig Sonne im Alltag aber wiederholte Hochdosisbelastung beispielsweise in der Urlaubssonne dann mit Sonnenberänden die auch entstehen oder die Solariumnutzung.
00:21:45: Dennoch stellt sich für viele die Frage, wenn Sonne-Hautkrebs verursacht und UV-Strahlung als gesichertes Kancerogen gilt.
00:21:54: Warum entstehen Melanome auch unter Fußsohlen an Nägeln oder Schleimhäuten?
00:21:59: Oder am Auge?
00:22:01: Da muss man relativ klar sagen, nicht jedes Melanom ist gleich das andere Melanum.
00:22:06: Es gibt mehrere biologische unterschiedliche Unterformen die nicht alle mit UV-Licht einhergehen müssen aber nichts ist zu trotz.
00:22:15: alles was sich auf UV Strahlung und dann auch die Hautkrebsbildung auswirken kann Ist schon sehr gut untersucht und sehr eindeutig Und von daher müssen wir uns jetzt einmal mit dem Thema des Sonnenschutzes und vor allen Dingen der Sonnencreme beschäftigen.
00:22:28: Wenn wir die UV-Dosis reduzieren wollen, denken viele an Sonnencreme und Sonnengrems enthalten sogenannte UV Filter.
00:22:38: Diese sollen verhindern dass ein großer Teil der Strahlung umgebremst die lebenden Hautzellen erreicht.
00:22:46: So traditionell wird hier unterschieden zwischen chemischen und mineralischen Filtern.
00:22:51: Auch ich habe in der Vergangenheit immer mal wieder diese Begriffe verwendet.
00:22:54: Wenn wir es präzise ausdrücken, unterscheiden wir eigentlich zwischen organischen und anorganischen Filtern.
00:23:00: Organische UV-Filter sind kohlenstoffbasierte Moleküle Und diese absorbieren die UV-Strahlung oder die UV Photonen.
00:23:09: Das Molekül nimmt die Energie auf, gelangt kurzzeitig dann in einen angeregteren Zustand und gibt die Energie anschließend in eine weniger energiereichen Form wieder ab Und überwiegend hier natürlich als Wärme.
00:23:24: Unterschiedliche Filter absorbieren unterschiedliche Wellenlängen, deshalb werden mehrere Filter häufig kombiniert wenn man mal so auf die Zusammensetzung der Sonnencremes schaut um quasi UVA und UVB-Strahlung möglichst bereit abzudecken.
00:23:39: So das sind die organischen Filter.
00:23:40: verschiedene Substanzen wild klingende Begriffe da gehen wir gleich nochmal drauf ein.
00:23:45: und die anorganischen Filter.
00:23:47: Da haben wir zwei Substanzen, die auch schon viele gehört haben.
00:23:50: Die bekanntesten oder die wichtigsten sind Zinkoxid und Titandioxid.
00:23:56: Häufig wird an der Stelle behauptet, dass diese mineralischen Filter also anorganischen Filter ausschließlich eher wie ein Spiegel funktionieren würden als ich trage das auf die Haut auf und die UV-Strahlung wird quasi komplett reflektiert.
00:24:09: Das stimmt in Teilen, ist aber ein bisschen zu sehr vereinfacht.
00:24:12: Neue Untersuchungen zeigen auch Zinkoxid und Titanidioxid wirken vor allem über die Absorption der UV-Strahlung.
00:24:21: Streuung und Reflektion tragen zusätzlich dazu bei.
00:24:24: Das heißt unter dem Strich das als erste Zusammenfassung hier organische und anorganische Filter.
00:24:31: beide Filtergruppen funktionieren im Kern sehr ähnlich.
00:24:36: Sie fangen die Strahlungsenergie ab bevor diese vollständig die Hautzellen erreichen.
00:24:41: Natürlich lässt sich jetzt die Frage stellen, was ist dann besser?
00:24:44: Organisch oder anorganisch?
00:24:46: beide Filtergruppen besitzen vor Nachteile.
00:24:48: Die organischen Filter lassen sich häufig sehr gut verteilen sie hinterlassen meist wenig sichtbare Rückstände und modernere Filter können sehr fotostabil sein und einen breiten Schutz ermöglichen.
00:25:02: Einige ältere Filter können jedoch über die Haut aufgenommen werden und bestimmte Substanzen stehen wegen möglicher hormoneller Wirkung, Allergien oder Abbauprodukte in der Kritik.
00:25:14: Bei den mineralischen Filtern Zinkoxid- und Titandioxid diese werden über die intakte Haut nur sehr begrenzt aufgenommen.
00:25:23: sie eignen sich häufig gut für empfindliche Haut.
00:25:25: Zink Oxide bietet einen relativ breiten Schutz oder Abdeckung vor UVA und UVB Strahlung, der Nachteil.
00:25:34: Und das haben viele schon mal, wenn sie es selbst getestet haben oder auch schon mal gesehen haben ist dass sich häufig so ein weißer Film auf der Haut bildet.
00:25:40: Es ist schwer in der Textur zu verteilen und die Gefahr, die dann hier häufig entsteht, ist, dass das Produkt einfach zu dünn aufgetragen wird.
00:25:51: Zusätzlich wenn ich Sprays oder Puder verwende muss man darauf achten, dass man nicht kleinere Partikel, feinere Partikel inhaliert.
00:26:00: Von daher ist auch das Auftragen hier noch mal eine wichtige, wichtige Komponente dabei.
00:26:05: Die Kategorie allein entscheidet deshalb nicht ob es gut oder schlecht ist.
00:26:09: Entscheidend ist die konkrete Substanz.
00:26:11: Vertrage ich das auf meine Haut wird davon irgendetwas aufgenommen also letztendlich auch die Gesamtformulierung des Präparates, die Verträglichkeit und viel wichtiger die tatsächliche Anwendung.
00:26:24: Dann wissen wir dass die unterschiedlichen Sonnencremes unterschiedliche Lichtschutzfaktoren haben.
00:26:30: Die Lichtschutzfaktoren beschreiben primär den Schutz vor UVB-bedingter Hautrötung.
00:26:35: Hier hören wir schon, wie das geht.
00:26:36: Primär um die Hautröhtung.
00:26:39: Dabei wird, um das festzustellen unter standardisierten Bedingungen im Labor das Ganze quasi überprüft.
00:26:45: Man vergleicht welche UV-Dosis erzeugt auf ungeschützte Haut eine minimale Rötung und welche Dosis es notwendig ist, um auf geschützte Haut dieselbe Röhtum hervorzurufen?
00:26:56: Also ein Lichtschutzfaktor dreißig bedeutet vereinfacht.
00:27:00: Unter Testbedingungen ist ungefähr die Dreißig-Fache UV-Dosis notwendig, um dieselbe Hautrötung zu erzeugen wie ohne Schutz.
00:27:08: Der Lichtschutzzfaktore ist damit ein Dosisverhältnis.
00:27:12: Es ist keine zuverlässige Zeitangabe auch das glauben viele!
00:27:16: Man kann also nicht vereinfachte Rechnen.
00:27:18: zehn Minuten Eigenschutz mal Lichtschützfaktoren dreißiger geben dann dreinwirt Minuten sicher in der Sonne.
00:27:25: Denn in der Realität verändert sich natürlich unter anderem die Umgebung, der UV-Index.
00:27:30: Die Auftragsmenge, die eigene Schweißproduktion, ob ich ins Wasser gehe?
00:27:34: Ob ich mich irgendwie abtrocknen und was abreibe?
00:27:37: Ob Ich es gleichmäßig verteilt habe?
00:27:39: Und natürlich auch individuelle Hautreaktionen!
00:27:43: Das große Thema ist wie viel muss ich eigentlich an Sonnencreme
00:27:47: verwenden?!
00:27:48: Der angegebene Lichtschutzfaktor wird mit einer standardisierten Menge getestet.
00:27:53: Und jetzt kommt es, zwei Milligramm Sonnencreme pro Quadratzentimeter Haut!
00:27:57: Für den gesamten Körper eines Erwachsenen ergibt das ungefähr dreißig Milliliter – also grob ein kleines Schnapsklass voll.
00:28:05: Für Gesicht, Ohren und Hals kann die Zweifingerregel als Orientierung dienen.
00:28:11: Dabei werden zwei Cremelinien entlang von Zeige und Mittelfinger aufgetragen.
00:28:16: Das große Problem im Alltag ist, die meisten Menschen verwenden deutlich weniger Sonnencreme.
00:28:23: Dadurch wird der angegebene Schutz nicht erreicht und besonders häufig vergessen wird Ohrennackenhaaransatz – die Klatze beispielsweise Handrücken, Fußrückenlippen und Übergänge zur Kleidung.
00:28:35: So, nach dem schwimmen starken Schwitzen oder abtrocknen sollte dann aber auch wieder erneut aufgetragen werden.
00:28:42: Nach cremen setzt die Sonnenzeit aber nicht auf null zurück.
00:28:46: das muss man verstehen.
00:28:47: es stellt lediglich den Schutz wieder her der durch Wasser- oder Abrieb verloren gegangen ist.
00:28:53: so nun kommen wir zu einem kritischem Punkt, den wir bei Sonnencreme immer wieder hören und denen auch viele Menschen verunsichert.
00:28:59: Mehrere Untersuchungen haben nämlich gezeigt das bestimmte organische UV-Filter nach großflächiger und wiederholter Anwendung im Blut nachweisbar sind.
00:29:07: Und dazu gehören unter anderem Avobenzon, Oxibenzone, Oktokrilin, Homo Salat, Oxizalat und Oxinoaxat.
00:29:17: diese Aufnahme ist real!
00:29:20: Wir müssen aber unterschiedliche Ebenen dabei berücksichtigen.
00:29:23: Ein Stoff ist im Blut messbar, der Stoff besitzt auch eine biologische Aktivität und diese Aktivitäten verursacht bei einer bestimmten Dosis einen relevanten Schaden und die reale Anwendung erhöht beim Menschen tatsächlich das Risiko für eine Erkrankung.
00:29:38: ein Blutnachweis belegt zunächst nur Die erste Ebene, er beweist weder eine hormonelle Veränderung noch die Krebsentstehung und moderne Labormethoden können extrem geringe Konzentration erfassen.
00:29:52: Im Blut gefunden bedeutet deshalb nicht automatisch gefährlich.
00:29:56: Es wäre aber ebenso falsch diese Aufnahme zu ignorieren.
00:29:59: Substanzen, die systemisch aufgenommen werden müssen gründlich auf Stoffwechsel halbwärtszeit Akkumulation Hormonelle Wirkung Genotoxizität und andere Bereiche untersucht werden.
00:30:14: Systemische Aufnahme ist kein Beweis erstmal für die Gefährlichkeit, aber ein berechtiger Grund für die sorgfältige Sicherheitsprüfung der Produkte im Vorfeld und natürlich auch der Entscheidung welches Präparat man verwendet.
00:30:29: Es gibt also verschiedene Substanzen, die in Sonnencremes verwendete oder verwenden wurden.
00:30:34: Das muss man auch dazu sagen, weil hier ist immer wieder Anpassung dazu gibt.
00:30:38: Die berücksichtigt werden müssen und ein gewisses Risiko haben aber auch weiter untersucht werden müssen ob es nun zu hormonellen Veränderungen kommt oder es wirklich zur Kanzerogenwirkung kommt.
00:30:47: nach aktuellem Stand sieht das erst mal nicht so aus.
00:30:51: pauschal zu sagen dass chemische Filter organische Filter, das Problem darstellen und ein erhöhtes Risiko erzeugen wäre zu kurz gefasst.
00:31:02: Entscheidend sind letztendlich konkreten Substanzen die in den Sonnencremes enthalten sind.
00:31:08: Kommen wir zur einer zentralen Frage kann Sonnenkreme wirklich Hautkrebs verursachen?
00:31:14: gibt es belastbare Nachweis dafür, dass zugelassene Sonnencremes bei sachgerechter Anwendung Hautkrebs verursachen?
00:31:20: und da ist nach Sicht der Datenlage relativ klar zu sagen nein.
00:31:25: Es gibt derzeit keine überzeugenden klinischen oder epidemiologischen Belege aber warum wirkt die Behauptungen trotzdem plausibel?
00:31:34: Hautkrebes nimmt trotz Sonnencreme-Verwendung weiter zu.
00:31:39: Das ist zunächst erstmal richtig, aber zwei gleichzeitig steigende Entwicklungen beweisen keine Kausalität.
00:31:45: Parallel haben sich natürlich auch verändert.
00:31:47: die Lebenserwartungen und die diagnostischen Möglichkeiten.
00:31:50: unser Lebensstil unserer Reiseverhalten, die Kleidungsgewohnheiten und auch das Thema Solariennutzung und intensive Urlausbelastung gehören mit dazu.
00:31:59: Menschen mit einem hohen Risiko für Hautkrebs, Cremen aber auch häufiger.
00:32:05: Das ist auch etwas was sich herausstellt.
00:32:07: Menschen mit sehr heller Haut und vielen Pigmentmalen oder früheren Sonnenbränden nutzen häufige Sonnencreme.
00:32:13: Sie besitzen aber bereits unabhängig von der Creme ein erhöhtes Risiko.
00:32:18: das kann natürlich auch solche Beobachtungsstudien verzerren Und das gehört ebenfalls mit dazu.
00:32:24: Sonnencrème wird dann häufig als Freifahrtsschein verstanden.
00:32:28: Der wahrscheinlich wichtigste Punkt Kompensation.
00:32:33: Viele Menschen verwenden Sonnencreme nicht, um ihren UV-Dosis zu reduzieren.
00:32:38: Sie verwenden sie, um länger in der Sonne bleiben zu können.
00:32:42: Der Sonnenbrand wird hinausgezögert.
00:32:44: Die Gesamtdauer der Exposition steigt jedoch möglicherweise dadurch deutlich an und das Problem ist dann nicht, dass Sonnencrème direkt Hautkrebs verursacht.
00:32:53: Das Problem ist, dass ein falsches Sicherheitsgefühl entsteht.
00:32:58: In der Medizin geht es selten um absolute Risikofreiheit.
00:33:02: Es geht um einen Vergleich von Risiken, so das Risiko der UV-Strahlung ist biologisch plausibel und dosisabhängig und auch epidemiologisch nachgewiesen und causar mit mehreren Hautkrebsarten verbunden.
00:33:16: Das Risiko von Sonnencremes hier bestehen systemische Aufnahme bestimmter Filter mögliche Allergien offene Fragen zu homonellen Wirkungen und Qualitätsprobleme einzelner Produkte und mögliches Inhalationsrisiko bei Sprays.
00:33:32: Was bislang fehlt, ist ein belastbarer Nachweis des zugelassener Sonnencremes bei normaler Anwendung Hautkrebs verursachen.
00:33:39: Damit fällt die Nutzen-Risikorabwägung relativ klar aus.
00:33:42: Das gesicherte Risiko einer hohen umgeschützten UV Dosis ist deutlich größer und wesentlich besser belegt als ein bislangen hypothetisches Hautkrepsrisiko zugelassener Sonnenschutzmittel.
00:33:54: Das gesicherte Risiko einer hohen, ungeschützten Ofautose ist deutlich größer und wesentlich besser belegter als ein bislang hypothetisches Hautkrebsrisiko zugelassener Sonnenschutzmittel.
00:34:03: Das bedeutet nicht jede Formulierung unkritisch zu akzeptieren – es bedeutet kritisch auszuwählen aber nicht auf Schutz zu verzichten!
00:34:11: Nun zur häufig gestellten Frage wenn Sonne so gefährlich ist wie konnten unsere Vorfahren ohne Sonnencreme überleben?
00:34:18: Zunächst der Mensch besitzt Echte Anpassungsmechanismen an Sonnenlicht.
00:34:23: Melanin haben wir schon beschrieben, eine Verdickung der Epidermis.
00:34:26: Wir haben antioxidative Systeme, DNA-Repérationsmechanismus und immunologische Kontrolle.
00:34:32: Aber Anpassung bedeutet nicht Unverwundbarkeit.
00:34:36: Evolution optimiert außerdem nicht auf maximale Gesundheit bis ins hohe Alter.
00:34:41: Sie selektiert vor allem Eigenschaften die über Leben und Fortpflanzung ermöglichen.
00:34:46: Viele Hautkrebsarten treten erst nach Jahrzehnten auf.
00:34:49: Eine Erkrankung, die sich mit sechzig-siebzig oder achtzig Jahren entwickelt, erzeugt einen geringeren evolutionären Selektionsdruck.
00:34:56: Hinzu kommt die geografische Anpassung.
00:34:58: In Regionen mit hoher UV-Belastung war eine stärkere Begmentierung vorteilhaft.
00:35:03: in nördlicheren Regionen erleichtert höhere Haut die Vitamin D-Produktionen.
00:35:09: Heute kann ein sehr hell heutiger Mensch innerhalb von wenigen Stunden in einer Region mit extrem hoher Uv-Strahlung fliegen.
00:35:15: Viele Menschen verbringen das gesamte Jahr überwiegend in Innenräumen und setzen sich dann abrupt intensiver Urlaubsonne aus.
00:35:22: Das ist kein traditionelles, evolutionäres Expositionsmuster!
00:35:26: Und das führt dann zu der Frage Kann ich mich der Sonne aussetzen und quasi einen Sonnentraining betreiben?
00:35:34: Kann ich die Haut langsam an die Sonne gewöhnen?
00:35:37: Da würde man sagen teilweise ja.
00:35:39: wiederholte niedrige UV-Dosen können zur einer Fotoadaptation führen.
00:35:45: dabei entsteht Mehr Melanin, eine dickere Hornhautschicht.
00:35:49: Eine verdickte Epidermis und möglicherweise auch Anpassung antioxidativer und reparativer Systeme.
00:35:56: Dadurch steigt die Dosis, die notwendig ist um eine sichtbare Rötung auszulösen.
00:36:00: Die Haut wird etwas widerstandsfähiger aber eine höhere Sonnenbranschwelle bedeutet ja nicht dass keine DNA Schäden mehr entstehen.
00:36:10: Sonnendraining verschiebt vor allem die sichtbaren Reaktionsgrenze.
00:36:15: Es macht die Haut nicht immun gegen Ofaustrahlung.
00:36:18: Sinnvoll ist, dass man bereits im Frühjahr regelmäßig nach draußen geht, kurz direkte Sonnenkontakte zulässt, die intensive Mittagssonne auch meidet und die Dauer langsam steigert und deutlich vor einer Rötung aufhört.
00:36:34: Nicht sinnvoll!
00:36:35: An das wäre kein Sonnendraining.
00:36:37: sind, Sonnen berannt als Trainingsreiz vor Bräunen im Solarium gezielte Erzeugung einer starken Grundbräune oder die Annahme bräune ersetzt in Sonnenschutz.
00:36:48: Wie sieht daraus eine sinnvolle Strategie aus?
00:36:52: Definitiv nicht dass die Sonne vollständig gemieden werden sollte aber auch nicht morgens einmal sonnengrähem Auftragen und danach unbegrenzt in der Sonne bleiben.
00:37:01: Sonnenschutz folgt einer Hierarchie.
00:37:04: Der erste Punkt die UV-Dosis zu reduzieren.
00:37:08: Man kann heutzutage sehr gut den UV-Index prüfen und dementsprechend aus einem Alltag mit anpassen, bei einem hohen UV-index sollte die direkte Expositionsdauer reduziert werden.
00:37:22: Man sollte Aktivitäten möglichst eher am Morgen oder dem späten Nachmittag verlagern oder eben auch Schatten nutzen.
00:37:29: aber auch Schatten allein schützt natürlich nicht komplett.
00:37:33: Der andere wichtige Punkt und der beste Schutz den es eigentlich gibt, den wahrscheinlich auch unsere Vorfahren mit genutzt haben ist Kleidung.
00:37:40: Kleidungen ist der zuverlässigste Schutz, den wir eigentlich vor zu viel UV-Strahlung haben können.
00:37:46: Dicht gewebte Textilien, lange lockere Kleidungs oder eben auch Sonnenbrillen mit UV-Schutz zu verwenden gerade dann wenn der Alltag es nicht zulässt dass man einer größeren UV Menge ausgesetzt ist.
00:38:00: Dann kommt eigentlich erst der Sonnenschutz in Form von Sonnencreme.
00:38:04: Das heißt, Hautstellen die frei liegen mit Sonnengrem zu bedecken wie eben schon erwähnt auf dem passenden Lichtschutzfaktor zu achten und eine ausreichende Menge zu verwenden.
00:38:15: für den ganzen Körper hatten wir gesagt ein für einen erwachsene Menschen ein gutes Schnapsglas voll oder zwei Milliliter pro Quadratzentimeter am Körper.
00:38:23: dann gehört natürlich die Auswahl mit dazu welche sonnencremig verwendet ob ich einen organischen oder anorganischen UV Filter verwende.
00:38:30: Dabei sollten natürlich gewisse Substanzen, wie eben schon erwählt die Oxibenzone Homo Salat für MBC quasi zu vermeiden und da auf die Produkte genauer zu achten.
00:38:42: Und bei dem mineralischen typischerweise eben Zinkoxid oder Titandioxid verwenden.
00:38:49: Sonnencreme sollte die unvermeidbare Restexposition reduzieren.
00:38:52: sie soll nicht ermöglichen länger in der Sonne zu bleiben.
00:38:56: dann sollte man sicherlich auf seine individuellen Risiken noch mal mit blicken, sprich gibt es vielleicht einen helleren Hauttyp oder eine Vorgeschichte von Hautkrebserkrankungen in der Familie oder bei einem selbst auffällige atypische Pigmentmerkmale.
00:39:12: Oder Medikamente die eingenommen werden und man kann natürlich auch von innen heraus versuchen sein antioxidatives System mit zu unterstützen.
00:39:21: Das kann nur ein Teil sein, also beispielsweise karotineinreiche Ernährung die im moderaten Bereich die Fotoprotektion unterstützen können, Lycopene bspw aus Tomatenprodukten, Beterkarotiner aus Karotten, Kürbis und grün-blatt Gemüse oder Astaxantin aus Mikroalgen.
00:39:39: Diese Stoffe können sich in der Haut anreichern und reaktive Sauerstoffverbindungen, also freie radikale abfangen und die UV-bedingte Hautrötung geringfügig reduzieren.
00:39:51: Der Effekt entsteht erst nach regelmäßiger Einnahme über mehrere Wochen.
00:39:57: Karatinoide sind keine Sonnencreme von innen, aber sie können antioxidative Schutzsysteme ergänzen.
00:40:04: Ersetzen aber weder die Kleidung des Aufhalten im Schatten oder weniger direkte UV-Einstrahlung zu reduzieren oder den äußeren Sonnenschutz von Sonnencrämen.
00:40:15: Was bleibt am Ende?
00:40:16: Sonne ist biologisch wichtig.
00:40:18: Sie synchronisiert unsere innere Uhr, beeinflusst Schlaf und Verhalten und ermöglicht über UVB-Strahlung die Vitamin D-Synthese.
00:40:26: UV-Stahlung ist gleichzeitig ein gesichertes Karzinogen.
00:40:30: Sie kann die DNA direkt und indirekt schädigen oxidativen Stress auslösen, die Hautalterung beschleunigen und verschiedene Formen von Hautkrebs fördern.
00:40:41: Die Hautschädigung beginnt nicht erst mit einer sichtbaren Rötung.
00:40:45: Der Sonnenbrand zeigt lediglich, dass die Belastung bereits erheblich war.
00:40:50: Unsere Haut besitzt mit Melanin, epidemale Verdickung, antioxidativen Systemen und DNA-Reparatur wirksames Schutzmechanismen aber diese Systeme sind nicht unbegrenzt belastbar.
00:41:03: Sonnendraining kann die Sonnenbrandschwelle etwas erhöhen es verhindert jedoch nicht sämtliche molekulare Schäden oder DNA-Schäden die entstehen.
00:41:12: Und die Sonnencreme?
00:41:14: Bestimmte organische UV-Filter können in den Blutkreislauf gelangen, einige Inhaltsstoffe stehen wegen möglicher hormoneller Wirkung.
00:41:21: Allergien oder Abbauprodukte in der Kritik – diese Fragen sind berechtigt!
00:41:25: Ein Blutnachweis beweist jedoch noch keine Erkrankung und für die Behauptungen des zugelassene Sonnengrems bei sachgerechter Anwendung Hautkrebs verursachen gibt es derzeit keine überzeugenden Nachweise.
00:41:39: Für das Hautkrebsrisiko durch hohe UV-Exposition gibt es diese Nachweise dagegen sehr wohl.
00:41:45: Die Nutzenrisikorabwägung lautet deshalb, dass gesicherte Risiko einer ungeschützten hohen UV-Dosis ist deutlich größer als die bislang hypothetische Krebsrisikoreinschätzung zugelassener Sonnenkrebsmittel.
00:42:01: Die Sonne ist weder unser Feind noch ein harmloses Naturmittel – sie ist ein starker biologischer Reiz Und wie bei fast allen biologischen Reizen entscheidet die Dosis.
00:42:13: Liebe Menschen, ich hoffe wir konnten euch einen guten Überblick über das Thema Sonne und Sonnenschutz geben.
00:42:20: Natürlich sollte die Zeit auch draußen genießen.
00:42:24: also keine unnötige Panik aber eine fundierte Einschätzung an der Stelle.
00:42:29: wenn ihr Fragen zu dem Thema Sonnen- und Sonnschutz habt schreibt uns gerne direkt hier unter dieser Episode bei Spotify.
00:42:36: Ich freue mich auf die nächste Episode und bis dahin alles Gute.
00:42:41: Und eine schöne Sommerzeit!
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