Cortisol: Das am meisten missverstandene Hormon unserer Zeit (Deep Dive)

Shownotes

„Cortisol ist kein schädliches Stresshormon. Es ist eines der wichtigsten Anpassungshormone unseres Körpers.“ Kaum ein Hormon wird derzeit so kontrovers diskutiert wie Cortisol. In sozialen Medien gilt es als Ursache für Müdigkeit, Schlafprobleme, Bauchfett, Heißhunger oder Verdauungsbeschwerden. Begriffe wie Cortisol Detox, Cortisol Reset oder Cortisol Fasten versprechen einfache Lösungen. Doch genau hier beginnt das Missverständnis: Ohne Cortisol könnten wir nicht leben.

In diesem PARACELSUS LAB Deep Dive erklärt Podcast-Host Matthias Baum, warum Cortisol weit mehr ist als ein Stresshormon. Über die HPA-Achse steuert es die Bereitstellung von Energie, reguliert Stoffwechsel, Immunsystem, Kreislauf und Gehirn und hilft dem Körper, sich an körperliche wie psychische Belastungen anzupassen. Entscheidend ist deshalb nicht ein möglichst niedriger Cortisolspiegel, sondern eine Regulation, die zur jeweiligen Situation und Tageszeit passt.

Die Episode ordnet ein, was hinter Begriffen wie Cortisol Detox tatsächlich steckt, warum einzelne Cortisolmessungen oft wenig aussagekräftig sind und weshalb ein hoher Wert am Morgen nicht nur normal, sondern biologisch notwendig ist. Gleichzeitig wird erklärt, wann Cortisol tatsächlich zum Gesundheitsrisiko werden kann, etwa bei krankhaft erhöhten Spiegeln oder einer dauerhaft gestörten Rhythmik.

Ist Cortisol wirklich der Auslöser vieler Gesundheitsprobleme? Muss der erste Kaffee am Morgen warten? Und warum bedeutet Gesundheit nicht, Stress zu vermeiden, sondern flexibel zwischen Aktivierung und Regeneration wechseln zu können? Antworten direkt aus dem PARACELSUS LAB.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Woher kommt jetzt dieser Trend, diese Vorstellung Kortisol-Fasten?

00:00:05: Kortisol und das schon mal ganz klar zu unterstreichen ist also kein Giftstoff den der Körper loswerden muss.

00:00:11: Es ist ein lebensnotwendiges Regulationzog.

00:00:15: Problematisch wird es wenn Menge, Rhythmus und Situation nicht mehr zusammenpassen.

00:00:22: Paracelsus Lab Revolutionäre Perspektiven auf Gesundheit und Krankheit.

00:00:37: Hallo Menschen, willkommen zu einem neuen Paracelsus-Laptip-Dive.

00:00:42: Cortisol hat ein ziemlich schlechtes Imageproblem.

00:00:46: Kaum ein anderes Hormon wird derzeit in den sozialen Medien so häufig für gesundheitliche Probleme verantwortlich gemacht.

00:00:53: Du bist morgens erschöpft?

00:00:55: Dann ist es Cortisol!

00:00:56: Du schläfst schlecht?

00:00:57: Es ist Cortisol... du nimmst am Bauch zu.

00:01:00: Auch hier ist es Cortisol.

00:01:02: Du fühlst dich gestresst, hast heißhunger Verdauungsprobleme.

00:01:05: Wahrscheinlich ist das ebenfalls Cortisol und die vermeintliche Lösung heißt inzwischen Cortisol-Fasten oder wie ich auch entdeckt habe, Cortisol Detox oder Cortisol Reset.

00:01:17: Aber kann man von einem Hormon überhaupt fasten?

00:01:21: Oder vor allem wollen wir Cortisol tatsächlich möglichst weit

00:01:24: herunterfahren?".

00:01:26: Die kurze Antwort lautet Nein!

00:01:28: Denn ohne Cortisol könnten wir nicht leben.

00:01:32: Cortisol stellt Energie bereit, beeinflusst unseren Blutdruck, reguliert Immunreaktionen, wirkt auf Gehirn und Stoffwechsel und hilft uns jeden Morgen überhaupt erst einmal dabei vom Schlaf in den Aktivitätsmodus zu wechseln.

00:01:45: Sogar dass wir aufwachen!

00:01:47: Das eigentliche Problem ist deshalb nicht Cortisol selbst.

00:01:51: Problematisch wird es wenn die Menge an Cortisol sich verändert der Rhythmus und die Situation nicht mehr letztendlich zusammenpassen.

00:02:00: Problematisch wird es, wenn Menge, Rhythmuss- und Situationen nicht mehr zusammen passen.

00:02:07: Und deshalb schauen wir in diesem Deep Dive uns genauer an was Cortisol wirklich macht und warum Stress nicht automatisch zu viel Cortisol bedeutet?

00:02:16: Was chronisch erhöhte Cortisolspiegel tatsächlich mit unserem Körper machen können Und warum Cortisol fast ein ziemlich guter Social-Media Begriff ist, aber physiologisch eher unsinnig.

00:02:27: Also lass uns rein starten und einmal tief eintauchen.

00:02:31: was ist Cortisol überhaupt?

00:02:32: Die meisten haben den Begriff schon mal gehört.

00:02:35: würden dann unser Stresssystem denken.

00:02:37: Cortisol um da erstmal einzusteigen gehört zur Gruppe der sogenannten Glucocorticoide also Steroidhormone die irgendwas mit dem Zuckerstoffwechsel zu tun haben.

00:02:48: Und produziert wird dieses Cortisol im Körper natürlich auch direkt selbst.

00:02:53: Alle, die im Anatomieunterricht hier gut aufgepasst haben wissen das Zona fasciculata in der neben ihren Rinde.

00:03:01: und wichtig ist dass Cortisol nicht einfach nur so produziert werden sondern über einen hormonellen Regelkreis läuft.

00:03:08: den kennen auch die meisten.

00:03:09: das ist Der Hypothalamus, der hier als zentrale Schaltstelle verantwortlich ist.

00:03:13: Informationen, die hier reinkommen.

00:03:15: Warum müsste vielleicht Kortisol ausgeschüttet werden?

00:03:18: Dann gibt es die Hypophyse und die Nebeniere da, wo dann letztendlich das Hormon produziert wird.

00:03:25: Wie kürzen wir immer ab mit der sogenannten HPA-Axis kommt eher aus dem Englischen heraus.

00:03:30: Was passiert denn eigentlich?

00:03:32: vereinfacht dargestellt, der Hypothalamus bekommt einen Signal, einen Reiz ... na ja... Es könnte irgendetwas sein, was man gesehen hat, gerochen hat.

00:03:41: Über ein sinnes Organ vielleicht auch Hunger, der registriert wird?

00:03:45: Dann schüttet der Hypothalamus einen Hormon aus das sogenannte Cortisol-Releasinghormon, was die Hypophyse beauftragt, ACTH auszuschütten und das zirkuliert in der Blutbahn kommt zur Nebenjährerin rinde und es wird Cortisol ausgeschüttelt.

00:04:00: Cortisol wirkt anschließend über eine negative Rückkopplung auf den Hypotalamus und die Hypophüse zurück.

00:04:08: Damit haben wir kein einfaches Stresshormon, was erst mal nur verfügbar ist, sondern ein hoch reguliertes biologisches Rückkopflungssystem.

00:04:16: Und dementsprechend wird beim Anstieg von Cortisol in der Blutbahn dem Gehirn, in dem Falle dem Hypothalamus hinter Hypophyse vermittelt ... Wir haben jetzt genügend Cortisol!

00:04:24: Es muss nicht mehr.

00:04:26: Cortisol bindet unter anderem an intracellulären Rezeptoren, also sogenannten Clucocorticoid-Rezeptoren.

00:04:34: Und dieser kann in den Zellkern gelangen und dort die Expression zahlreicher Gene verändern.

00:04:41: Also wenn Cortisol mehr anwesend ist aus welchen Gründen auch immer das schauen wir noch drauf dann hat es Einfluss auf dem gesamten Organismus verschiedene Aspekte die Cortisol wirklich machen kann bei uns in jeder einzelnen Zelle.

00:04:55: Deshalb besitzt Cortisol Wirkung in praktisch allen wichtigen physiologischen Systemen.

00:05:00: Und Clucocorticoid-Rezeptoren finden sich an sehr vielen Zelltypen im Körper.

00:05:05: Cortisol, und das schon mal ganz klar zu unterstreichen ist also kein Giftstoff den der Körper loswerden muss.

00:05:11: Es ist ein lebensnotwendiges Regulationshormon.

00:05:16: Für die, die jetzt denken, na ja, Cortisol – das ist doch gleich Stress!

00:05:19: Also Cortisol ist doch nur ein Stresshormons vielleicht?

00:05:23: Da muss man relativ klar sagen Begriff Stresshormon nicht falsch ist, aber er macht die Wirkeingenschaften von Cortisol etwas unvollständig.

00:05:34: Besser wäre wahrscheinlich zu sagen, Cortisol ist ein Anpassungs- und Energiebereitstellungshormon.

00:05:39: Was das bedeutet?

00:05:40: Schauen wir uns noch an!

00:05:42: Wenn Anforderungen steigen muss der Organismus Ressourcen verfügbar machen und genau dabei hilft Cortisol.

00:05:49: Cortisol isst ein Katabolis, ein abbauendes Hormon Und wie ich schon erwähnt habe, wenn Reize den Hypothalamus erreichen, ob wir eine Gefahr vielleicht registriert haben.

00:06:00: Dann wird im Verlauf der Stressereaktion auch Cortisol ausgeschüttet und dieses Cortisol hat dann verschiedene Effekte beispielsweise auf den Stoff wechseln.

00:06:10: Denn Cortisol fördert unter anderem die Neugewinnung von Energie, die sogenannte Gluconeogenese, die passiert in der Leber deswegen nennt man sie hepatische Gluconäogenese Sorgt für eine Verfügbarkeit verschiedener Stoffwechsel-Substrate, um den Energiehaushalt und die Energieversorgung umzukehren.

00:06:30: Zucker in die Blutbahn zu bringen das Gehirn mit Energie zu versorgen.

00:06:35: Darüber hinaus baut Cortisol dafür auch Eiweiße ab In verschiedenen Geweben insbesondere auch in der Muskulatur.

00:06:42: Es fördert aber auch die Fettverbrennung Und die Mobilisierung von freien Fettsäuren Die dann zur Energiegewinnung herangeführt werden sollen bei Cortisol immer um die Aufrechterhaltung der Klukoseversorgung wichtiger Organe, die jetzt in dieser Akkutsituation, in diese Anpassungssituation wichtig sind.

00:07:02: Und das beschreibt es relativ gut – In der Akkutphase ist das total sinnvoll.

00:07:08: und nochmal als Anpassungshormon, als Regulationshormone, als Energiebereitstellungshormon hat Cortisol extrem wichtige Funktionen.

00:07:16: Wenn man also morgens aufsteht, Sport treibt oder eine Infektion bekämpft, oder vor einer psychischen Herausforderung steht muss der Organismus ausreichend Energie haben und immer dann spielt diese HPA-Achse.

00:07:32: Und am Ende auch Cortisol ist eine wichtige Rolle.

00:07:36: Das heißt aber auch dass ein vorübergehender Cortisolanstieg keine Fehlfunktion ist.

00:07:42: Wer das erzählt?

00:07:43: Erzählt nicht die Wahrheit!

00:07:44: Denn es macht extrem viel Sinn, dass unser Adaptionssystem dass wir quasi als Stresssystem oder systemische Stressreaktionen bezeichnen und wo Cortisol eine wichtige Rolle spielt, durchaus auch sich anpassen muss.

00:07:59: Es ist ein Teil einer ganz normalen Anpassungsreaktion.

00:08:03: Problematisch könnte dagegen eher der chronische Hyper-Cortisolismus sein.

00:08:07: also was bedeutet das?

00:08:08: Hyper zu viel Cortisol im System.

00:08:13: Das macht für viele Menschen wahrscheinlich eher das Problem aus, eine gestörte Regulation.

00:08:19: Also wir haben gar nicht extrem viel Cortisol sondern Cortisol nicht zu den richtigen Zeitpunkten.

00:08:25: und wie schon erwähnt wird diese HPA Achse und damit die Cortisol-Ausschüttung auch aktiv wenn unser Immunsystem sich für eine Aktivität entscheidet also beispielsweise bei Infektionen wie gerade schon erwänt.

00:08:37: Und hier, glaube ich, steht eines der größten Missverständnisse im Raum.

00:08:41: Ich gehe auch gleich noch drauf ein, was der Unterschied zwischen Cortisol und Cortison hinten mit N ist.

00:08:47: Denn oft würde man sagen, Cortisol unterdrückt ja das Immunsystem.

00:08:51: Es ist anti-entzündliches Hemd einfach das Immunsystem.

00:08:55: Das stimmt aber ehrlicherweise nur teilweise!

00:08:58: Denn Clucocorticoide und dementsprechend auch Cortisol sind wichtige Immunregulatoren.

00:09:05: Die Wirkung hängt unter anderem von der Konzentration, vom Zeitpunkt und der Dauer der Ausschüttung statt.

00:09:12: Und natürlich auch vom Zelltyp und dem immunologischen Kontext.

00:09:17: Das heißt, ob es ein Virus, Bakterium ist oder eine Verletzung ist wird sich die Situation verändern.

00:09:23: Bei höheren Konzentrazen können Glucocorticoide pro inflamatorische Signalwege und Zytokin-Antworten deutlich hemmen.

00:09:32: da ... Kennen wir die Logik, dass man sagt naja wenn Cortisol mehr ins System kommt wird das Immunsystem gehemmt.

00:09:38: Und genau diese Wirkung wird ja auch medizinisch-therapeutisch-pharmakologisch bei entzündlichen oder autoimmune Erkrankungen verbindet.

00:09:46: aber physiologische Clucocorticoidsignale sind deutlich komplexer, da kommt nicht einfach nur ein Stoff im System über eine Spritze an einem bestimmten Ort oder die Einnahme über den Verdauungstrakt.

00:10:00: Niedrige Konzentrationen können bestimmte Komponenten des angeborenen Immunsystems sogar auf bevorstehende Herausforderungen vorbereiten.

00:10:09: Das sehen wir.

00:10:09: wenn wir uns einen Ablauf einer Immunreaktion ansehen dann hilft quasi Cortisol über die Clucocorticoid Rezeptoren den Immunzellen, um ihn zu sagen wo sie hin müssen und was Sie tun müssen.

00:10:22: Also kann man relativ klar sagen dass die moderne Betrachtung für Cortisol heißt.

00:10:28: Cortisol modelliert die Immunität statt sie einfach nur auszuschalten.

00:10:32: Das Ausschalten funktioniert von außen zugeführt bei hohen Dosierungen und akuten Entzündungsreaktionen.

00:10:38: Eine Immunreaktion aktiviert über inflamatorische Signalwege Dann aber auch wieder die Stresshormonachse, die HPA-Achse.

00:10:46: Und der Körper besitzt damit eine Art Rückkopplung von der Entzündung.

00:10:50: kommt es zu der Stressachsen-HPA Achsenaktivierung dann wird Cortisol ausgeschüttet und wir haben eine physiologische Begrenzung einer überschießenden Reaktion.

00:11:01: Damit ist Cortisol auch Teil der körpereigenen Entzündenungskontrolle.

00:11:07: So wie schon erwähnt hat Cortisol einen enormen Einfluss auf den Stoffwechseln.

00:11:12: Und ja, hier kommt wahrscheinlich der schlechte Ruf am ehesten auch her.

00:11:15: Wir hatten das eben schon mit angesprochen dass Cortisol katabol wirkt also abbauend wirkt zwar auf der einen Seite auch Fette und Fettsäuren mobilisieren kann oder die Lipolyse betreiben kann aber eben auch neuen Zucker bildet.

00:11:29: und wenn es regelmäßig passiert oder in zu radikalen oder häufigen Abfolgen oder nicht reguliert Ja dann hat man unter Umständen mehr Zucker Im System.

00:11:40: und bei einem pathologischen Cortisolüberschuss, da können wir es eigentlich ganz gut sehen wie dem sogenannten Cushing-Syndrom.

00:11:47: Haben wir Entwicklungen wie beispielsweise einer Insulinresistenz oder eine Hyperglychemie also viel zu viel Zucker in der Blutbahn?

00:11:56: Eine veränderte Fettverteilung mehr Ansammlung am visceralen Fett Also viscerale Adipositas, Muskelabbau gegebenenfalls auch Osteoporose und auch Bluthochdruck.

00:12:10: Und die Effekte lassen sich durch mehr Cortisol im System erklären.

00:12:14: aber um das klar zu sagen nicht jeder da draußen hat ein Cushing-Syndrom wenn es um Stressreaktionen geht oder auch hohe Stressbelastung geht.

00:12:24: Die Regulation der Cortisol Ausschüttung funktioniert.

00:12:27: gegebenenfall über den Tag nicht mehr.

00:12:31: Wirklich beschriebenen, manifesten diagnostizierten Hyperkortisolismus dürfen nicht einfach auf jeden Menschen mit psychischem oder psychoemotionalen Stress- oder Überlastungssituation übertragen werden.

00:12:44: Ein kurzfristiger physiologischer Kortisolanstieg ist etwas völlig anderes als dauerhaft pathologischer erhöhte

00:12:52: Kortisolwerte.".

00:12:54: So und dann hat Cortisol auch Auswirkungen auf unsere Wahrnehmung unserer Gehirn.

00:12:59: also Wir stellen uns noch mal vor, warum wird Cortisol ausgeschüttet?

00:13:03: Weil die Stresshormonachse, HPA-Achse aktiviert wurde.

00:13:08: Also haben wir mehr Cortisol im System.

00:13:09: Energie wird bereitgestellt es wird Anpassung stattfinden das Immunsystem wird reguliert auch der Darm wird mit Cortisol konfrontiert, die Barriere wird durchlässiger.

00:13:19: Nährstoffe können schneller aufgenommen werden.

00:13:22: aber auch unsere Wahrnehmung und unser Gehirn wird durch das Cortisol beeinflusst nicht nur über die Rückkopplungsschleife weil jetzt quasi Cortisol angestiegen ist.

00:13:31: Cortisol ist quasi Teil der biologischen Antwortaufanforderungen.

00:13:37: Die HP-Axe reagiert nicht nur auf physische Bedrohungen sondern eben auch auf psychosoziale psychoemotionalen Situation Und dementsprechend spielt auch das Thema Kontrollverlust, soziale Bewertung, Unsicherheit.

00:13:51: Die Erwartungen an eine Belastung, Schlafmange, Konflikte und Arbeitsbelastung – eine entscheidende Rolle!

00:14:00: Nicht nur das Ereignis selbst zählt sondern auch dessen Bewerting durch das Gehirn.

00:14:05: Das Gehirnt verarbeitet die Bedeutung einer Situation und koordiniert anschließend unter anderem autonome und auch endokrine also homongesteuerte und immunologische Reaktionen.

00:14:15: Stress ist deshalb nicht gleich nur Cortisol.

00:14:19: Cortisol ist eine Komponente eines wesentlich größeren, adaptiven Systems.

00:14:24: Wie gerade schon erwähnt die Frage wie wirkt sich Cortisol eigentlich auf den Darm aus?

00:14:29: Auch hier lohnt es sich wirklich nochmal zu differenzieren.

00:14:32: Stress kann über mehrere parallele Wege auf dem Gastrointestinaltrakt wirken also einmal über das autonome Nervensystem, über Nervenfasern dienen Sympathische, parasympathischen Fasern.

00:14:45: Je nach Aktivitätslage die HPA Achse also die letztendlich Cortisol ausschüttet über Immunregulation, über Motilität, über die Sekretion Die Wahrnehmung visceral Also vielleicht auch Beschwerden oder Schmerzen wahrzunehmen.

00:15:01: Die Durchlässigkeit der Barriere, die intestinale Barrieren und Veränderungen auch der mikrobiellen Umwelt.

00:15:09: Stress heißt nicht automatisch, dass zu viel Cortisol da ist und damit die Darmbarriere und das Mikrobiom zerstört wird.

00:15:16: Das passt soweit nicht.

00:15:17: Cortisol ist vielmehr auch hier ein Bestandteil eines Neuroendocrine-Netzwerkes über das sich Gehirnimmunsystem und auch Gastrointestinaltrakt gegenseitig beeinflussen.

00:15:29: Aber je nach Anwesenheit von Cortisol kann die Darmbarriere durchlässiger werden, Cortisol-Hormon schieben.

00:15:41: Der wichtigste Punkt, den ich schon angedeutet habe und den wir bei der gesamten Thematik rund um Cortisol mit berücksichtigen müssen ist das Cortisol einen Rhythmus besitzt.

00:15:52: Auch den haben wir hier im Podcast das ein oder andere Mal schon besprochen immer dann wenn wir über das Thema eines zirka die jahnen Rhythmus oder Biorhythmos gesprochen haben.

00:16:00: Cortisol selbst isst kein statischer Parameter dem man einfach nur messen kann, der verändert sich über den Tag.

00:16:08: Cortisol ist quasi für unsere Tageshälfte, wenn wir auf den Biorhythmus schauen.

00:16:13: Also die Zeit mit der wir aufstehen und dann abends nach zwölf Stunden zur Ruhe kommen sollten.

00:16:19: Ganz klar der Regulator des zirkadianen Rhythmus.

00:16:24: Bei Menschen mit einem normalem Tag-Nachtrhythmus beginnt Cortisol bereits in den frühen Morgenstunden langsam anzusteigen.

00:16:31: Es gibt hier quasi immer rötzmische Ausschüttung einen hohen Wert, der dann über den Tag wieder abfällt.

00:16:39: Und morgens ist die physiologische Cortisol-Ausschüttung am höchsten.

00:16:44: und diese physiologischen Ausschüfftungen für die, die einen funktionierenden Tag nachtrunden muss haben – die kennen das unter Umständen, die auch ohne Wecker aufwachen -, da haben wir ein sogenannten Cortisol Awakening Response.

00:16:56: Der wird CAR abgekürzt?

00:16:58: Die eine oder andere haben das vielleicht schon mal gesehen oder hat sich damit beschäftigt.

00:17:02: Das heißt, nach dem Erwachen oder mit dem Erwachens steigt Cortisol typischerweise innerhalb der ersten ja dreißig bis fünfundvierzig Minuten deutlich an und dieser morgendliche Pik wird als Teil eines Systems verstanden dass den Organismus auf die Anforderung des kommenden Tages vorbereitet.

00:17:19: Jetzt können wir uns überlegen, was mehr Cortisol im System bedeutet.

00:17:22: Energiereserven werden mobilisiert.

00:17:24: Wir sind wach unser Herzschlag und der Herzrhythmus verändert sich unter Umständen und wir können gut in den Tag starten.

00:17:31: Und hier beschreiben vielleicht schon viele das genau das nicht stattfindet.

00:17:35: Und paradoxerweise, obwohl wir doch so viel Stress haben und vielleicht auch soviel Cortisolimsystem reicht morgens diese Cortisol-Ausschütto nicht aus?

00:17:44: Das sieht man relativ häufig!

00:17:46: heißt im Endeffekt, morgens viel Cortisol im System zu haben ist nicht nur automatisch nicht schlecht sondern es ist notwendig damit wir in den Tag starten können.

00:17:56: Wir wollen morgens eine hohe Cortisol-Aktivität haben damit wir an den Tag und genügend Energie erst mal aus Reserven mobilisieren können.

00:18:06: am Abend hingegen und hier wird diese Rhythmik sehr deutlich soll die Cortisolaktivität deutlich abnehmen und immer niedriger werden.

00:18:16: Morgens eine hohe Ausschüttung, rhythmische Ausschützungen über den Tag aber immer niedrig werdendere Kortisolwerte.

00:18:23: Und bei gesunden Menschen erreicht Kortisol dann nachts sehr niedrige Werte.

00:18:29: und wenn wir den Verlust eines nächtlichen Tiefpunkts haben, dann haben wir medizinisch betrachtet unter Umständen ein wichtiges diagnostisches Merkmal des eben schon erwähnten Cushing-Syndroms als es eines Hyperkortisolismus.

00:18:42: Für viele gilt das die Rhythmik des Tages nicht optimal funktioniert.

00:18:46: Das heißt, wir kommen am Abend nicht wirklich gut runter und haben immer noch Stressbelastungen die uns beschäftigen.

00:18:53: das können Arbeitsthemen sein das können auch körperliche Aktivitäten sein es können auch andere Themen aus Social Media oder den Nachrichten seien die das System hochfahren und interessanterweise kommt es häufig in der Nacht zu einer erhöhten Cortisol Ausschüttung bei vielen.

00:19:08: Die ist höher als sie eigentlich sein sollte reicht aber dafür aus dass Man unter Umständen aufwacht und die Nacht nicht gut schlafen kann.

00:19:17: Und hier verschiebt sich der Rhythmus, der Tagesrhythmus auch immer weiter.

00:19:21: Und man hat dann vielleicht das morgendliche Pieck nicht mehr.

00:19:25: Von daher sollten wir nicht die Frage stellen wie bekomme ich mein Cortisol runter sondern passt meine Cortisolaktivität zu der Tageszeit und zu den Anforderungen?

00:19:36: Weil neben der rhythmischen Ausschüttung haben wir auch eine pulsatile Ausschützung.

00:19:43: Das heißt, in diesem vierundzwanzigstunden Rhythmus wird immer etwas Cortisol in der Nacht auch ausgeschüttet.

00:19:48: Nie besonders viel und an der Tageshälfte von morgens bis abends haben wir eigentlich regelmäßige höhere Cortisol-Ausschüttung die aber eben auch im Tagesverlauf abnehmen.

00:19:58: Und man nennt diese pulsatilen Ausschühtungen Ultradiane Cortisolpulse.

00:20:05: Cortisol wird also nicht kontinuierlich und in exakt gleicher Menge ausgeschützt Und das ist auch wichtig, wenn wir uns Cortisol-Laborwerte anschauen.

00:20:12: Ob nun im Speichel gemessen oder auch in Blut bestimmt.

00:20:17: Ein einzelner Cortisolwert ist definitiv nur eine Momentaufnahme und kann sehr verändert werden.

00:20:23: Hier kommt noch mal mit hinzu dass wir unter Umständen neue Anforderungs- oder Anpassungsprozesse in dem Tag haben also beispielsweise eine Veranstaltung bei der wir auf der Bühne stehen müssen und reden müssen oder eine wichtige Aufgabe beruflich, oder privat eine stressige Situation wo Cortisol eben auch nochmal sich mit verändert würde.

00:20:42: Ein einzelner Cortisolwert das noch mal ganz klar zu unterstreichen ist und bleibt eine Momentaufnahme.

00:20:50: Tageszeit Schlafwachrhythmus Akuter Stress Erkrankungen Medikamente Und noch viele weitere Faktoren beeinflussen die Werte und dementsprechend auch die Interpretation eines einzelnen Wertes.

00:21:05: Und von daher ist es kritisch zu sehen, wenn man sich überlegt – und vielleicht gehört hat das man für Cortisol mal fasten sollte -, dass man vielleicht anfängt selbst in den Test zu gehen und mal zu schauen wie die eigenen Cortisol-Werte sind und man weiß nicht genau, wie man damit umgehen sollte.

00:21:22: Auch das wird von Fachgesellschaften definitiv abgelehnt oder entsprechend wird auch davor gewarnt, einfach nur bei unspezifischen Beschwerden Selbsttests durchzuführen um einen Cortisolüberschuss dann dementsprechend zu interpretieren.

00:21:36: Das sollte schon in die ärztliche oder therapeutische Hand gegeben werden.

00:21:41: Na gut aber dennoch stellt sich die Frage woher kommt jetzt dieser Trend diese Vorstellung Cortisol-Fasten?

00:21:49: Und was ist damit eigentlich im konkreten gemeint?

00:21:51: also Wir haben es schon versucht anzudeuten, so wie es dargestellt wird oder benannt wird.

00:21:57: Böses Cortisol muss reduziert werden.

00:21:59: Cortisol-Detox sind weitere Begriffe die man findet.

00:22:04: also einfach mal Detoxen vom Cortisol oder einen Reset neu start zu setzen.

00:22:10: Das sind Begriffe, die dann mit unterschiedlichen Maßnahmen und Empfehlungen zusammengefasst werden.

00:22:16: Ich hab unterschiedliche Dinge gefunden.

00:22:19: Und wenn man die durchgeht und hört, haben sie an manchen Stellen auch ihre Berechtigung.

00:22:23: also beispielsweise morgens nach dem Aufstehen erst mal kein Smartphone zu verwenden oder Kaffee zu reduzieren oder eben nicht direkt morgens zu trinken sondern später zu trinken.

00:22:34: Nicht nüchtern, intensiv Sport zu treiben.

00:22:37: Regelmäßiges Essen ausreichender Schlaf meditieren Spaziergänge Atemübungen gerade so langsame Atem-Übung grundsätzlich weniger hochintensives Training und Blutzuckerschwankung vermeiden.

00:22:51: also.

00:22:51: von daher kommt auch viele Ernährungsempfehlungen mit dazu.

00:22:54: Und wie gesagt einige der Maßnahmen können durchaus in einem Gesamtpaket sinnvoll sein.

00:23:00: Das möchte ich dem auch gar nicht absprechen, aber die Erklärung ist dann häufig falsch.

00:23:05: Wer ausreichend schläft regelmäßig körperlich aktiv ist und Erholungsphasen einplant und chronische psychosoziale Belastungen wenn möglich reduziert oder eben auch vielleicht besser damit umgehen kann verbessert dann möglicherweise seine Stressregulation.

00:23:23: und dann noch die Cortisol Ausschüttung.

00:23:25: Aber das is ja kein Cortisol-Fasten Man entgiftet ja nicht den Körper von Cortisol.

00:23:31: Das macht keinen Sinn, der Begriff suggeriert uns.

00:23:34: Cortisol ist eine schädliche Substanz und deren Konzentration sollte möglichst niedrig sein.

00:23:41: Und genau das ist physiologisch falsch.

00:23:44: Dementsprechend wird auch hier solche Begrifflichkeiten ... Ich hab da etwas recherchiert, wenn Fachgesellschaften sich zu diesen Begrifflichen wie Cortisol-Detox mit äußern Der ist keinen Sinn.

00:23:56: macht, die unspezifisch zu senken oder alles auf einen Hyperkortisolismus zu diagnostizieren.

00:24:03: Es ist und bleibt ein lebensnotwendiges Hormon – und die Rhythmik muss auf jeden Fall stimmen!

00:24:08: Dann nehme ich mir mal einen Teil raus, weil der häufig auch erwähnt wird.

00:24:11: Wie sieht's denn eigentlich morgens mit Kaffee aus?

00:24:14: Macht es Sinn, morgens wirklich auf Kaffees zu verzichten?

00:24:16: und das ist meines Erachtens ein schönes Beispiel wie aus Physiologie schnell dann eine Social-Media-Regel wird.

00:24:23: Das Argument lautet häufig.

00:24:25: Morgens ist Cortisol ja ohnehin hoch also sorgt für Energiebereitstellung.

00:24:32: Im weiteren Schritt erst mal andere Stresshormone wie Adrenalin und Neuartrenalin, dann dementsprechend auch Cortisol.

00:24:39: Und man soll also einen Abstand halten damit es nicht zu viel wird.

00:24:42: Sechzig bis neunzig Minuten sollte man auf jeden Fall warten.

00:24:45: das klingt jetzt erstmal logisch.

00:24:48: aus einem physiologischen Mechanismus folgt aber eben keine klinisch relevante Empfehlung.

00:24:53: dass Kaffee unmittelbar nach dem Aufstehen aufgrund dieses schon bestehenden Cortisol awakening Response Grundsätzlich gesundheitsschädlich wäre, ist überhaupt nicht belegt.

00:25:04: Wenn jemand auf Kaffee reagiert oder quasi schlecht verträgt oder auch schon Schlafprobleme entwickelt hat, Unruhe bekommt oder sowieso größere Mengen konsumiert sieht die Situation natürlich anders aus.

00:25:17: aber das muss man individuell betrachten.

00:25:18: Das hat weniger rein mit Cortisol zu tun und was eben auch nicht funktioniert es daraus eine allgemeingültige Sechzig- oder Neunzigminutenregel abzuleiten wo man sagt naja Dann mach für deinen Cortisol-Ditox doch einfach keinen Kaffee direkt am Morgen.

00:25:34: Gleichzeitig gilt bei vielen der Maßnahmen, dass sie in individuellen Situationen hilfreich sein können.

00:25:40: Wenn wir in die Rhythmik zurückkehren wollen dann helfen uns aber unter Umständen auch gezielte Stressreize wie beispielsweise auch Kälte oder Hitzerreize Und auch das Thema des intermitierenden Fastens kann eine Rolle spielen, weil es quasi ein physiologischer Stressor ist.

00:25:58: Man muss natürlich individuell berücksichtigen ob vielleicht doch eine Vorerkrankung oder ähnliches mit besteht wo es nicht eine direkte Indikation gibt.

00:26:06: aber im Grundsatz ist es ein natürlicher Reiz der letztendlich in unseren Alltag auch mal wieder mit zurückkehren kann.

00:26:14: Von daher ist neben dem Detox-Gedanken nicht nur alles auf Entspannung ausgelegt, sondern im Idealfall der bestmögliche Umgang und dafür gezielte hormetische Stressreize.

00:26:25: So wie ich eben schonmal erwähnt hab finde ich es wichtig dass man nochmal diese Unterscheidungen zwischen den Begrifflichkeiten Cortisol das ist also hinten mit einem L geschrieben Versus Cortison was viele auch aus der Therapie kennen, noch mal unterscheidet.

00:26:41: Die Begriffe werden häufig synonym verwendet, aber biochemisch sind sie nicht ganz identisch.

00:26:47: Das heißt im Körper sprechen wir typischerweise über Cortisol.

00:26:52: Es ist die deutlich aktive Reform und dann gibt es Cortisonen, dies weitgehend inaktiv.

00:26:59: Sondern dann gibt's im Körper verschiedene Hydroxysteroid der Hydrogenase-Enzyme die Cortisol umwandeln können von Cortisol zu Cortison, lokal da wo es quasi notwendig ist.

00:27:13: So und dann gibt es die Begrifflichkeit Cortison auch mit K geschrieben.

00:27:18: das kennen viele.

00:27:20: im therapeutischen ärztlichen medizinischen Bereichen ist das Alltag dass Cortison eingesetzt wird aber häufig eben als Sammelbegriff für verschiedene Glucocorticoide die verwendet werden.

00:27:33: Und Hydrokortison, Bretnisolone, Dexamethasone, viele der Begriffe, die man schon mal gehört hat.

00:27:38: und diese Medikamente nutzen gezielt diesen stark anti-informatorischen Effekt, immunsuppressiven Effekt oder Wirkung weil quasi dieses Cortison auch an Glucokorticoid Rezeptoren anduckt.

00:27:53: Wenn es eine medizinische Indikation dafür gibt dann macht das durchaus Sinn.

00:27:57: bei längerer oder höherer dosierte Therapie können dann aber allerdings auch typische, systemische Nebenwirkungen entstehen.

00:28:04: Aber die Nebenwürkungen einer hoch dosierten pharmacologischen Glucocorticoiterapie sind noch kein Beweis dafür, dass unser körpereignes Cortisol grundsätzlich schädlich ist und in der Begrifflichkeit des sogenannten Cushing-Syndromen also pathologischer Hypercortisolismus.

00:28:23: das ist etwas was die ein oder anderen schon gehört haben und andere kennen vielleicht auch Morbus Cushing.

00:28:28: Auch hier lohnt sich noch mal eine kurze Unterscheidung.

00:28:31: Das Cushing-Syndrom ist quasi der Oberbegriff für die klinischen Folgen eines chronischen Cortisolüberschusses, und der kann entstehen durch von außen zugeführte Glucocorticoïttherapie oder Präparate oder eben auch durch neben ihren Tumoren, die Cortisol produzieren.

00:28:51: Oder Tumore oder im speziellen auch Adenomen, die ACTH produzieren an der Hypophyse Und dieses Thema haben wir beim Morbus Cushing.

00:29:01: Das ist eine sehr konkrete Ursache, ein ACTH produzierendes Hypophysenadenom.

00:29:06: Also jeder Morbus cushing verursacht einen Cushing-Syndrom aber nicht jedes Cushingsyndrom ist ein Morbus cushion.

00:29:12: das nur noch mal zur Einteilung.

00:29:14: Wenn Cortisol zu viel im System ist, ein Hypercortisolismus mit klare medizinischer Indikation was nicht im Alltag bedeutet dass das für alle der Fall ist, obwohl man ein hohes Stress empfinden hat oder vermutet das es einfach zu viel Cortisol ist.

00:29:31: Und für mich hat sich auch hier in der Recherche, in der Vorbereitung eben auch eine wichtige Frage und auch eine Alltagsfrage aus dem therapeutischen Kontext gestellt was ist eigentlich wenn wir zu wenig Cortisol haben?

00:29:44: Und diese Betrachtung fehlt komplett in dieser Social Media Diskussion oder dem Aufbringen dieses Themas eigentlich nicht präsent.

00:29:54: Zumindest ist es mir nicht wirklich begegnet, vor allen Dingen dann wenn wir über Cortisol fasten oder Detox sprechen.

00:30:00: Denn wenn Cortisol angeblich das Problem ist, müsste ja möglichst wenig Cortisol besonders gesund sein und es ist genau das Gegenteil der Fall.

00:30:10: Es gibt auch hier echte nebenieren Insuffizienzen.

00:30:13: Dann kann quasi kein Cortisol oder nicht ausreichend bereitgestellt werden Und das kann sehr lebensgefährlich werden, wenn wir zu wenig Cortisol im System haben.

00:30:24: Cortisol ist kein optionales Stresshormon, es ist definitiv lebensnotwendig.

00:30:29: Was wir aber auch hier in der Begrifflichkeit häufig hören, ist eben so eine adrenärge Erschöpfung... Es ist auch ein eher unspezifischer Ausdruck für Erschöpfung oder Ermüdungserscheinungen, die auftreten.

00:30:43: Die gerne mit der Nebenniere in Verbindung gebracht werden.

00:30:46: Auch hier ist es im Regelfall nicht wirklich zu wenig produzieren sondern eine falsche Rhythmik.

00:30:54: das erkennt man beispielsweise Cortisol-Tagesprofil und man weiß das bei Menschen mit Burnout beispielsweise oder in Erschöpfungszuständen.

00:31:03: Und einem subjektiv hohem Gefühl an Stressbelastung, dass die Cortisolwerte wirklich niedriger liegen können.

00:31:10: aber auch hier haben wir nochmal eine andere Betrachtung und noch mal zu wenig Cortisol ist dann für den Tagesrythmik, für den Stoffwechsel und auch für die Stressverarbeitung So, und um dann relativ klar zu werden.

00:31:26: Es geht nicht darum, Cortisol möglichst niedrigzuhalten oder auch sich keinen Anpassungsprozess mehr auszusetzen ganz im Gegenteil.

00:31:34: Stress sollte wieder situations- und zeitgerecht reguliert werden.

00:31:39: Und dafür glaube ich gibt es unterschiedliche Maßnahmen die vielleicht schon rausgeklungen sind.

00:31:43: für mich an oberster Priorität zur Regulation der Cortisolachse dieser HPA Achse zeitgerichteten, optimalen, situationsgerichtete Hormonausschüttung.

00:31:55: Und das passt sehr gut in einen naturellkundlichen Kontext rein ist den zirkadeanen Rhythmus zu stabilisieren.

00:32:03: So und wie kann ich das relativ gut umsetzen?

00:32:05: Was sind hilfreiche Maßnahmen?

00:32:07: Wichtig ist im Idealfall die Tagesrhythmik, die Tag-Nacht-Rhythmik möglichst regelmäßig zu gestalten.

00:32:14: Das heißt möglichst regelmäßige Schlaf- und Aufstehzeiten.

00:32:17: Das heisst im Idealfall zur gleichen Zeit im Abend ins Bett zu gehen und zu schlafen.

00:32:22: Und zur gleichen Zeit am Morgen aufzustehen, weil hier kriegt der Tagnacht-Rhythmus genau die Information, die er letztendlich braucht und kann in eine natürliche Rhythmik zurückkehren.

00:32:34: Bei wem das noch nicht so vorhanden ist oder auch morgens merkt, mein Cortisol Awakening Response kommt gar nicht?

00:32:41: Da hilft es v.a.morgen den Tag mit Licht zu starten!

00:32:45: Auch das kann man vielleicht mal hören bei dem Cortisol-Ditoxen.

00:32:50: Und hier wird es vielleicht aber auch anders beschrieben, Licht am Morgen erhöht quasi meine Wachheit und auch meine physiologische Cortisolausschüttung.

00:32:58: Und auch hier gilt natürlich Regelmäßigkeit als ein wichtiger Faktor.

00:33:02: So ... Dunkelheit geht, Nacht sowieso wenn wir schlafen.

00:33:19: Aber natürlich sollte man versuchen auch Lichtquellen am Abend zu reduzieren weil mehr Licht auch wieder mehr Cortisol bedeuten würde.

00:33:27: So dann ist hilfreich dass wir auch Bewegung mit einbauen und Bewegungen jetzt nicht verbannen weil regelmäßige körperliche Aktivität auch wirklich langfristig die Stressregulationen und dementsprechend auch die physiologische Cortisol Ausschüttung beeinflussen kann.

00:33:43: Training selbst oder Bewegung Ist ein physischer Stressor gar keine Frage.

00:33:48: Aber er ist nicht primär schlecht.

00:33:51: Training funktioniert ja genau deshalb, weil wir eine Belastung erzeugen und anschließend adaptieren.

00:33:57: Und das ist quasi mit einem Ziel.

00:33:59: auch hier spielt Cortisol einer nicht unwichtige Rolle.

00:34:02: Problematisch wird es eher wenn die Belastungen zu hoch sind vielleicht auch falsch geteilt ist.

00:34:07: am Tag also zu spät am Abend könnte eine Rolle mitspielen Unzureichende Regeneration und das bezieht sich vor allen Dingen natürlich auch auf den Schlaf oder grundsätzlich Schlafmangel zu wenig Energiezufuhr.

00:34:21: Das ist vor allem interessant für Menschen, die meinen wir müssten Gewichtsreduktion über Kalorienrestriktion und mehr Bewegung kombinieren und vielleicht fehlt an manchen Stellen auch über längere Zeiten vor allen dingen auch Energieverfügbarkeit.

00:34:35: ja und wenn natürlich dazu noch psychosoziale psychoemotionale Stressoren hinzukommen.

00:34:40: Das heißt, wir müssen unsere Energieverfügbarkeit sicherstellen.

00:34:43: Da kann eine regelmäßiges Essen im Regelfall eine Unterstützung sein oder auch seine Energie mit abzudecken.

00:34:51: Aber wie eben schon erwähnt ein physiologischer Stressor auch mal eine Mahlzeit ausfallen zu lassen, kann durchaus ein guter Regulator sein, dass man sich daran anpassen muss, adaptieren muss und die cortisolische Ausschüttung mit angepasst werden kann.

00:35:04: Schlaf steht ganz oben ich glaube das ist relativ klar.

00:35:09: Und auch das Thema der psychologischen Stressoren, ich hab's jetzt mehrfach heute erwähnt.

00:35:15: Die sind ebenfalls wichtig mit zu berücksichtigen.

00:35:18: Wie bewertet mein Gehirn das was eigentlich passiert ist?

00:35:22: Wie ist so meine Kontrollierbarkeit, Vorhersagbarkeit?

00:35:25: wie ist die soziale Sicherheit, die individuelle Bewertung und die Beeinflussung von Stressreaktionen?

00:35:32: Um die Regeneration zu unterstützen hilft unter Umständen gerade der Austausch mit lieben Menschen soziale Kontakte, soziale Interaktionen.

00:35:40: Aber unter Umständen auch die Anwesenheit oder das Leben oder draußen sein in der Natur.

00:35:46: Auch hier wird häufiger erwähnt Atem-, Training-Atmeregulation kann eine hilfreiche Komponente sein.

00:35:53: Oder eben auch der Austausch mit therapeutischem Personal im Kontext einer Gesprächstherapie kann eine Hilfendenunterstützung sein.

00:36:00: Das alles nicht weil diese Dinge dann Cortisol detox'n sondern weil sie helfen Stress und Erholungssysteme, situationsgerecht zu regulieren.

00:36:10: Vielleicht sollten wir Cortisol nicht als Stresshormon betrachten?

00:36:14: Ich weiß auch ich habe es heute mehrfach als Stress-Hormonen bezeichnet oder vom Stresssystem gesprochen.

00:36:20: Besser ist – und ich versuche das jetzt auch mitzubenehmen – es als Anpassungsadaptationshormone zu bezeichnen!

00:36:27: Wenn morgens unser Cortisol ansteigt dann ist das Anpassung.

00:36:31: wenn wir Sport treiben und unser Cortisol steigt dann passen wir uns an diese Situation an.

00:36:37: Wenn wir eine Infektion haben und die HPA aktiv wird, ist das auch Anpassung.

00:36:43: Und wenn wir kurzfristig psychischem Stress ausgesetzt sind, ist es auch zunächst Anpassungen.

00:36:50: Gesundheit bedeutet deshalb nicht möglichst wenig Stressreaktionen zu haben.

00:36:54: Gesundkeit bedeutet, eine angemessene Reaktion erzeugt zu können und anschließend wieder zurückzukehren.

00:37:00: Das Problem ist also nicht Aktivierung, das Problem kann die fehlende Flexibilität zwischen Aktivierungen und Regeneration sein.

00:37:08: Cortisol hat seinen schlechten Ruf wirklich wenn überhaupt nur teilweise verdient.

00:37:13: ein chronisch krankhafter Cortisolüberschuss kann erhebliche gesundheitliche Konsequenzen haben.

00:37:19: Das Cushing-Syndrom zeigt uns sehr deutlich was langfristig zu viel Clucocorticoid Wirkung im Körper anrichten kann.

00:37:25: Aber daraus zu schließen, wir müssen Kortisol möglichst weit reduzieren ist der falsche Ansatz.

00:37:29: Wir brauchen Kortisol für unseren Stoffwechsel, für unseren Kreislauf, für die Regulation unseres Immunsystems, für unsere Reaktion auf Belastung und sogar dafür morgens leistungsfähig in den Tag zu starten.

00:37:43: Und damit bin ich am Ende mit der Einschätzung rund um Kortisoal Fasten Cortisol Detox oder ein Reset setzen.

00:37:52: Ich hoffe, dass ich einen guten Überblick zum Thema Cortisol geben konnte, zum Thema Stresssystem vielleicht auch schon einen ersten Einblick.

00:38:00: Wenn ihr Fragen zu dem Thema habt dann freuen wir uns natürlich sehr wenn ihr uns direkt hier unter der Episode kommentiert gerne alles dar las wie ist euer Stress Level?

00:38:09: Wie ist euher Bezug zur Cortisol Team Pro oder Kontra Cortisol, das würde mich natürlich auch interessieren.

00:38:15: Und wir freuen uns wenn ihr unseren Podcast abonniert und eine Bewertung da lasst!

00:38:20: Ich freue mich jetzt auf die nächste Episode und sage bis dann und alles Gute!

00:38:25: Revolutionäre Perspektiven Auf Gesundheit und Krankheit.

00:38:30: Paracelsus Lab Der Podcast der Paracelus Gesundheitsakademien Mehr Infos.

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