Lichttherapie: Wissenschaftliche Effekte von Licht auf unseren Körper (Deep Dive)

Shownotes

„Licht ist kein Hintergrundrauschen - es ist ein biologisches Steuersignal.“ Matthias Baum widmet sich in dieser Episode PARACELSUS LAB einem der zentralsten, aber oft unterschätzten Einflussfaktoren auf den menschlichen Organismus: Licht. Es steuert nicht nur, was wir sehen, sondern vor allem, wie unser Körper funktioniert - von der inneren Uhr bis hin zu hormonellen und neuronalen Prozessen.

Im Kern zeigt sich: Licht ist der wichtigste Taktgeber unseres zirkadianen Rhythmus. Über die Netzhaut gelangt es direkt zur inneren Uhr im Gehirn und beeinflusst dort, ob wir wach, fokussiert und leistungsfähig sind oder ob Regeneration und Schlaf eingeleitet werden. Unterschiedliche Wellenlängen senden dabei unterschiedliche Signale - blauhaltiges Licht aktiviert, warmes Licht unterstützt Ruhe. Entscheidend ist nicht nur die Art des Lichts, sondern vor allem der Zeitpunkt.

Das Problem der modernen Lebensweise liegt in der Verschiebung dieses Signals: zu wenig natürliches Licht am Tag, zu viel künstliches Licht am Abend. Die Folge sind Störungen von Schlaf, Energie und zirkadianer Stabilität.

Gleichzeitig wird Licht zunehmend therapeutisch genutzt - von der Bright-Light-Therapie bei saisonalen Depressionen bis hin zu Ansätzen mit Rot-, Infrarot- oder UV-Licht in der Medizin. Doch entscheidend bleibt: Wirkung entsteht nur dann, wenn Wellenlänge, Dosis und Zeitpunkt zusammenpassen.

Welche Rolle spielt Licht für unseren Biorhythmus? Wann wird daraus Therapie? Und warum ist der richtige Zeitpunkt oft wichtiger als die Lichtquelle selbst?

Antworten direkt aus dem PARACELSUS LAB.

Ein ALL EARS ON YOU Original Podcast.

Transkript anzeigen

00:00:01: Licht ist kein Nebenschauplatz.

00:00:04: Unser wichtigster Taktgeber für unseren Biorhythmus, Licht ist ein Hormonsignal.

00:00:09: Ist ein neurobiologischer Modulator und je nach Wellenlänge sogar einen lokalen therapeutischen Reiz den wir einsetzen können.

00:00:17: Und genau deshalb lohnt es sich bei diesem Thema präzise zu sein Denn nicht jedes Licht macht das selbe Nicht jede Lampe ist Therapie und nicht jeder biologische Effekt ist automatisch klinisch relevant.

00:00:40: Parazelsosnap.

00:00:46: Hallo Menschen, willkommen zu einem neuen Deep Dive im Paracelsus Lab.

00:00:50: Heute möchte ich über das Thema Licht sprechen!

00:00:54: Licht ist eines der unterschätzesten biologischen Signale überhaupt.

00:01:01: nicht zur Energiegewinnung wie Pflanzen, aber durchaus damit der Organismus überhaupt funktionieren kann.

00:01:07: Wahrscheinlich denken die meisten wenn sie über Licht nachdenken an Helligkeit oder daran ob man etwas sehen kann, ob es draußen hell oder dunkel ist.

00:01:16: Aber biologisch ist Licht viel mehr als das.

00:01:20: Licht sagt unserem Körper wann morgen und wann Abend ist, ob Cortisol ausgeschüttet werden soll oder Melatonin produziert werden soll ob wir wach sind, konzentriert sind und leistungsfähig sind.

00:01:34: Und Licht sagt dem Körper auch, wann Regeneration überhaupt möglich ist?

00:01:39: Oder anders gesagt – Licht ist nicht einfach Beleuchtung, Licht ist Information!

00:01:46: Genau deshalb ist Licht therapeutisch auch so spannend.

00:01:50: Denn wenn Licht ein biologisches Signal ist, dann kann man dieses Signal auch gezielt einsetzen zum Beispiel für das Thema Schlaf oder Stimmung für die zirkardiane Rhythmik, aber lokal auch für Hauterkrankungen und Regeneration.

00:02:06: Und natürlich auch in der medizinischen Therapie.

00:02:10: Aber nicht jedes Licht macht dasselbe!

00:02:13: Es gibt unterschiedliche Wellenlängen – das hat man schon mal gehört – also blaues Licht ist biologisch nicht dasselben wie rotes Licht UV-Licht ist nicht dasselbe wie Tageslicht und natürlich auch nicht wie in Verrotlicht.

00:02:27: So, was haben wir also für unterschiedliche Lichtarten oder Wellenlängen?

00:02:33: Und wie können wir sie therapeutisch einsetzen?

00:02:36: Genau darüber wollen wir also sprechen!

00:02:38: Was ist Licht überhaupt?

00:02:40: Wie wirkt es biologisch?

00:02:42: Welche Systeme werden beeinflusst?

00:02:45: Auch welche unterschiedlichen Lichtfarben haben Effekte auf uns?

00:02:49: Und wie können wir es in der Therapie nutzbar machen?

00:02:52: Genau da schauen wir jetzt einmal genauer rein.

00:02:56: Bevor wir aber mit der Therapiedirekt beginnen, müssen wir erst einmal verstehen warum Licht überhaupt ein zentrales Thema ist.

00:03:04: Denn das Problem in der modernen Welt ist meistens nicht dass wir kein Licht haben.

00:03:09: Das Problem ist eher Wir bekommen das falsche Licht zur falschen Zeit In der falschen spektralen Zusammensetzung.

00:03:18: Viele Menschen bekommen morgens zu wenig echtes Licht, tagsüber zu wenig natürliches Vollspektrum-Licht und abends zu viel künstliches Licht.

00:03:28: Sie starten im Halbdunkeln, fahren im Auto zur Arbeit, sitzen in Innenräumen mit weniger Lichtintensität und sehen tagsüber kaum echtes Tageslicht.

00:03:39: Und abends passiert dann genau das Gegenteil.

00:03:41: Dann haben wir viele Deckenlampen, wir haben Medien wie Fernseher, Laptops, Smartphones und helles künstliches Licht zur falschen Zeit.

00:03:52: Und das bedeutet dann biologisch, dass tagsüber zu wenig Aktivierung stattfindet abends zu viel Tagessignal ausgesendet wird.

00:04:02: wir bekommen eine schlechte Rhythmik also einen veränderten zirkadianen Rhythmus.

00:04:06: Das kann sich auf den Schlaf auswirken geringere zirkadiane Stabilität.

00:04:14: Und genau deshalb oder allein schon deswegen ist Lichttherapie kein Randthema, denn wenn man Licht nicht wirklich versteht und ernst nimmt, versteht man einen zentralen Teil der modernen Dysregulation eigentlich nicht.

00:04:29: Also bevor wir über Lichttherapie sprechen gehen wir diesen Schritt zurück.

00:04:34: Licht die meisten können sich an Ihren Physikunterricht noch erinnern ist elektromagnetische Strahlung Und diese Strahlung, das habe ich eingangs schon gerade erwähnt und unterscheidet sich durch ihre Wellenlänge.

00:04:47: Und genau diese Wellenlinge entscheidet darüber wie energetisch das Licht eigentlich ist, wie tief es beispielsweise in Gewebe eindringen kann und welche biologischen Strukturen überhaupt damit interagieren können.

00:05:00: Ganz grob eingeteilt!

00:05:01: Es gibt kurze Wellenlingen.

00:05:04: Diese Teile des Lichtspektrums sind energiereicher und es gibt lange Wellenlängen, die sind energierärmer aber oft tiefer eindringend oder auch biologisch anders wirksam.

00:05:16: Das schauen wir uns noch mal an!

00:05:18: Es gibt wenn wir über Licht sprechen nicht nur das sichtbare Licht also weißes Licht oder bestimmte Lichtfarben sondern es gibt da auch unsichtbare Teile.

00:05:28: von daher können den Teil dieser elektromagnetischen Strahlung in fünf verschiedene Bereiche einteilen.

00:05:37: Das ist zum einen die UV-Strahlung, die teilt sich ein in die UVC, in die UVB und die UVA-Stahlung.

00:05:44: Dann haben wir das was wir in den Wellenling als sichtbares Licht beschreiben würden also verschiedene Farben oder das gesamte Farbspektrum von eher Violetten, bleulichen Tönen bis hin zu dann orange-roten Töne.

00:06:01: und dann haben wir noch einen weiteren Bereich.

00:06:03: den kennen viele auch.

00:06:05: Das ist ein Wellenlängenbereich den wir dem Infrarotbereich zuordnen.

00:06:10: Die Farbe selbst ist physikalisch nichts anderes als eine spezifische Wellenlinge in einem Bereich Und diese unterschiedlichen Wellenlingen haben auch unterschiedliche physikalische Reize Und deshalb machen sie biologisch auch nicht dasselbe bei uns im Organismus.

00:06:29: Wenn wir uns jetzt überlegen, wie Lichtbiologisch auf dem menschlichen Organismus wirkt, macht es das eigentlich in drei unterschiedlichen Bereichen.

00:06:37: Der erste und wahrscheinlich bekannteste Bereich den wir kennen ist das Thema als Zeitsignal-Licht als Zeitzignal.

00:06:47: Es könnte man auch als eine der wichtigsten Ebenen beschreiben was wir aufnehmen über unsere Augen, trifft auf unseren Netzhaut und diese wird dort nicht nur zum Sehen verarbeitet.

00:06:57: Also dass wir irgendetwas erkennen können oder erkennen das es hell- oder dunkel ist.

00:07:02: Nein!

00:07:02: Das Signal des Lichtes wird weiterverarbeitet.

00:07:06: ein Teil dieser Wellenlängen geht quasi direkt an unsere innere Uhr im Gehirn.

00:07:11: Diese innere Ur nennen wir Supra-Jasmatischen Nucleus.

00:07:14: den finden wir in Hypothalamus Und dort wird letztlich die Frage beantwortet Wie spät ist es biologisch eigentlich?

00:07:22: Also die Informationen des Lichtes, die auf diesen suprachiasmatischen Nukleostreffen sorgen dafür dass verschiedene Gene abgespielt werden und es werden verschiedene Signale aktiviert.

00:07:34: zum Beispiel Stresshormone wie Cortisol werden ausgeschüttet.

00:07:37: Unsere Wachheit wird gesteuert Die Körpertemperatur die Tagesrhythmik wird quasi eingeleitet bleibt das Licht aus wenn diese Gene nicht mehr abgespielt in Folge dessen eher Melatonin produziert, also unser Schlafhormon.

00:07:52: Das bedeutet Licht ist der wichtigste Taggeber für unseren Organismus.

00:07:58: Darüber hinaus ist Licht ein Neuroendocrimesiginal.

00:08:02: Wenn Licht die innere Uhr beeinflusst dann beeinflußt es auch automatisch unsere Stimmung und Konzentrationsfähigkeit unserer Aktivierung.

00:08:13: mentale Energie wenn Licht ausbleibt auch abnimmt im Laufe des Tages, dann beeinflusst es logischerweise auch unsere Schlafqualität und damit unsere Regenerationsfähigkeit.

00:08:25: Deshalb ist zu wenig Licht am Tag nicht einfach nur etwas Banales.

00:08:31: Es hat wirklich Auswirkungen auf den ganzen zykerdianen Rhythmus und potenziell auch auf unseren Schlaf, auf unser Energielevel über den Tag.

00:08:39: Und zu viel Licht am Abend umgekehrt ist ebenfalls nicht banal.

00:08:43: ist es unter Umständen so, dass wir nicht mehr gut einschlafen oder nicht gut tief schlafen können.

00:08:49: Licht beeinflusst aber nicht einfach nur die Psyche, Licht beeinflusst die biologischen Bedingungen unter denen unsere Psychen wirklich funktionieren kann.

00:09:00: und dann gibt es noch eine dritte Ebene wo Licht wirken kann und das ist eher lokaler oder lokal auf bestimmte Gewebe.

00:09:09: hier verlassen wir jetzt das Thema der Bio-Rhythmik, des Zylkardianenrhythmus und gucken uns eher an wo Licht lokal in Geweberregionen ansetzen kann.

00:09:20: Zum Beispiel im Bereich der Haut oder oberflächennage Webe von Organen.

00:09:25: Oder wenn wir über entzündliche Prozesse sprechen oder ausbleibende Wundheilung zelluläre Stress antworten.

00:09:32: hier sprechen wir dann über andere Lichtfrequenzen nicht die des sichtbaren Lichts Ende des Spektrums als z.B.

00:09:42: Rotlicht oder dann nahe Infrarotlicht, aber auch in die andere Richtung.

00:09:47: UV-Strahlung könnte hier interessant sein und im sichtbaren Bereich durchaus auch LED basierte Lichtanwendungen in bestimmten Farbspektren, die durchaus auch nochmal interessant sind, die quasi lokal auf einige Webstruktur angebracht werden und dementsprechend sich der sogenannten Lichtmedizin unterordnen und dementsprechend potenziell in der Therapie mit eingesetzt werden können.

00:10:15: Der entscheidende Punkt ist, wenn wir uns die Biologie des Lichts eigentlich einmal anschauen was Licht bei uns im Körper macht dann sehen wir Licht nicht nur Wir messen damit die Zeit.

00:10:27: Es ist quasi ein Taktgeber.

00:10:30: Neben den Stäbchen und Zapfen gibt es in der Netzhaut spezielle Zellen Und diese Zellen nennt man Melanopsinhaltige, intrinsisch-fotosensitive retinale Ganglienzellen.

00:10:44: Gut dass wir die einmal erwähnt haben und diese Zellen sind nicht primär fürs Sehen gedacht.

00:10:49: Ihre Aufgabe ist viel mehr Licht als biologisches Zeitsignal zu erfassen und dann quasi diese Information an die innere Uhr weiterzuleiten.

00:10:59: Und sie reagieren besonders empfindlich auf kurzwelliges Licht mit einem Empfindlichkeitsmaximum um etwa vierhundert achtzig Nanometer, also diese Wellenlänge.

00:11:11: Und dieser Bereich können wir grob als blau-syranes Licht bezeichnen.

00:11:17: und genau deshalb hat Blauhaltiges Licht so starke biologische Effekte.

00:11:23: es sorgt dann für oder steigert die Wachheit.

00:11:28: Es unterdrückt die Melatoninproduktion und es kann, je nachdem wann das am Tage angewendet wird, die zykerdiane Rhythmik verschieben.

00:11:36: Und dass ist gleichzeitig einmal nützlich wenn wir unseren Biorhythmus beeinflussen wollen oder Wachhalt mit Licht erzeugen wollen aber eben auch problematisch wenn es zu spät kommt.

00:11:49: Morgens ist der Effekt biologisch total sinnvoll.

00:11:52: Am Abend ist genau derselbe Effekt oft Ein Problem, der Fehler ist also nicht das blaue Licht.

00:11:58: Der Fehler ist eher der Zeitpunkt, wann das Licht auf unser Auge trifft.

00:12:04: Wenn wir uns unterschiedliche Lichtfarben anschauen, ist es auch noch mal ein sehr spannendes Phänomen denn wenn man Licht etwas vereinfacht biologisch einordnet dann kann man tatsächlich sagen unterschiedliche Lichtfarben senden im Körper unterschiedliche Informationen.

00:12:21: Das Blauhaltige Licht hatten wir gerade schon gesprochen.

00:12:23: Es ist kurzwellig und es signalisiert dem Organismus, dass es Tag ist das Aktivität stattfinden soll.

00:12:30: Es signalisiert auf der Ebene quasi Wachheit Aufmerksamkeit und Leistungsbereitschaft.

00:12:36: Deshalb kann man blauhaltiges Licht morgens und tagsüber sinnvoll einsetzen.

00:12:42: Es unterstützt Aktivierung Fokus Tageswachheit Und auch die zirkane Stabilität, die damit gesichert werden kann.

00:12:50: Und abends kann genau dasselbe Licht dagegen des Einschlafen erschweren, die Melatoninausschüttung verzögern.

00:12:57: Den Körper weiterhin auf Tagmodus schalten.

00:13:02: Wenn wir weiter schauen, helles weißes Licht also Tageslicht ist vor allen Dingen gemeint.

00:13:07: echtes Tageslicht nicht aus Lampen stammend.

00:13:11: Ist ebenfalls ein starker Zeitgeber.

00:13:13: da haben wir auch die blauen Lichtanteile mit integriert.

00:13:17: Es ist ein Synchronisation-Signal für unsere innere Uhr und dementsprechend auch ein Tagesaktivierungssignal oder ein Taktgeber.

00:13:26: Und beeinflusst unsere Stimmung, Energielevel, Schlafqualität und mentale Klarheit.

00:13:33: Deswegen fühlen sich Menschen häufig mit echtem Tageslicht oder dem Morgenlicht klarer, wacher Fokussierter – das kennt man in den Wintermonaten, die wir jetzt ja Gott sei Dank verlassen haben.

00:13:44: dass wenn es jetzt morgens wieder heller ist, das sich auch positiv auf unsere Psyche und auf unsere Wachheit, auf unsere Fokussiertheit mit auswirken kann.

00:13:52: Neben den hellen Lichtern – dem Tageslicht aber auch den kurzwelligen blauen Licht gibt es natürlich auch noch warme Lichtfarben, Orange oder Rotanteile die ebenfalls wichtig sind.

00:14:06: Je weiter wir in den längerwelligen sichtbaren Bereich gehen, also Richtung Gelb, Orange und Rot, desto geringer wird im Schnitt der starke Melanopsin vermittelte Aktivierungsreiz.

00:14:19: So verlassen wir das Licht – man erkennt es ja in der Lichtfarbe – zeigt es uns.

00:14:24: wenn wir dieses Licht am Abend haben dann wirkt es sich für uns oft angenehmer aus.

00:14:29: Es ist weniger störend!

00:14:30: Wir müssen die Augen nicht zusammen kneifen.

00:14:32: Es ist subjektiv für viele Menschen deutlich beruhigender, warme Lichtanteile gelblich orange Rotanteile im Licht drin zu haben.

00:14:44: Das heißt nicht dass Rotes Licht automatisch entspannt oder orange automatisch heilt.

00:14:50: Es bedeutet vor allem, dass dieses Licht im Vergleich zu blauhaltigem Licht oft weniger stark das Signal vermittelt.

00:14:57: jetzt ist Tag, jetzt ist Aktivierung also kommt man am Abend durch dieses warme Licht eher zur Ruhe und es ist biologisch durchaus sinnvoller.

00:15:07: Die Frage, die man sich stellen kann fehlt in unseren modernen Innenräumen heute biologisch relevantes Licht oder relevante Teile des Lichtspektrums.

00:15:19: Und ja wir können sagen dass unsere heutige Lichtumgebung häufig biologische Unvollständig ist.

00:15:26: warum?

00:15:27: Weil natürliche Sonnenlicht ein Vollspektrom reiz ist.

00:15:31: hier haben wir wirklich im gesamten Licht das komplette Farbspektrum mit enthalten.

00:15:37: Das ist sehr intensiv, es ist dynamisch Es ist aber vor allen Dingen tageszeitabhängig Aber spektral von den Farben bereit aufgestellt.

00:15:48: Viele moderne Innenraum-Lichtquellen sind es aber nicht.

00:15:52: Wir verbringen viel Zeit in Lichtumgebungen die biologisch eher auf funktionelle Sehen optimiert sind.

00:15:59: physiologische Regulation.

00:16:01: Und das bedeutet nicht automatisch, dass jeder Mensch einen Rotlichtmangel beispielsweise hat aber es bedeutet sehr wohl.

00:16:08: wir leben oft in Lichtumgebungen die unserem Organismus zu wenig biologisch vollständige Informationen des Lichtes mitgeben und das ist wahrscheinlich eine der zentralen Gründe warum Lichttherapie heute überhaupt so relevant geworden ist.

00:16:23: Und deshalb gucken wir uns mal verschiedene Bereiche an und schauen uns mal an, wie Licht in der Therapie angewendet wird.

00:16:30: Die am besten belegte Form der Lichttherapie ist die sogenannte Bright Light Therapy oder Hell-Lichttherapies.

00:16:40: Hier geht es nicht um irgendwie nur helles Licht als Wellness Anwendung oder um ein Ambiente das ich versuchen möchte zu erzeugen.

00:16:49: hier geht es um ein gezielt dosiertes Zeitsignal am Auge.

00:16:54: Am besten untersucht ist das bei verschiedenen Erkrankungen, z.B.

00:16:58: saisonalen Depressionen aber auch bei Störungen des Tag-Nachtrhythmus und teilweise auch bei Schlafphasenverschiebungen oder Veränderung im Schlaf.

00:17:11: Typischerweise wird diese Bright Light Lamp also eine Tageslichtlampe angewendet bei einer bestimmten Lichtintensität nämlich Zehntausend Lux für etwa zwanzig bis dreißig Minuten und am besten am Morgen, vielleicht auch direkt nach dem Aufstehen oder kurze Zeit danach.

00:17:30: Und hier ist wichtig nicht dass die Lampe an sich wirkt sondern das die Lichtdosis dann auch tatsächlich das Auge erreichen kann.

00:17:39: also es ist wichtig dass man nicht zu weit im Abstand ist die Dauer auch mit eingehalten wird und man es logischerweise auch regelmäßig durchführen kann.

00:17:47: Die Lampen bringen einem biologisch wenig, wenn sie irgendwo weit im Raum entfernt steht und einfach nur angeschaltet wird.

00:17:54: Hier geht es also wirklich um eine gezielte therapeutische Anwendung morgens als tages Lichtersatz.

00:18:01: das ist vor allen Dingen deswegen auch bei saisonalen Depressionen geeignet in den Wintermonaten gedacht.

00:18:07: aber wenn ich regelmäßig Licht zuführen möchte und damit einen positiven Effekt auf Wachheit kann ich das gezielt am Morgen durchaus mit verwenden.

00:18:22: Wichtig ist aber auch, es ist sinnvoll es morgens zu tun und dieses helle Licht bei dieser hohen Lichtintensität nicht abends einzusetzen.

00:18:31: So verändern wir das Lichtspektrum mal etwas und verlassen den Bereich.

00:18:35: dann lasst uns hier an der Stelle einmal über Rotlicht Ebenfalls ein spannendes Thema, was gefühlt in der letzten Zeit sehr stark gehypt ist und wo viel darüber gesprochen wird.

00:18:50: Und ja man kann klar sagen es ist biologisch auch wirklich spannend, was diese Lichtwellenlängen mit uns im Körper machen können oder was sie bewirken können.

00:19:03: Wir sprechen von einem Effekt, der sich Fotobiomodulation nennt.

00:19:09: Das bedeutet vereinfacht, dass das Licht gerade im Spektrum vom Rotlicht und Nahen vor Rotlicht genutzt wird um zelluläre und gewebliche Prozesse biologisch zu modulieren.

00:19:20: Das ist etwas völlig anderes als die Helllichttherapie, also diese Tageslichtlampen zur zykerianen Lichtsteuerung.

00:19:29: Hier geht es nicht primär um die innere Uhr sondern um lokale Lichteinflüsse auf Gewebestrukturen und die Interaktion, also die Fotobiomodulation.

00:19:40: Und typischerweise geht es dabei um Rotlicht, Nahenfahrrotlicht in definierten Wellenlängen, die auch typischerweise dann untersucht werden.

00:19:49: Auch definierte Dosierungen also wie lange ist die Einwirkzeit über viele Minuten oder Stunden?

00:19:54: und was erreicht werden soll sind gezielte Gewebseffekte.

00:19:58: Diskutiert werden dabei unter anderem Effekte auf unsere Müttheonrien.

00:20:04: es wird und wurde auch schon gezeigt dass das eindringende Licht gerade der Infrarotstrahlung tiefer in das Gewebe wirklich eindringen kann und in diesem Bereich Energie quasi abgeben kann im Bereich der Elektronentransportkette, und somit quasi besser und effizienter Energie produziert werden kann.

00:20:26: Es beeinflusst Redoxiginalwege, es beeinflußt die Stickstoffmonoxidproduktion, die celluläre Stressantwort und auch eben die cellulaire Regeneration- und Entzündungsmodulation.

00:20:41: Wichtig ist aber, dass diese Fotobiomodulation auf der einen Seite ein biologisches Forschungsfeld ist.

00:20:47: Gefühlt populär aber gerade aufgegriffen wird und es sehr simpel runtergebrochen wird im Sinne von kauf dir eine Rotlichtlampe oder eine Infrarotmaske oder ähnliches und du hast sofort mehr Energie in deinen Zellen oder eine bessere Regeneration.

00:21:04: das ist im Moment eher vereinfacht ausgedrückt Wenn man da ganz sauber ist, ja bestimmte Wellenlängen können zelluläre Signalwege modulieren.

00:21:14: Und das ist definitiv wissenschaftlich spannend aber es ist nicht automatisch gleichzusetzen dass das dann klinisch bewiesen ist und so wirklich funktionieren kann.

00:21:24: in dem Rotlichtbereich sind Wellen Längen interessant in einem Spektrum von sechshundert, zwanzig bis siebenhundert Nanometer und der Nahinfarot-Bereich sind Bereiche zwischen sieben hundert bis tausend einhundert nanometer.

00:21:38: Das ist das was man häufig findet.

00:21:41: natürlich gibt es immer wieder in Forschungsbereichen dann genau das im achthundert achthundzehn Nanometer Bereich die typischerweise Wellenlängen die untersucht werden.

00:21:51: hier gilt grob rotes Licht ist eher für Oberflächen nahe Gewebeplausibel und die Nahinfarotstrahlung trinkt tendenziell tiefer ein.

00:22:00: Eine längere Wellenlänge kann tiefer in das Gewebe eindringen, ist daher eher bei den Themen rund um Muskulatur tiefer liegende Strukturen aber auch interessant für bestimmte neurologische Forschungsfelder.

00:22:13: insgesamt wirklich sehr plausibel erst mal So, aber neben der Wellendänge ist natürlich zusätzlich wichtig die Dosis.

00:22:21: Die Anwendungsdauer, die Leistungstichte, der Abstand wie die Strahlung auf die Haut dann eben auftreffen kann, die Dauer und auch das Zielgewebe.

00:22:32: Und es gibt sicherlich viel Unsinn was alles so mit einer Rotlichtlampe oder in Verrot-Strahlung passieren könnte.

00:22:40: Viel muss noch dran geforscht werden, aber definitiv ein spannendes Feld.

00:22:44: Ebenfalls spannend.

00:22:46: LED-Lichttherapie.

00:22:48: Hier geht es darum, dass spezifische LEDs sinnvoll in Bereichen der Dermatologie mit eingesetzt werden können.

00:22:56: Wir kennen die Themen rund um Acne beispielsweise oder oberflächliche Hautprobleme.

00:23:01: Es gibt bestimmte ästhetisch-dermatologischen Anwendungen in diesem Bereich.

00:23:06: Hauptsächlich finden wir hier Lichtspektren eher im blauen Lichtbereich, kombiniert aber gerne auch blaue und rote Lichtspektern.

00:23:14: Das ist durchaus auch ein relevantes Feld, ein spannendes Feld, aber man muss hier klar sagen dass die Datenlage uns nicht abschließend sagt das man ausschließlich LED-Licht für die Hautprobleme quasi mit anwenden kann.

00:23:29: Gefärbtes Licht in Räumen Zur Stimmungsbeeinflussung ist durchaus nochmal ein spannender Aspekt, aber weniger hier.

00:23:37: dann im Bereich der Therapie.

00:23:39: So wo wir noch mal ganz klar in die Therapie eindringen, ist in kürzeren Wellenlängen wenn wir über UV-Licht sprechen.

00:23:47: das ist relativ klar.

00:23:49: Ehrlicherweise es ist so eine der klassischen Formen der Lichtmedizin gerade im dermatologischen Bereich.

00:23:55: Hier haben wir wirklich eine biologische Wirksamkeit und wir wissen auch, UV-Licht kann auch schädlich sein.

00:24:14: UVB-Strahlung ist nicht nur medizinisch relevant, sondern auch biologisch notwendig.

00:24:19: Warum?

00:24:20: Das wissen die meisten, weil UVB Strahlung für die körpereigene Vitamin DIII-Synthese in der Haut erforderlich ist.

00:24:27: Dabei wird in der Haut ein Cholesterinvorläufer das sogenannte Dehydrocholesterol durch die UVB Strahlung in Prävitamin DIII umgewandelt aus dem dann anschließend Vitamin D-III entstehen kann.

00:24:41: Und das bedeutet, ohne UVB-Strahlung gibt es keine physiologische, kutane Vitamin D III-Synthese.

00:24:49: Wichtig ist aber, dass heißt nicht, dass jede UV-Exposition automatisch gesund oder therapeutisch sinnvoll ist.

00:24:55: Denn wir wissen, UVB Strahlung ist biologisch wirksam und genau deshalb kann es nützlich und schädlich zugleich sein wenn die Intensität zu hoch ist.

00:25:06: Auch hier gilt nicht viel hilft viel, sondern die Dosis ist wichtig.

00:25:10: Die Fläche der Hauttypus und der Kontext entscheidet natürlich auch in welcher Situation ich mich dem natürlich aussetze.

00:25:19: aber uvb-Strahlung in der Therapie ist ebenfalls eine Anwendung die wir kennen und die angewendet wird.

00:25:26: uns gehört eben auch mit zur Fototherapie.

00:25:29: Besonders relevante sind der Medizin die Schmalband UVB Anwendung im Bereich von etwa dreihundert, elf bis dreihundertreizehn Nanometern und das ist medizinisch gut etabliert vor allem bei Erkrankungen wie Psoriasis oder atopischer Dermatitis oder Vitiligo.

00:25:47: hier wirkt die Strahlung unter anderem immunmodulatorisch antiproliferativ und zeigt dann quasi gezielte Veränderungen in der Haut.

00:25:56: Und dann gibt es noch einen spannenden Bereich, die sogenannte Fotodynamische Therapie.

00:26:02: Das ist ein weiteres spannendes Verfahren.

00:26:04: hier werden nämlich Wirkstoffe aufgetragen auf eine Hautregion beispielsweise die Licht empfindlich reagieren.

00:26:13: diese werden dann quasi im Nachgang mit Licht bestrahlt um krankhafte Zellen zuschädigen.

00:26:20: Und es wird auch typischerweise angewendet in der Dermatologie, bei Kreatosen beispielsweise oder bei oberflächlichen präkanzerösen Veränderungen.

00:26:30: Auch das gehört quasi noch mit hinzu.

00:26:34: Licht kann also wirklich Teil der Therapie und der Medizin sein aber nur dann wenn Wellenlänge, Dosis- und Indikation sauber zusammenpassen.

00:26:43: So ein paar konkrete Empfehlungen was dann wirklich Sinn macht, noch einmal zusammengefasst.

00:26:48: Gerade bei dem Thema wie eben erwähnt saisonalen Depressionen, da hilft uns die Bright Light Lamp, die Helllichttherapie am Morgen typischerweise mit Zehntausend Lux für zwanzig bis dreißig Minuten in keinem zu großen Abstand diese Lampe aufzustellen.

00:27:05: Bei einem verschobenen Schlafrhythmus macht es Sinn auch morgens helles Licht zu verwenden und abends konsequent Licht zu reduzieren.

00:27:17: Bei allgemeiner Müdigkeit, auch hier kann man die Tageslichtlampe oder helles Licht verwenden.

00:27:23: Man kann aber erst mal jetzt gerade in diesen Monaten, die kommen mit Tageslicht am Morgen beginnen und nicht sofort sich ein Tageslichtlampen zulegen – das ist durchaus möglich!

00:27:34: Wenn man es in den Wintermonaten macht, kann es durchaus eine sinnvolle Unterstützung sein.

00:27:39: Bei ACNA, wie eben angesprochen, gibt es interessante Untersuchungen mit Blick auf LED-basierte Verfahren.

00:27:45: Die können vielleicht sinnvoll sein, aber es braucht definitiv noch mehr Forschung in diesem Bereich.

00:27:51: Bei lokalen Problemen wie bei Wundheilung oder Muskelregeneration Da könnte wirklich das Thema Rotlicht und Nahinfarot sehr spannend sein, und ergänzend in die Therapie mit integriert werden.

00:28:04: Aber – und das ist auch noch mal wichtig zu erwähnen – so spannend das Klingen mag uns, so spannend solche Masken oder bestimmte Panels aussehen, die man sich so zulegen kann ein reines Wundermittel ist auch diese Lichtwellenlänge nicht!

00:28:20: Am Ende braucht es sowieso nicht unbedingt Geräte dafür.

00:28:24: Die wichtigsten Alltagsinterventionen bleiben trotzdem erstaunlich banal.

00:28:29: Morgens mehr Licht in den Tag reinzubringen, am überden Tag hinweg auch mittags beispielsweise sich dem natürlichen Tageslicht eher mal auszusetzen und etwas Licht in die Augen zu bekommen und abends dann weniger helles Licht verwenden – eher Wellenlängen, die in einem Gelb.

00:28:50: Orang-roten Bereich reingehen und vielleicht sowieso nicht die höchste Lichtintensität am Abend.

00:28:57: Das ist oft schon der größte Hebel, den wir überhaupt haben!

00:29:01: Wenn man sich mit Lichttherapie sauber auseinandersetzt dann wird schnell klar, Licht ist kein Nebenschauplatz.

00:29:08: unser wichtigster Taktgeber von unserem Biorhythmus.

00:29:11: Licht ist ein Hormonsignal, ist ein neurobiologischer Modulator und je nach Wellenlänge sogar ein lokaler therapeutischer Reiz den wir einsetzen können und genau deshalb lohnt es sich bei diesem Thema präzise zu sein Denn nicht jedes Licht macht das selbe, nicht jede Lampe ist Therapie und nicht jeder biologische Effekt ist automatisch klinisch relevant.

00:29:34: Die eigentliche Frage lautet also nicht welche Lampe die beste sondern welche Längen welche in welcher Dosis zu welchem Zeitpunkt für welche Indikation ist genau richtig für mich oder auch meine Patienten?

00:29:47: Und genau dort beginnt die wissenschaftlich saubere Lichttherapie diese Podcast-Episode.

00:29:57: Ich hoffe, dass ich ein paar spannende Fakten zum Thema Licht und Lichttherapie mitgeben konnte, das klar geworden ist wie Licht biologisch auf unseren Körper wirkt.

00:30:06: Ich hoffe, dass ihr das eine oder andere neue zum Thema Licht und Licht Therapie mitnehmen konntet, dass euch das einigermaßen einordnen konnte, wie die Datenlage aktuell aussieht was funktioniert und was spannend sein könnte.

00:30:21: Wir freuen uns, wenn ihr unseren Podcast abonniert und uns auch eine Bewertung da lasst.

00:30:27: Ihr könnt uns gerne einen Kommentar unter diese Episode schreiben!

00:30:31: Und ich freue mich immer darüber, wenn er die Episode teilt mit Menschen, die sich eben auch für das Thema Licht- und Lichttherapie interessieren könnten.

00:30:38: Ich freu' mich, wenn wir uns zur nächsten Episode im Paracelsus Lab wieder hören – und wünsche euch alles Gute!

00:30:46: Revolutionäre Perspektiven auf Gesundheit und Krankheit.

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