Geerbte Angst: Wie Trauma über Generationen weiterwirkt (Elke Schuster)

Shownotes

„Was eine Generation nicht verarbeiten kann, wirkt oft in der nächsten Generation weiter.“ Trauma entsteht nicht allein durch belastende Erfahrungen, sondern dann, wenn ein Ereignis das System so stark überfordert, dass es nicht integriert werden kann. Die Folgen können bestehen bleiben und sich sogar über Generationen hinweg fortsetzen.

In dieser Episode PARACELSUS LAB spricht Podcast-Host Matthias Baum mit Elke Schuster, Studienleiterin der Paracelsus Gesundheitsakademie in Mönchengladbach, über Trauma, Kriegserfahrungen und transgenerationale Prägungen.

Unverarbeitete Belastungen verschwinden nicht, sie verändern ihre Form. Sie zeigen sich in Mustern, Stressreaktionen und einem veränderten Erleben von Sicherheit und Beziehung. Anhaltende Anspannung, diffuse Ängste oder ein erhöhtes Stressniveau können Ausdruck von Erfahrungen sein, die nicht in der eigenen Biografie begonnen haben, sondern in der Familiengeschichte.

Die systemische Aufstellungsarbeit setzt genau hier an. Sie macht verborgene Dynamiken sichtbar: emotionale Bindungen, unausgesprochene Loyalitäten und übernommene Muster. Beziehungen werden räumlich dargestellt, innere Prozesse externalisiert und damit erfahrbar gemacht. So entsteht Zugang zu Themen, die sich rein kognitiv oft nicht erschließen lassen. Veränderung beginnt dort, wo emotionale und körperliche Ebenen einbezogen werden.

Welche traumatischen Erlebnisse tragen viele Menschen in sich, ohne den Ursprung zu kennen? Wie entstehen Reaktionen, die nicht zur eigenen Lebensgeschichte passen? Und was verändert sich, wenn das Unsichtbare sichtbar wird?

Antworten direkt aus dem PARACELSUS LAB.

Ein ALL EARS ON YOU Original Podcast.

Transkript anzeigen

00:00:00: Wenn die Aufstellung zu Ende ist, sage ich wirklich dem Klienten.

00:00:04: Ihr müsst nichts mehr tun!

00:00:05: Wir haben jetzt hier aufgeräumt.

00:00:08: wir haben eine gute Lösung gefunden miteinander.

00:00:12: ihr geht jetzt nach Hause und guckt nur was passiert.

00:00:17: Paracelsus Lab Revolutionäre Perspektiven auf Gesundheit und Krankheit der Podcast

00:00:28: Mit Matthias Baum.

00:00:31: Ein kleiner Hinweis vorab.

00:00:33: In dieser Folge sprechen wir über Trauma, Kriegserfahrung und belastende familiäre Muster über Generationen hinweg.

00:00:41: Wenn dich solche Themen aktuell stark belasten hört die Folge bitte nur dann an wenn es sich für dich gut anfühlt.

00:00:48: Hallo Menschen willkommen zu einem neuen Parazelsus Lab Podcast Über ein Thema das Zum einen viele betrifft, viele beschäftigt und naja erst mal auch ein Wort in den Raum stellt was häufig verwendet wird.

00:01:01: Und wir wollen versuchen das einmal einzurordnen.

00:01:03: Das Wort Trauma oder Trauma grundsätzlich darüber wollen wir heute sprechen.

00:01:09: aber was bedeutet das eigentlich wirklich?

00:01:12: Trauma ist nicht einfach nur eine schwierige Erfahrung.

00:01:15: Ein Trauma entsteht dann, wenn ein Mensch etwas erlebt das ihn so stark überfordert bedroht oder erschüttert dass sein System es in diesem Moment nicht mehr ausreichend verarbeiten kann.

00:01:26: Das kann zum Beispiel Kriegserfahrung sein Gewaltverlust Flucht aber auch Missbrauch oder verschiedene emotionale Überforderungen.

00:01:36: Und das Entscheidende ist, ein Trauma endet nicht immer mit dem Ereignis selbst.

00:01:39: Es kann Spuren hinterlassen im Nervensystem, im Erleben von Sicherheit in Beziehung, im Körper und im Umgang mit Stress.

00:01:48: Manchmal wirken diese Spuren nicht nur in einem einzelnen Menschen weiter sondern in ganzen Familien über Generationen hinweg.

00:01:55: Aber wie genau zeigt sich das?

00:01:57: Was tragen wir möglicherweise weiter, ohne es zu wissen und wie kann man solche Muster überhaupt sichtbar und veränderbar machen.

00:02:04: Genau darüber spreche ich heute mit Elke Schuster eine Expertin auf diesem Gebiet.

00:02:09: Sie ist Studienleiterin der Paracelsus Gesundheitsakademie in München-Klatbach Und wir sprechen mit ihr über dieses Thema auch über persönliche Erfahrungen Traumata und darüber, wie man systemische Aufstellungsarbeit anwenden kann oder wie es vielleicht auch dabei helfen kann diese Dynamiken besser zu verstehen.

00:02:28: Und damit Elke schön dass du da

00:02:30: bist.

00:02:31: Ja hallo Matthias!

00:02:32: Elke bevor wir in dieses Naja ich habe jetzt gerade glaube ich in der Einleitung schon gesagt auch dieses große und komplexe Thema einsteigen was wir wahrscheinlich heute nicht schaffen der Komplexität auch wirklich so gesammtsichtbar zu machen.

00:02:46: Aber ich würde gerne den Weg etwas anders starten und nicht mit irgendeiner theoretischen Definition beginnen wollen, sondern – und so haben wir im Vorgespräch auch dazu gesprochen – erstmal auch mit der persönlichen Komponente und vielleicht auch dein Blick und deine eigene Geschichte auf das Thema Trauma in der Familie, was dich sicherlich geprägt hat, was du mir schon in Ansätzen berichtet hast was deinen beruflichen Weg auch mitgestaltet hat.

00:03:15: Also vielleicht gibst du uns da vorab einen ersten Einblick?

00:03:19: Ja, sehr gerne!

00:03:21: Ich will sprechen heute aus dem Nähkästchen.

00:03:24: Das hat dich mir überlegt.

00:03:25: Genau ich lass euch ein Teil haben an meiner Geschichte tatsächlich ... Ich bin ein Dorfkind.

00:03:33: Bin tatsächlich auf den Dorf groß geworden in einem Elternhaus eben mit Opa Oma und Papa Mama in einem Haus.

00:03:42: Ich selbst hab keine Geschwister.

00:03:44: Und meine Großeltern waren natürlich Kriegs-Kinder, beziehungsweise ... Meine Mutter ist im Krieg jahrgang, neununddreißig mit dem Krieg groß geworden und mein Vater ist jahr gang vierunddreißig.

00:03:58: Dementsprechend haben die als Kinder den Krieg miterlebt.

00:04:02: Und miterlebte insofern emotional miterleben.

00:04:06: Mein Vater glaube ich ein wenig ... gemäßig da, weil er schon etwas älter war.

00:04:13: Und meine Mutter war eben aber ein kleines Mädchen.

00:04:16: Der sprach noch nicht so arg mächtig ... Aber emotional natürlich hat sie das alles miterlebt.

00:04:23: wie viele Ängste ihr Vater hatte die Mutter.

00:04:28: Die haben dann nachher auch in dem Haus mit mehreren Familien gelebt und einfach um diesen Krieg zu überstehen.

00:04:36: Es gab in dem Sinne keine Essensnot Weil das aus dem Dorf war, die waren eben gut versorgt.

00:04:41: Das Schwein lief über den Hof, die Hüter ... Das Kaninchen, das war alles in Ordnung.

00:04:46: und dennoch würde ich aus heutiger Sicht kann ich sagen dass meine Mutter sicherlich eben ein ... traumatisiertes Kind war.

00:05:00: Dieses Traumatisiert hört sich immer so schlimm an, ein Trauma ist ja auch wenn man vielleicht schon, wenn man in der Schule vom Lehrer angemackert wird und die Klasse sich rumdreht zu jemandem auch das kann man tatsächlich ja schon benennen und sagt Oh, das begleitet mich.

00:05:17: Diese eine Situation, ne?

00:05:18: Die begleitet mich so mein Leben lang!

00:05:21: Es sind ja nicht immer nur die ... Wir sprechen gerade über die großen Dinge, Kriegstraumata und so weiter, aber es sind auch die vielen kleinen Dinge, die dazu führen können, dass eben unser Körper unter Stress steht.

00:05:36: Und ähm... Jetzt, weil du auch sagtest deine Geschichte wo du davon vielleicht selbst mit Erfahrung gemacht hast.

00:05:42: Wo es in der ich weiß nicht ob das eine Retrospective ist auf deiner Mutter dass du sagst okay sie war wirklich traumatisiert ist traumatisiert.

00:05:50: Ist vielleicht doch immer noch traumatisiert?

00:05:52: Ist das etwas was dich als Kind schon mit beschäftigt hat?

00:05:56: Ist jetzt ein Blick darauf den du wählen kannst?

00:05:59: Ja, also es ist ein Blick von heute auf damals als Kind selbst.

00:06:04: Wo ich aufgewachsen bin habe ich das natürlich nicht bemerkt.

00:06:08: Ich kannte ja nichts anderes.

00:06:09: Es war einfach ... Das war so und meine Mutter möchte ich sagen dass sie ein sehr ängstlicher Mensch war.

00:06:19: Sie hat eigentlich vor allem ist übertrieben.

00:06:23: Aber sie hat vor sehr, sehr vielen Dingen Angst gehabt auch mit körperlichen Reaktionen.

00:06:32: Man kennt ja diese Rede der Angstschweiß.

00:06:35: Mein Mutter hat viel geschwitzt wenn irgendeine schlimme Sitte oder eine neue Situation auf die Zug kam dann war sie wirklich ... Ja, Veraufregung schwitzte sie und alles was irgendwie neu war machte ihr Angst.

00:06:52: Und das, obwohl wir ja in diesem Haus wirklich ... In den Sechzigerjahren, ich bin aus den SechszigerJahren, waren wir ja geschützt.

00:07:01: Das war ein geschützter Rahmen.

00:07:03: Mein Vater hatte einen guten Job, meine Mutter war zu Hause und hat den Haushalt usw.

00:07:09: erledigt.

00:07:10: Trotzdem war dieses Thema Angst ein sehr großes Thema Für sie und tatsächlich für mich als Kind auch, weil ich das ja immer gespürt habe.

00:07:20: Wie viel Angst Sie hatte!

00:07:21: Und ich habe es glaube ich als Kind... Also aus heutiger Sicht hab' ich das einfach so übernommen.

00:07:29: Erst mit, ich würd mal sagen, mit zwanzig, fünfundzwanzig Als ich dann schon ausgezogen war, viel mehr auf... Ich muss doch gar keine Angst haben vor so vielen Dingen Wo man mir gesagt hat oder wo ich gefühlt habe, davon muss ich Angst haben.

00:07:46: Das muss ich doch gar nicht.

00:07:47: und dann lernte ich eben, dass ich von meiner Person aus eigentlich gar kein ängstlicher Mensch

00:07:54: bin.".

00:07:54: Also wirklich eine Art Muster, das du übernommen hast?

00:07:58: Etwas was dir vielleicht beigebracht worden ist und ... Ja, definitiv.

00:08:02: Du in deinem Alltag konntest dich reden?

00:08:04: Genau!

00:08:04: Meine Mutter, wenn ich heute so auf einen Satz sie war zusammengesetzt aus Angst.

00:08:11: Ich hatte diesen Auftrag, als ich dann alleine lebte, mich davon frei zu schwimmen.

00:08:17: Und wenn wir das weitergehen jetzt, konntest du das für dich in deinen zwanziger Jahren selbst reflektieren?

00:08:23: Inwieweit hat es auch für dich heute diese eigene Erfahrung damit?

00:08:29: und da wollen wir ja auch drauf schauen ... Du hast eben schon sehr schön gesagt, dass geht nicht nur um die großen Traumata, uns geht es ja heute vor allen Dingen darum, Traumata, die bei einem selbst passieren können.

00:08:44: Und das müssen Dinge sein Erfahrungen, die man in der ... Du hast eben dieses Schulbeispiel genannt und die sich weitertragen können oder einen auch über Jahre hinweg beschäftigen.

00:08:54: Jetzt kommt aber noch so dieser Generationenaspekt mit hinzu also über quasi eine Generation und vielleicht ja auch von deinen Großeltern noch weitergegeben.

00:09:04: Ich weiß nicht wie da deine Erfahrung oder auch deine eigene Recherche in der Biografie stattgefunden

00:09:10: hat?

00:09:10: Ja Ich glaube tatsächlich, dass es so war ... Also meine Mutter ist mittlerweile verstorben vor zwei Jahren.

00:09:18: Ich glaube, das ist so wahr, dass meine Mutter als dieses kleine Mädchen die Angst der Großeltern eben mitbekommen hat, logischerweise mitbekommen hat und dass sich daraufhin ihr gesamtes System ... Dass ich das System gar nicht erholen konnte!

00:09:37: Sie wusste das ja gar nicht, sie wusste es ja nicht einzuordnen.

00:09:41: Weshalb hab ich denn jetzt Angst?

00:09:42: Weshalb hat meine Mutter hier so große Angst, man hat ihr vielleicht erklärt.

00:09:46: Daher wird die Stadt Düren bombardiert.

00:09:51: Meine Mutter erzählte immer ... Sie war mit ihrem Vater dann, als sie stattbombardiert wurde, dann stand Düren in Flammen und meine Mutter stand an der Hand ihres Vaters und hat wirklich auf die Stadt vom Dorf aus geschaut, die dort Lichterloh brannte.

00:10:08: Und das macht ja was mit einem.

00:10:10: Der Großvater hat wahrscheinlich um seine Familie gebannt, um alle ... Um sein Hab und Gut der Beschützer der Familie.

00:10:19: Seine Frau hat sich gedacht wie wollen wir hier weiter leben?

00:10:22: Diese ganzen Ängste hat dann das Kind mitbekommen.

00:10:26: Ich glaube ehrlicherweise dass genau dieses Gefühl vielleicht viele Menschen auch gerade kennen also auch so über die Generation hinweg Vielleicht so etwas erkennt, dass in der Familie oder bei einem selbst irgendetwas in der Biografie, man könnte sagen schlummert.

00:10:43: Was man nicht vielleicht direkt präsent hat aber was im eigenen Verhalten und den eigenen Gefühlen in Ängsten und ähnlichen sich quasi mit ausbreiten würde.

00:10:52: Das Thema wo wir darüber wieder sprechen wollen sind transgenerationale Traumata die entstehen könnten.

00:11:00: Könntest du uns da mal einen Einblick geben was das aus deiner Sicht eigentlich konkret bedeutet?

00:11:05: Im Prinzip sind wir mittendrin, ne?

00:11:08: Weil wir sprechen ja schon die ganze Zeit.

00:11:10: Also das was meine Großeltern im Krieg erlebt

00:11:14: haben ...

00:11:15: Was ich jetzt tatsächlich aus der Sicht meiner Mutter-Seite berichte.

00:11:20: Genau das ist das, was meine Mutter gelebt hat also dieses ängstliche Kind auch und ihr Leben lang immer Angst Und hat es auf mich übertragen.

00:11:35: Ja, und ich hab dann in meinen zwanziger Jahren das halt reflektiert.

00:11:38: Und hab festgestellt ... Das bin ich ja gar nicht!

00:11:43: Ich hatte dann, das hast du eben auch schon so schön gesagt, die Wahl oder anders.

00:11:47: vom Typ her habe ich dann irgendwie Sachen alleine gemacht und Initiative ergriffen.

00:11:54: Da brauch ich ja keine Angst vorzuhaben.

00:11:56: wie komme ich denn dazu?

00:11:58: Dass sich da Angst vorhaben hätte sollen.

00:12:01: Jetzt hat ja das auch deinen eigenen beruflichen Werdegang mitgeprägt, dass du dich genau mit diesen Themen beschäftigst.

00:12:07: Also es ist jetzt nicht nur so, dass wir uns heute hier treffen und du uns deine Geschichte erzählst sondern genau diese Erfahrungen machen andere Menschen.

00:12:16: Gib uns da mal einen Einblick.

00:12:17: wie kann man dieses Thema sich vorstellen?

00:12:21: Auch beruflich in deinem Kontext.

00:12:24: Du sprichst jetzt tatsächlich meine Ausbildung an.

00:12:27: Ich wollte tatsächlich nach dem Abitur psychologisch studieren Und weil das hat mich immer interessiert, wir hatten so viel ... Also in der Schulzeit gab's nicht so viele psychologische Themen.

00:12:41: Aber wir hatten dann doch.

00:12:42: in Fachpädagogik hatten wir den Freut und ich fand es großartig ja!

00:12:47: Ich hab' das Buch verschlungen und gesagt, ah, ich will Psychologie studieren und man hat uns aber davon abgeraten.

00:12:54: oder in der Studienberatung Mensch, das ist ja nur Mathe.

00:12:58: Mathe und Statistik und Physik.

00:13:01: Lass die Finger davon!

00:13:02: Das ist nicht gut, ne?

00:13:03: Ja, gut hab ich mich von beeinflussen lassen und habe darauf gehört... ...und dann habe ich BWL studiert.

00:13:10: Matte.

00:13:11: Matthe und Statistic.

00:13:12: Es war eigentlich gar nicht so schlimm.

00:13:15: Gut bin dann erst mal den ganzen anderen Weg gegangen also in kaufmännische Ausbildung gemacht.

00:13:20: BWl studiert Kaufmenscherausbildungen, Fremdsprachen, Korrespondenz noch.

00:13:24: Achja Genau, dann habe ich geheiratet.

00:13:26: Richtig!

00:13:28: Dann habe ich geheiratete und das war schwierig.

00:13:34: Die Beziehung war schwierig weil ich habe mir natürlich zielsicher auch einen Partner gesucht wo ich das Gefühl hatte oder ich glaube dass macht man auch so dass man sich zu Hause fühlt.

00:13:48: Dieses Zuhause hieß ja für mich in einer Familie zu sein, wo sehr viel Angst herrschte.

00:13:57: Und auch eine anständige Streitkultur und von daher ... Vierzehn Jahre war ich aber tatsächlich verheiratet.

00:14:08: In den letzten Jahren dieser Ehe war das schon sehr anstrengend so dass ich auch in dieser Zeit bereits mir Hilfe geholt habe.

00:14:17: Die Nachbarin war ein Heilpraktikerin, mit der hatte ich sehr viel Kontakt.

00:14:21: Und die sagte dann zu mir eines Tages ... Mensch, geh doch mal mit!

00:14:25: Weil der Arbeiterwohlfahrt da gibt es so einen Zentrum und die machen eine Familie aufstellen.

00:14:29: Das war dann der erste Kontakt.

00:14:32: aus meiner eigenen Not heraus, die auch meine neuen Freundin in Mönchengladbach erzählt hat, berichtet hat von dieser Not raus.

00:14:41: Bin ich dann eben mitgegangen zum Familienstellen?

00:14:43: Ja gut, und dann hat das mich

00:14:44: gepackt.".

00:14:45: Lass uns da gleich noch weitergehen, wie sich das beruflich entwickelt hat.

00:14:48: Aber dieses Thema wollen wir ja genauso mit aufgreifen.

00:14:52: Wenn wir sagen, transgenerationale Effekte und Traumatisierung, die sich wirklich übertragen nicht ... Das gehen wir gerne gleich darauf ein, dass eins zu eins das Trauma aber die Muster das was weitergegeben wird.

00:15:06: Und jetzt sagst du das Thema Familie stellen, Familienaufstellung.

00:15:09: In dem Begriff haben sicher auch schon viele gehört in dieser Begrifflichkeit gerne mal eine Vorstellung, was passiert?

00:15:18: Für viele ist das relativ diffus oder was auch immer damit gemeint.

00:15:23: Was ist Familienaufstellung eigentlich wirklich?

00:15:26: Es geht um die Familie und Dinge sichtbar zu machen.

00:15:29: Es geht darum eben auch Traumata sichtba zu machen ... Oder aber verschiedene Dynamiken, die in einer Familie herrschen, sichtbaar zu machen.

00:15:41: Man hat einige Stellvertreter, also in der Regel trifft man sich mit einer Gruppe von vier bis fünf Leuten.

00:15:49: Einer bringt ein Anliegen mit.

00:15:51: Mach jetzt mal als Beispiel ... Mensch, ich versteh mich so schlecht mit meiner Mutter egal was ich mit ihr rede oder was ich erzähle.

00:15:59: Das funktioniert nicht und wir kommen immer wieder im Streit aus zum Beispiel.

00:16:04: Diese Dynamik möchte ich mir mal anschauen von einer anderen Seite.

00:16:09: Ein Stellvertretter würde dann die Mütter repräsentieren, einer gegebenenfalls für den Vater.

00:16:14: Vielleicht hat der eher oder sie ein Bruder eine Schwester.

00:16:18: Die dürfen auch mit aufgestellt werden.

00:16:21: und dann ist es so das im Raum selbst.

00:16:25: entweder stellen sich die Stellvertreter selbst in eine Position wo Sie denken dass sie gut stehen oder aber Die Person, die als des Anliegen mitbringt, schiebt praktisch intuitiv.

00:16:38: Die Person im Raum umher, sodass vielleicht der Vater steht am Fenster und guckt nach draußen ... Die Mutter bleibt in der Mitte stehen.

00:16:46: Sie hat selbst für sich auch eine Stellvertreterin tatsächlich?

00:16:51: Und die steht womöglich gegen die Wand gelehnt ja.

00:16:56: Der Aufstellungsleiter, in dem Fall wäre ich das dann.

00:17:00: Der geht dann jede einzelne Person ab und fragt, wie geht es dir in dieser Rolle?

00:17:07: In der Position.

00:17:08: Wie fühlst du dich?

00:17:10: Und was immer sehr spannend ist, was dabei herauskommt.

00:17:15: Ja also das ... etwas ganz anderes herauskommen kann, wie was die Person, die das anlegen mitgebracht hat.

00:17:22: Wie sie das vielleicht vermutet hatte?

00:17:24: Ja, sie hat vielleicht vermutet dass ihre Mutter einfach immer nur wütend auf sie ist.

00:17:28: und in der Aufstellung wo es dann mehr um das Gefühl geht auch da kommt vielleicht raus, dass die mutter Ja, schlechte Erfahrungen hatte in ihrer eigenen Familie.

00:17:42: Und das sagt ... dass erzählt dann auch der Stellvertreter die Stellvertreterin in dieser Rolle und damit machen wir dann die Dynamik sichtbar und es kommt mal wirklich ans Tageslicht was eigentlich dahinter

00:17:56: steckt.

00:17:57: Das kann ich mir vorstellen schon anders deutlich anders.

00:18:02: zudem egal wie intensiv vielleicht ein Gespräch ist also so sinnvoll psychotherapie sein kann, Gesprächstherapie sein können.

00:18:10: Passiert ja hier etwas?

00:18:11: Also es wirkt ja sehr kraftvoll, räumlich oder emotional das plötzlich aus einem ganz anderen Blickwinkel zu sehen.

00:18:17: Was sind da so Erfahrungen bei?

00:18:19: was passiert da?

00:18:21: Erfahrungen sind tatsächlich also dass wenn die Personen im Raum stehen gestellt wurden tatsächlich Vielleicht am Anfang, jeder guckt in eine andere Himmelsrichtung.

00:18:34: Und in der Mitte steht die Person um die es geht und die gucken sich alle nicht an.

00:18:40: Wenn aber dann jeder einmal gehört wird und auch mal sagen kann was ihm gerade wichtig ist oder was seinen Anliegen ist, dann kann das sein dass die Personen sich umdrehen zueinander wenden und sagen, das hast du mir noch nie gesagt.

00:18:56: Das höre ich ja jetzt das erste Mal!

00:18:59: Es ist eher wirklich auf dieser Gefühlseelen-Ebene wie die Menschen da miteinander umgehen und sprechen und nicht auf der kognitiven Ebene.

00:19:11: Also weniger Erkenntnis mehr Gefühl?

00:19:14: Wie sieht's mit körperlichen Reaktionen aus?

00:19:16: Das würde mich auch noch interessieren.

00:19:17: Genau, körperliche Reaktionen auch.

00:19:20: also es wird auch oft geweint Tatsächlich auch so dieses Mensch, das ist wie eine Erlösung.

00:19:27: Dass es endlich mal jemand ausspricht, dass ihn zum Beispiel dann in mein Mutter-, Tochter-Verhältnis Frieden reinkommt.

00:19:37: Dass sie mal sagt, worum es wirklich geht und das rührt oftmals sehr zu Tränen.

00:19:44: Und diese Träne sind dann auch befreiend.

00:19:47: Also wohltuende Tränen sind das auch, dass das mal ausgesprochen wird.

00:19:52: Das ist so ein Sichtbarmachen in den Aufstellungen?

00:19:56: Das bedeutet ja vielleicht doch, dass viele Menschen denken sie hätten ihr Thema quasi verstanden und trotzdem gibt es irgendwie... außerhalb der Aufstellung, logischerweise Reaktionen im Körper, im Nervensystem.

00:20:08: Und es geht genauso weiter wie vorher.

00:20:10: Das heißt ist bleibt nicht nur die reine Erkenntnis?

00:20:13: Die wird vielleicht tendenziell eher überschätzt oder wie kann man sich das vorstellen?

00:20:18: Ja, die Sache ist die.

00:20:19: ich sag mal wenn jetzt jemand eine Sitzung haben möchte also ein Gespräch einem einen Klient kommen zu mir und hatten Anliegen.

00:20:29: Der hat ja schon einiges in der Regel durchgemacht.

00:20:33: Der hat schon Erfahrung damit und in seinem Leben ist ihm schon ganz vieles passiert, ne?

00:20:38: Und er hat wahrscheinlich auch sich selbst schon reflektiert.

00:20:41: Mensch ich hab das schon versucht!

00:20:44: Ich geh zum Yoga und mache meine Atemübungen.

00:20:49: Und trotzdem kommt er oftmals alleine nicht an dieses ursächliche Thema.

00:20:58: Das ist das, was in so einer Aufstellung wirklich ans Tageslicht befördert werden kann weil wir da praktisch ohne den Kopfarbeiten.

00:21:07: Wir lassen da die Körpersysteme miteinander kommunizieren, ich nenne es mal auf einer Form von Schwingungsebene.

00:21:16: Wir sind ja alle in irgendeiner Form mit schwingungsmäßig verbunden und deshalb funktioniert das Ganze auch.

00:21:23: Man fragt sich dann immer wieso kann jetzt diese Person, die stellvertretend für meinen Vater steht Die sieht ja genauso aus, die verhält sich ja genau so.

00:21:32: Wie kann denn das überhaupt sein?

00:21:34: Machst du die Erfahrung ... Darf ich da ganz kurz reingehen?

00:21:36: Ich glaube, wenn uns Menschen jetzt zuhören, also ich kenne das auch, Familienaufstellung, auch aus praktischer Erfahrung.

00:21:43: Ich weiß wovon du sprichst, ich spüre wovwon du sprigst!

00:21:47: Wenn das jetzt jemanden nur hört, sagt er natürlich so wie kann so etwas funktionieren?

00:21:52: und wir sind ja bei unserem Thema Das kann ich mir vorstellen, allein schon mit der Begrifflichkeit Familienaufstellung.

00:21:58: Dass wir genau diese Traumata sichtbar machen können?

00:22:03: Was passiert oder was bleibt vielleicht auch durch das Sichtbarmachen des Unsichtbaren im Alltag?

00:22:10: Was sich verändern kann ist zum Beispiel ... Wir bleiben bei dem Thema, der Klient sagt, ich komm mit meiner Mutter nicht klar.

00:22:17: und wenn man dann eben das Thema, was dahintersteckt wirklich sich einmal angeschaut hat über Ich nenne es immer über das Spielfeld, über das Theaterstück.

00:22:28: Ich schaue mir mein eigenes System, ich schauere mir meine eigene Familiensystem einmal an wenn in dieser Aufstellung eine Lösung erarbeitet wurde.

00:22:38: Die Mutter mal sagen durfte was ist worum es wirklich geht.

00:22:42: die Tochter sagt Mensch, da könntest du mir auch schon mal vorher sagen können also alles in der Aufstellungsarbeit Dann kann das nachher sein, ich sag dann auch wenn die Aufstellung zu Ende ist sage ich wirklich dem Klienten ihr müsst nichts mehr tun.

00:22:56: Wir haben jetzt hier aufgeräumt wir haben eine gute Lösung gefunden.

00:23:01: miteinander geht jetzt nach Hause und guckt nur was passiert weil es wird sich etwas verändern und dann kann sich tatsächlich verändern dass die Mutter sich auch anders verhält.

00:23:14: Ja, die hat vielleicht früher nie angerufen.

00:23:18: Eigentlich immer nur verlangt ... Du meldest dich ja nie!

00:23:22: Wieso rufst du mich nie an?

00:23:23: Sagt sie zu ihrer Tochter und auf einmal sie hier da.

00:23:27: am nächsten Tag ruft die Mutter an und sagt, ich wollte noch mal Hallo

00:23:30: sagen.".

00:23:31: Das sind wirklich so kleine Vereinheiten, die dann geschehen und in eine Form von Harmonie übergehen können.

00:23:41: Und wie würdest du das erklären?

00:23:42: Also jetzt wäre natürlich so eine, ich möchte nicht sagen isoterische aber schon ein Blickwinkel wo man sagt es sind Schwingungen die man raus sendet und irgendwie greift das auf.

00:23:51: Aber ich könnte mir natürlich auch ums mal vielleicht ein bisschen rationaler an manchen Stellen zu machen ist vielleicht auch ne andere Wahrnehmung der Person.

00:23:59: Man bringt mit so einer Aufstellung den Erkenntnissen und das wirklich wahrnehms- und sichtbar machens Und den Gefühlen, die damit einhergehen verändert sich die Perspektive.

00:24:09: Man bemerkt Aspekte im Alltag, die einem vorher nicht aufgefallen sind.

00:24:14: Vielleicht die ganzen angestochten Emotionen einer Person gegenüber haben sich verändert?

00:24:20: Das sind Dinge, die ich mir vorstelle.

00:24:22: Es verändert sich ja auch, wenn du in deiner Aufstellung siehst ... wie sich das dann verändert?

00:24:29: Dass nachher da eine Ordnung drin ist, die Menschen in der Aufstellung dann sich angucken.

00:24:35: Nicht mehr jeder steht in der Ecke, sondern die kommen aufeinander zu und sind freundlich zugewandt.

00:24:41: Die können sich teilweise sogar umarmen und sagen, Mensch, ich hab dich doch lieb!

00:24:46: Das macht was mit mir.

00:24:48: Ja, das macht ja mit mir der Auftraggeber der eigenen Aufstellung.

00:24:53: Das macht ja, dass ich sehen darauf her, dass auch eine andere Einstellung dazu kriege, dass sich positiv gestimmt werde die meisten nach einer Aufstellung... Also meine Rede ist dann immer, ich fliege dann immer nach Hause weil es einfach so schön ist, dass es aufgeräumt ist.

00:25:11: Ich weiß nicht ob aufgereimt ein gutes Wort dafür ist Aber in eine Dynamik, die eben nicht positiv war für einen da etwas hineingebracht zu haben.

00:25:22: Was das Ganze harmonisiert?

00:25:25: Würdest du sagen, dass Thema Aufstellen oder auch Familienaufstellung funktioniert bei allen Themen rund um Traumataar oder primär bei Themen TraumATAAR in der Familie oder eben auch diese transgenerationalen Traumatisierung?

00:25:39: Ich würde sagen es funktioniert immer.

00:25:44: Also, es funktioniert immer in Anführungszeichen.

00:25:48: Das ist auch ein Phänomen ... macht das wirklich seit zwanzig Jahren mittlerweile?

00:25:52: Ein Phänomene ist dass wenn eine Person tatsächlich angenommen, sie ist wirklich hochtraumatisiert.

00:25:59: Sie kann sich auch ... Wir sprechen vielleicht von einem Missbrauch ja, in der Kindheit.

00:26:03: Personen können sich überhaupt nicht mehr daran erinnern also hochtraumatiziert da ist es tatsächlich so.

00:26:10: Wenn wir uns treffen würden dann würde gegebenenfalls in der Aufstellung, kann sich nur zeigen was die Person auch für den Moment aushalten kann.

00:26:22: Da kommt nicht mehr.

00:26:24: also das ist meine Erfahrung und es ist natürlich dann auch so dass in der Regel wenn es jetzt solche Themen sind, sind die meisten die dann vielleicht begleitend zu uns kommen oder zu mir kommen, die sind auch in einer Psychotherapie gewesen.

00:26:42: Oder immer noch in einer psychotherapien.

00:26:45: Dann sag ich auch zum Beispiel ... Hast du das besprochen?

00:26:47: Hast du es mit deiner Psychotherapeutin besprochen, dass wir so etwas begleiten machen?

00:26:54: Also geht das schon Hand-in-Hand?

00:26:56: Das ist jetzt nicht ... Deinen Ema bezieht sich vor allen Dingen darauf.

00:27:00: Man kann quasi fast immer bei jeder Traumatisierung, ob bei einem selbst in der eigenen Biografie oder über Generationen gedacht davon profitieren, könnte man erst mal sagen.

00:27:10: Ja gut ausgedrückt!

00:27:11: Man kann also tatsächlich davon profitiert und wie gesagt aus der Erfahrung heraus, man braucht auch keine Angst zu haben es zeigt sich nur was die Person auch gerade verkraftet kann was sie verarbeiten kann.

00:27:27: Jetzt haben wir jetzt schon häufiger diesen Begriff transgenerational erwähnt.

00:27:32: Da wollten wir das noch mal so ein bisschen wiedergeben, wir hatten es im Vorgespräch auch schon mal mit angesprochen.

00:27:37: also um zu erklären was ist eigentlich konkret damit gemeint über Generationen hinweg Effekte und dann kennt man ja diese Begrifflichkeit hat man auch schon einmal gehört habe ich vielleicht heute Abend auch schonmal feschlicherweise so benannt dass es ein transgenerationales Trauma ist.

00:27:53: aber wenn wir es zusammenfassen würden wir sagen Wenn Menschen schwere Belastungen Traumattag im Kontext von Krieg, Gewaltverlust, existenzielle Unsicherheiten erlebt haben.

00:28:05: Dann werden häufig unbewusst bestimmte Muster

00:28:08: weitergegeben.".

00:28:09: So könnte man das beschreiben?

00:28:11: Ja, es gibt da die zwei Ebenen.

00:28:13: Zum einen ist es die biologische Ebene und dann gibt's die psychologische Ebene.

00:28:19: Und bei der psychologischen Ebene ist es ganz klar dass eben zum Beispiel jemand, der traumatisiert ist Wir bleiben mal bei der Angst, ne?

00:28:28: Thema Angst.

00:28:31: Dass das auch wirklich vererbt wird ... Also sogar auch wirklich an dass Kind dann genetisch vererbbt wird und das Kind und das Nächste in der ganzen Familie zieht sich das Thema Angst dann wirklich durch.

00:28:47: Obwohl aus heutiger Sicht man sagen würde, ja Mensch, wieso bist du immer noch so angstbehaftet?

00:28:53: weil dein Leben ist doch Ganz harmonisch.

00:28:55: Du hast doch gar keinen Grund, Angst zu haben!

00:28:58: Aber derjenige ist trotzdem wirklich eine ängstliche Persönlichkeit und auch sehr stressempfindlich usw.

00:29:06: Ja, das sind genau diese ... Wie du es schon beschrieben hast, die beiden Ebenen psychologisch.

00:29:11: Wirklich so kommend von den Mustern, die weitergegeben worden sind.

00:29:15: Unbewusste Muster, was der Sicherheitsempfinden ist wie man auf Stress reagiert angeht um diese biologische Ebene.

00:29:21: Das hast du gerade schon angedeutet gerade somit Blick auf Epigenetik.

00:29:25: Also, sprich nicht primär das neue Gene eingebaut werden, sondern quasi in der Epigenethik wie werden Gene abgespielt?

00:29:34: Und dass es nachvollziehbar sehr gut untersucht auch, dass quasi der Effekt bei der Elterngeneration auf das Kind teilweise schon intrauterien aber natürlich auch in den Lebensjahren einen Einfluss darauf nimmt, wie gut ... Natürlich aber auch an den ersten Lebensjahren einen Einfluss darauf nimmt, wie Gene abgespielt werden und wie sie reguliert werden.

00:29:56: Und wie häufig sie abgelesen werden.

00:29:57: Das sehen wir dann häufig gerade so im Bereich des Nervensystems der Stresshormone und einer fehlenden Stress-Toleranz.

00:30:04: Dann ist das genau das, was du meintest auch bei dem Thema Angst, was sich genauso darstellt wie in einer anderen Generation vorher schon.

00:30:13: Wir sehen da wirklich nachgewiesener Veränderung über Generation hinweg?

00:30:18: Ja!

00:30:19: Das ist spannend.

00:30:20: aus den Aufstellungen, dass zum Beispiel jemand ne Körperfülle hat.

00:30:29: Also kämpft ständig mit seinem Gewicht und wenn man da mal gräbt ... kann das auch daherkommen, das gegebenenfalls im Krieg Hunger gelitten wurde?

00:30:43: Das sind auch diese Transgenera.

00:30:44: Das ist übrigens auch erforscht.

00:30:47: Also, dass es sein kann.

00:30:49: Dass eben Übergewicht daran liegt, dass das in der Vergangenheit eine Hungersnot durchlebt wurde.

00:30:56: Ja

00:30:56: klar, Stoffwechselveränderungen gerade mit Blick auf Glucoseinsulin-Stoffwechsel, Fertereinspeicherung all das sind auch noch Dinge.

00:31:04: nur ist es natürlich in der Begrifflichkeit.

00:31:07: das finde ich immer nochmal wichtig zu unterstreichen.

00:31:09: Natürlich wird nicht das Ereignis selbst vererbt sondern Eher quasi die Umstände, bei der betroffenen Person, die in einer eigenen Biografie davon betroffen war.

00:31:18: Auswirkungen hat aber eben wie gesagt entweder im dem Verhalten oder in den Muster, an dem man weitergibt und wirklich auch auf genetischer Ebene wie Gene abgespielt werden am Ende des Tages.

00:31:30: Und dann sehen wir genau das!

00:31:32: Das entsteht eine Art von Vulnerabilität oder Anfälligkeit in der Stressverarbeitung, die dann wirklich weitergegeben wird

00:31:39: Genau, komplett.

00:31:40: Also total was du sagst.

00:31:42: Einmal eben auf der epigenetischen Ebene und zum anderen auf der psychologischen Ebne.

00:31:48: auch ein Mensch, der jetzt eine Hungersnot durchlebt hat ... Der geht ja ganz anders mit Essen um.

00:31:55: Er wird vielleicht in seiner Familie am Tisch immer sagen ist das auf?

00:31:59: Ja!

00:32:00: Und guck, dass der Teller leer gegessen wird oder pass auf, dass keine Lebensmittel weggeworfen werden.

00:32:06: Das ist auch so

00:32:07: z.B.,

00:32:08: Bei mir, dass ich oftmals denke, ja ich komme auch noch.

00:32:11: Ich bin ja noch so ein Kriegskind!

00:32:13: Ich sag das immer mit einem verschmitzten Lächeln weil ich aus dieser Familie Stammedietes hatten.

00:32:21: nix wegwerfen und immer nur so einkaufen, dass es alles passt unabhängig davon, dass das auch Sinn macht also dass natürlich auch rein von meiner Einstellung her Völlig passt, dass ich kein Lebensmittel kaufe oder zu viel Lebensmittel habe, die ich nachher nicht verbrauche.

00:32:37: Aber ... Ich bin auch noch so, wenn ein bisschen Schimmel am Käse ist, bin ich dann derjenige gewesen, die das abgeschnitten hat und hab gesagt, oh, der Rest ist gut!

00:32:49: Das können wir noch

00:32:50: essen.".

00:32:51: Ja also klar sind das sicherlich auch Themen in Verhaltenen-Muster aber kämen wir nochmal zurück mit Blick auf verschiedene Traumata dieser Begriff.

00:33:03: Ich hab ja dann direkt zu Beginn quasi erwähnt, das würde mich von deiner Seite auch noch mehr jetzt interessieren.

00:33:08: Ist denn alles was dann so Trauma genannt wird?

00:33:11: Auch wirklich Trauma?

00:33:12: gibt's da eine klare Abgrenzung oder wird der Begriff heute heutzutage manchmal zu schnell verwendet?

00:33:18: Oder ist es gar nicht legitim jemanden ein Trauma abzusprechen wenn er selbst davon spricht?

00:33:26: Die Begrifflichkeit ist etwas ausgenutzt.

00:33:30: Ich glaub, wir wissen irgendwie ... Wir haben keine andere Vokabel dafür.

00:33:34: Vielleicht brauchen wir das deshalb so oft als Wort?

00:33:37: Du hast was ich eben schon sagte in der Schule, wenn dir da ein Ereignis oder du bist in der Schule mal richtig verprügelt worden.

00:33:47: Das beschäftigt dich!

00:33:48: Das sind noch Jahre später.

00:33:50: Denkst du darüber nach und passt vielleicht in Zukunft immer auf

00:33:53: usw.?

00:33:55: Auch das sind ja Dinge die du abgespeichert hast.

00:33:59: Das kann sein, dass du eben von deiner Resilienz und einem so wie du selbst bist.

00:34:06: Der eine nimmt es ganz leicht, der ist von seiner Konstitution, von seiner Resilience, von dem er auch vom Nervensystem her gebaut ist ... Der steckt das weg!

00:34:16: Ja?

00:34:16: Der hat das nach zehn Minuten vergessen.

00:34:19: Und der andere hat das aber, der knabbert da noch ... mehrere Jahre daran.

00:34:24: Das ist dieses, auch zum Beispiel jeder der jetzt oder wohl in der Familie eben, sag ich mal, wir bleiben nochmal beim Krieg, Kriegstraumata herrschen.

00:34:33: das bedeutet nicht zwingend dass dann in der Generation die Enkel das auch noch haben müssen.

00:34:40: Das kommt auch immer auf jede Persönlichkeit selbst

00:34:43: an.

00:34:44: Okay, dann lass uns jetzt nochmal So auf so ein paar Fragen eingehen, die ich gerne einmal mit dir besprechen möchte um dieses Thema sowohl Traumatisierung, Traumata und Familie bis hin natürlich auch zur Familienaufstellung etwas besser zu verstehen.

00:35:00: Was würdest du sagen ist das Wichtigste wenn es um das Thema Trauma in Familien geht?

00:35:09: Es ist ja oft so, dass man wird dafür verurteilt.

00:35:12: Ja?

00:35:14: Man reagiert auf etwas in der Familie und ... Der eine reagiert eben mit einer Leichtigkeit und der andere reagiert und sagt, das belastet mich aber jetzt komm ich gar nicht mit klar!

00:35:26: Und dann wird von außen betrachtet gesagt, stell dich doch nicht an.

00:35:31: Das ist doch ganz einfach, das kann man doch jetzt leicht meistern.

00:35:35: Was siehst du da für ein Problem?

00:35:38: Und da eben nicht das Kreuz drüber zu brechen und zu sagen, der stellt sich an.

00:35:44: Der macht aus jedem Ding ein Problem, sondern wirklich auch mal zu schauen, aus welchem Grund das ist.

00:35:51: Da geht es natürlich dann ... Jetzt zieh ich mal so eine Schleife in Richtung Persönlichkeitspsychologie.

00:35:59: Ich bin ja Rennländer, jeder Jagd ist anders.

00:36:03: Jeder verarbeitet die Dinge anders.

00:36:05: Ich glaub, es darf auch jeder so sein wie er ist und es wird schon einen Grund haben, warum er so isst.

00:36:13: Zweite Frage die ich habe ist was mich interessieren würde für die Menschen, die uns jetzt zuhören, die das zum einen interessant finden mehr darüber erfahren wollen würden?

00:36:21: Was würdest du Menschen sagen, die spüren dass da etwas ist aber vielleicht auch Angst haben genauer hinzuschauen?

00:36:36: Das ist meine Erfahrung über all die Jahre.

00:36:39: Man darf über alles reden, weil wenn man das tut und sich traut ... Häufig ist es dann so ... Mensch!

00:36:47: Du wirst gar nicht dafür beurteilt oder bewertet.

00:36:50: Da hab ich jetzt auch das Letzt mit einer Klientin, die hat dich kennengelernt beim Familienstellen.

00:36:56: Und die sagte dann, ich müsste mal zu dir auch in eine Sitzung kommen.

00:37:01: Aber nee, mein Thema ist so schlimm, dass kann ich keinem

00:37:04: erzählen.".

00:37:06: Und dann hat sie sich wirklich getraut und hat mit mir das Gespräch geführt.

00:37:11: Wir haben zusammengesessen, geredet ... Dann merkte man auf einmal, die bewertet das ja gar nicht!

00:37:19: Ich darf das hier erzählen.

00:37:20: Ich finde hier Raum, die versteht mich ja.

00:37:23: Das ist ja gar nie so spooky verrückt, was ich zu erzählen habe.

00:37:29: Sondern es ist etwas, was viele andere Menschen vielleicht auch haben.

00:37:35: Und da möchte ich tatsächlich zu ermutigen, wir leben ja hier nun auf einem Planeten und ... Wir sind alle Menschen mit den verschiedensten Dingen.

00:37:45: Aber es gibt wirklich nichts, was es nicht gibt!

00:37:48: Das darf auch alles sein!

00:37:49: Sehr schön eigentlich, glaube das... zeigt noch mal relativ klar, dass viele Menschen zum einen davon profitieren können und wie du sagst es gibt nichts was das nicht gibt.

00:37:59: Lass mich die letzte Frage zu dem Thema nochmal aufgreifen und dann möchte ich zurückgehen zu deiner persönlichen Geschichte wo wir eben auch ein bisschen gestoppt sind.

00:38:07: wurde gesagt hast da hast Du die ersten Erfahrungen mit dem Thema Familienaufstellung gemacht Und wie ich bei dir war, ist deine ganze berufliche Laufbahn.

00:38:16: Du hast heute auch viel aus der Praxis erzählt und hat es daraufhin verändert.

00:38:19: Also du bist in eine ganz andere Richtung gegangen.

00:38:23: Was hat sich für dich selbst verändert?

00:38:25: Seit du deine eigene Familiengeschichte anders verstehen kannst, Erkenntnisse gewonnen hast, die Perspektive verändert hast ... und wirklich gespürt hast was dabei passiert ist.

00:38:39: Was habt das dann mit dir gemacht?

00:38:41: Das macht immer noch was mit mir.

00:38:43: Es sind ja Prozesse, die ablaufen und es führt zu immer mehr Erkenntnissen auch so viele Aha-Erlebnisse.

00:38:54: Deshalb mache ich das so?

00:38:56: Ach, das ist der Grund weshalb ich in manchen Situationen so reagiere oder damals so reagiert habe!

00:39:05: Ich konnte aus meiner Geschichte heraus gar nicht anders reagieren und dann damit auch in einen Frieden zu kommen, in den Frieden mit mir selbst.

00:39:16: Das hat es für mich gemacht.

00:39:18: Und diese großen Spitzen sind, möchte ich behauptend schon abgearbeitet.

00:39:26: Und mittlerweile ist noch so die vielen kleinen Erkenntnisse, die ich auch täglich noch erleben darf, wo ich sage ... Ach Mensch deshalb!

00:39:35: Okay verstehe ah Jetzt verstehe ich, oder ich habe ein neues Projekt und merke auf einmal, wie ich das Projekt angehe.

00:39:44: Und komme dann abends nach Hause und denkst, warum möchte denn das so und so gemacht?

00:39:48: Auf einmal erkenne ich, ach okay deshalb ja weil ich sage mal das aufgeräumt habe, weil ich mir die Dinge angeguckt habe aus meinem

00:39:58: Familiensystem.".

00:39:59: Auch in den vielen Beziehungen.

00:40:01: Beziehung sind immer großartig, weil die Beziehenden ja einem den Spiegel vor Augen halten.

00:40:06: Also man ... mit jeder Beziehion, die man führt im Job, im Privaten, unsere Kinder helfen einem tatsächlich auf diesem Weg.

00:40:16: Aber wenn ich dich richtig verstehe, bleibt es ein Prozess?

00:40:19: Das bleibt ein Prozess und das ist auch das Spannende daran!

00:40:23: Trauma bedeutet oft nicht nur dass irgendwann einmal etwas Schlimmes passiert ist Trauma bedeutet auch, dass etwas im Menschen zurückbleiben kann in der Art wie Sicherheit erlebt wird.

00:40:35: Wie Beziehungen gelebt werden und wie auf Stress reagiert wird.

00:40:39: Und manchmal endet das nicht bei einer Generation.

00:40:43: Das haben wir heute auch besprochen.

00:40:45: Genau deshalb ist dieses Thema so wichtig Nicht um Menschen auf ihre Vergangenheit festzulegen Sondern um besser zu verstehen was heute noch in ihnen wirken könnte.

00:40:57: Liebe Elke, dieses Thema rund um Familienaufstellung.

00:41:01: Traumarbeit ist etwas was du in deiner beruflichen Praxis machst bei den Paracelsusgesundheitsakademien in München-Kladbach?

00:41:09: Ist das auch zentrales Thema?

00:41:11: Es ist auch ein Teil tatsächlich der Ausbildung.

00:41:15: wir bilden ja psychologische Berate

00:41:17: aus

00:41:18: an den Paraselsus Gesundheitsakademie und Ein Teil ist sicherlich auch, dass man über Traumata spricht.

00:41:28: Über die klinischen Erkrankungen und das ist eines der Themen bei der Ausbildung sicherlich.

00:41:35: Und speziell als Thema Familienaufstellung gibt es da auch Möglichkeiten?

00:41:40: Es gibt Seminare.

00:41:41: Man kann tatsächlich ... Also zum einen systemisches Coaching ist eine tolle Ausbildung in diese Richtung.

00:41:49: Das habe ich selbst auch gemacht, nachdem die Ausbildung zum Psychologischen Rat bei uns gemacht hatte.

00:41:57: Es gibt aber auch tatsächlich reine Familienstellen, Seminare und Aufstellungen am Systembrett.

00:42:05: Man arbeitet nicht mit Menschen, sondern man hat ein Holzbrett mit kleinen Figuren.

00:42:10: Das wird oft in der Kinderpsychologie.

00:42:13: benutzt, wo dann die Kinder eben Papa-Mama auf das Holzbrett aufstellen zum Beispiel.

00:42:20: Wenn was sichtbar und verstehbar wird kann es auch verändert werden.

00:42:25: Liebe Ecke ich danke dir für deine Zeit, für deine Offenheit, für deiner eigene Geschichte, für Deine Erfahrung aus der Praxis, die du uns heute mitgeteilt hast.

00:42:34: Was würdest Du den Zuhörerinnen noch mit auf den Weg geben wollen?

00:42:40: Darf ich was ganz Persönliches, Matthias?

00:42:43: Meine Kinder sind beide Künstler.

00:42:45: Also ... mein ältester Sohn ist Musiker und Schriftsteller.

00:42:49: Mein jüngerer Sohn is Schauspieler.

00:42:52: Und startet jetzt ein Regiestudium.

00:42:56: Die waren tatsächlich mit dem Film seiner Freundin vom jüngeren Sohn.

00:43:00: Waren sie in Osten in Texas auf den Filmfest spielen.

00:43:04: Und ... fünf, sechs Leute vom Team waren mit dabei.

00:43:08: Hatten sich ein Haus gemietet, hatten so eine Karte für das gesamte Festival, waren wirklich gut unterwegs haben viele verschiedene Filme geguckt.

00:43:18: der Film von der Freundin meiner Sohn.

00:43:19: es wurde dort gespielt und ich durfte dann immer zwischendurch mal mit FaceTime dabei sein.

00:43:26: Und dann hatten wir das Gespräch beendet.

00:43:29: und dann habe ich gedacht ja Das ist es In diesen Zeiten, wenn du heute den Fernseher anmachst in Kriegszeiten ist dieses künstlerische und auch die Arbeit, die wir machen, glaube ich.

00:43:43: Das ist der Gegenpol zu diesen ganzen vielen schlimmen Dingen, die auf dieser Welt passieren.

00:43:50: Ich glaube rein energetisch halten wir dadurch – ich nenn's mal, wir halten hier die Stellung!

00:43:57: über unsere positive Einstellungen, über die vielen schönen Sachen.

00:44:01: Die es gibt ... Die jungen Leute, die bei dem Festival waren und ihre Kunst leben, die das gerade studieren, die halten unsere Energie im Gleichgewicht.

00:44:12: Also diese Energie auf der gesamten Erde.

00:44:15: Weil wir sind ein Globus!

00:44:17: Und wir sind halt in dieser Polarität.

00:44:20: Das fand ich so großartig, dass auch zu fühlen, dass es so funktioniert.

00:44:25: Weil ansonsten ... Also, wenn wir die Nachrichten schauen ... dann denk ich manchmal ja.

00:44:31: Wenn wir das angeschaut haben, soll man denn überhaupt noch Sport machen?

00:44:36: Soll mal noch Kunst machen!

00:44:38: Aber doch, ja, wir sollen ihn,

00:44:40: wir müssen.

00:44:41: Wir müssen kreativ sein, nehm ich also mit

00:44:43: und ...

00:44:45: Das leben auch Leben trotz den Krisen dieser Welt.

00:44:49: So ist es gerade deshalb.

00:44:51: Dann Elke, danke dir sehr für deine Zeit.

00:44:55: Und ich freue mich schon auf die nächste Episode.

00:44:58: und bis dahin alles Gute!

00:45:01: Vielen Dank, dass ich hier sein durfte mit dir im Gespräch.

00:45:05: Revolutionäre Perspektiven Auf Gesundheit und Krankheit.

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