Heilpflanzen: Warum die ältesten Arzneimittel der Menschheit der Forschung noch immer Rätsel aufgeben (Deep Dive)
Shownotes
„Viele moderne Medikamente stammen ursprünglich aus Pflanzen. Heilpflanzen sind deshalb nicht einfach Alternative Medizin, sondern Teil der biologischen Grundlage moderner Therapie.“ In diesem PARACELSUS LAB Deep Dive spricht Podcast-Host Matthias Baum über Heilpflanzen als hochkomplexe biochemische Systeme und darüber, warum die moderne Forschung wieder verstärkt auf Pflanzenstoffe blickt. Denn viele chronische Erkrankungen entstehen nicht durch einen einzelnen Defekt, sondern durch gestörte Netzwerke aus Entzündung, Stoffwechsel, Nervensystem, Mikrobiom und Energieproduktion.
Pflanzen produzieren ihre Wirkstoffe nicht für den Menschen, sondern zum eigenen Schutz gegen Stress, UV-Strahlung, Mikroorganismen oder oxidative Schäden. Genau diese Stoffe interagieren jedoch mit denselben biologischen Signalwegen, die auch beim Menschen eine zentrale Rolle spielen. Viele Pflanzenstoffe wirken deshalb nicht wie ein einzelner Schalter, sondern beeinflussen gleichzeitig verschiedene Systeme im Körper.
Die Episode ordnet ein, wie Heilpflanzen in unterschiedlichen Medizinsystemen genutzt werden, von moderner Phytotherapie über traditionelle chinesische Medizin bis hin zur Ayurveda. Thematisiert werden unter anderem Kurkuma, Berberin, Johanniskraut, Weihrauch, Baldrian oder Bitterstoffe und ihre möglichen Effekte auf Entzündung, Neurotransmitter, Darmmikrobiom, Stresssystem und Energiestoffwechsel.
Gleichzeitig macht die Folge deutlich: Natürlich bedeutet nicht automatisch harmlos. Viele Heilpflanzen sind pharmakologisch hochaktiv, können Nebenwirkungen auslösen oder mit Medikamenten interagieren. Entscheidend sind Dosierung, Qualität, therapeutischer Kontext und eine fundierte Einordnung.
Warum rücken Heilpflanzen heute wieder stärker in den Fokus der Medizin? Weshalb wirken viele Pflanzenstoffe eher auf biologische Netzwerke als auf einzelne Symptome? Und warum könnte gerade das Mikrobiom darüber entscheiden, wie ein Mensch auf Heilpflanzen reagiert?
Antworten direkt aus dem PARACELSUS LAB.
Ein ALL EARS ON YOU Original Podcast.
Transkript anzeigen
00:00:01: Pflanzen sind evolutionäre Hochleistungschemiker.
00:00:04: Warum aktiviert eine Substanz wie Berberin ähnliche Stoffwechselwege, wie moderne Diabetesmedikamente?
00:00:11: Warum beeinflusst Johannes Krautner oder Tronsmitter?
00:00:14: und möglicherweise stehen wir trotz Jahrhunderte von Erfahrungen mit Halbpflanzen erst noch am Anfang um zu verstehen, wie diese Substanzen wirklich wirken.
00:00:26: Zwei Menschen können quasi dieselbe Halbflanze nehmen und biologisch etwas völlig unterschiedliches erleben.
00:00:33: Heidel pflanzen, das müssen wir verstehen, gehören wahrscheinlich zu den ältesten therapeutischen Verfahren der Menschheiten.
00:00:54: Hallo Menschen willkommen zu einem neuen Paracelsus Lab Deep Dive!
00:00:58: Wenn wir krank werden, denken die meisten Menschen an die Verwendung von Medikamenten.
00:01:02: An Tabletten oder an bestimmte Wirkstoffe und Pharmakologie.
00:01:06: Aber kaum jemand stellt sich eine viel grundlegendere Frage.
00:01:10: Woher stammen eigentlich viele dieser Wirkstoffe ursprünglich?
00:01:14: Die Antwort überrascht vielleicht viele – sie stammen aus Pflanzen!
00:01:18: Ob Morphine, Asperin digitales verschiedene Chemotherapeutiker, Malariamittel ... Die moderne Medizin basiert in vielen Bereichen auf Stoffen die Pflanzen über Millionen Jahre in ihrer Evolution entwickelt haben.
00:01:31: Und genau das macht das Thema auch wieder spannend, denn wir leben heute in einer Zeit, in der chronische Erkrankungen explodieren, ob chronische Entzündung, Stoffwechselstörung, Autimunerkrankung, Depressionen, Erschöpfung, neurodegenerative Erkrankung.
00:01:46: und gleichzeitig merken wir viele dieser Erkranken sind eben keine simplen Einzeldefekte.
00:01:52: es geht nicht nur um einen Organ ein Laborwert Ein einzelnen Signalweg, sondern um komplexe biologische Netzwerke.
00:01:59: Und genau dort beginnt die Forschung häufig wieder auf Pflanzen zu schauen – denn Pflanzen sind in ihrem Wirkspektrum häufig komplexer als ein einzelnes Pharma-Kon.
00:02:09: Nicht wie ein Schalter an oder aus, sondern eher wie biologischen Netzwerkmodulatoren.
00:02:15: Sicherlich macht das aber auch enorm schwieriger!
00:02:19: Aber warum produziert eine Pflanze überhaupt Stoffe, die auf den menschlichen Organismus wirken?
00:02:25: Auf die Mütter-Hondrien oder die Bodenstoffe im Gehirn wie Neurotransmitter.
00:02:28: Auf verschiedene Hormone, auf Immunzellen oder auch das Mikrobiom.
00:02:33: Warum aktiviert eine Substanz wie Berberin ähnliche Stoffwechselwege wie moderne Diabetesmedikamente?
00:02:40: Warum beeinflusst Johannes Kraut Neurrotransmittern?
00:02:43: Und warum könnte die Wirkung vieler Pflanzen teilweise davon abhängen, welche Darmbakterien ein Mensch besitzt?
00:02:50: Es wird deutlich.
00:02:51: Pflanzen sind mehr als eine Alternative.
00:02:54: Sie können Einschlüssel sein um komplexe biologische Systeme besser zu verstehen und Erkrankung zu behandeln.
00:03:00: Genau darüber sprechen wir heute über Heilpflanzen.
00:03:05: Heilpflanzen denken viele Menschen an.
00:03:08: natürliche Substanzen, die sanft wirken auch an Alternativmedizin.
00:03:13: Das Problem ist aber das ist biologisch extrem verkürzt.
00:03:16: Pflanzen produzieren Stoffe nicht zum Schutz für die Menschen um sie zu unterstützen sondern sie produzieren sie für den Organismus selbst also dem Pflanzenorganismus selbst zur Abwehr von Fressfalten beispielsweise gegen Pilze Bakterien zum Schutz vor UV-Strahlung oder auch gegen oxidative Schäden.
00:03:36: Das heißt Pflanzen sind hochkomplexe biochemische Labore und viele ihrer Stoffe sind pharmakologisch hochaktiv.
00:03:45: Ob wir nun über Nikotin, Kaffeein oder Morphin sprechen?
00:03:49: Eigentlich sind das Pflanzenschutzmittel und Pflanzenstoffe sind oft keine milden Wellnessstoffe sondern biologische Waffen der Evolution.
00:03:59: Aber warum reagieren Menschen überhaupt auf Pflanzenstoffe?
00:04:03: Naja weil viele biologisches Systeme auch sich im Laufe der Evolution entwickelt haben.
00:04:08: Und Signalwege, die bei Entzündung stattfinden oxidativen Stress, Zellschutz oder verschiedenen Stressantworten bereits über hunderte Millionen Jahre sich entwickelt haben und Pflanzenstoffe interagieren genau mit diesen Systemen.
00:04:21: Wenn wir einzelne Substanzen aus Pflanzen rausziehen dann wissen wir heute dass zum Beispiel eine Substanz aus Kokuma nämlich Kokumin-Entzündungsprozess beeinflussen kann in NF Kaba B Entzündungsmechanismus oder Substanzen aus Brokkoli wie Sulpharophan intrazellulärer antioxidative Prozesse aktivieren können, Berberin den Energiestoffwechsel in der Zelle beeinflussen kann und viele Polyphenole- oder sekundäre Pflanzenstoffe aus den Pflanzen des Mikrobiomen beeinflussend können.
00:04:55: Viele Pflanzenstoffe wirken auf dieselben Signalwege wie andere Medikamente die wir heute haben teilweise sicherlich schwächer oft breiter in dem Wirkspektrum und natürlich, wie es in der Natur ist häufig auch nicht standardisiert.
00:05:10: Wie viel Inhaltsstoff, wieviel Wirkstoff ist denn in der jeweiligen Pflanze enthalten?
00:05:15: Aber Heidelpflanzen – und das müssen wir verstehen – gehören wahrscheinlich zu den ältesten therapeutischen Verfahren der Menschheit lange bevor es die modernen Medikamente gab, lange bevor's Labordiagnostik gab, Kliniken, Arztpraxen oder auch große Pharmakonzerne.
00:05:31: Schon früher haben Menschen beobachtet, dass Pflanzen ein breites Wirkspektrum haben und diese Erfahrung hat sich natürlich übermittelt.
00:05:39: Über Generationen hinweg.
00:05:41: Deswegen kommen viele Heilpflanzen heute auch als Hausmittel immer mal wieder zur Geltung.
00:05:46: Wir haben aber historische Quellen und finden die Verwendung von Heilpflanzen ob nun im alten Ägypten oder Mesopotamien in China, Indien oder Griechenland.
00:05:56: bereits Hypokrates nutzte Pflanzen therapeutisch.
00:06:00: Später entwickelten sich auch komplexere Pflanzenrezepturen, im Mittelalter beispielsweise in der Klostermedizin.
00:06:07: Da kann man natürlich noch mal Hildegard von Bingen mit erwähnen oder natürlich auch andere traditionelle Kräuterheikunde die hier auch mit zu erwähnensein sollte.
00:06:15: Interessant dabei ist ein großer Teil moderner Medikamente stammen ursprünglich aus Pflanzen.
00:06:22: wenn wir an Wirkstoffe denken wie die Acetylsalicylsore die wir in Asperin finden stammt ursprunglich aus Weiderinde.
00:06:29: Wenn wir über Morphin sprechen, dann ist es der sogenannte Schlafmohn.
00:06:33: Wenn man über Digitales sprechen, sprechen wir über den Fingerhut und so gibt es ganz viele unterschiedliche Pflanzenstoffe oder beziehungsweise Wirkstoffe aus Pflanzen die extrahiert worden sind und so einen Zug in die Pharmazie gefunden haben.
00:06:50: Das heißt letztendlich war Pflanzenmedizin nie nur einfach eine Alternative sondern die Grundlage der modernen Medizin und Pharmazien.
00:06:59: Und gleichzeitig finden sich Heilpflanzen in Bestandteilen verschiedene medizinische Systeme.
00:07:04: Wir haben hier im Podcast schon mal über die Naturheilkunde im Eigemein gesprochen, da gehört die Phytotherapie, die Pflanzenheil-Kunde als eine zentrale Säule sowieso mit dazu.
00:07:15: aber heilpflanzen finden sich in unterschiedlichen Systemen.
00:07:19: ja was meine ich damit zum Beispiel der traditionellen chinesischen Medizin oder der Ayurveda oder auch in der modernen Phytotherapie noch mal für sich separiert, in der klassischen Naturheilkunde und in ganz vielen ethnomedizinischen Systemen tauchen, pflanzen, heilpflanzen immer wieder auf.
00:07:39: Die Denkmodelle dahinter unterscheiden sich aber massiv.
00:07:42: Das bedeutet wenn wir beispielsweise auf die westliche oder europäische Perspektive auf die Phytotherapie schauen dann haben Eine sehr enge Verbindung, die wir quasi auch in der Pharmazie sehen würden.
00:07:54: Im Endeffekt ist die westliche Phytotherapie häufig mit einer Einzelstofflogik und pharmakologischen Wirkung.
00:08:02: verbunden.
00:08:03: Man untersucht Wirkstoffe aus Pflanzen, die vielleicht auf einen bestimmten Rezept erwirken oder auf Signalwege und es werden Studien dafür aufgesetzt um herauszufinden hat das in bestimmten Konstellationen eine Auswirkung ein Outcome für Patientinnen und Patienten.
00:08:18: Und hier geht es also um standardisierte Extrakte, um spezifische Dosierung und natürlich auch eine klinische Evidenz.
00:08:25: durchaus wichtig und ein sinnvoller Ansatzpunkt.
00:08:28: Und verbindet quasi auch die Welt der Phytotherapie mit der Pharmazie.
00:08:33: Ein klassisches Beispiel daraus ist zum Beispiel Johannes Kraut, was typischerweise eingesetzt bei leichter bis moderater Depressionen weil sich hier zeigt dass wir eine Auswirkung haben auf verschiedene Botenstoffe im zentralen Nervensystem Dopaminstoffwechsel Serotoninstoffwechseln.
00:08:50: Wenn wir das medizinische System aber mal wechseln und beispielsweise auf die traditionelle chinesische Medizin schauen, dann sind Heilpflanzen hier völlig anders in der Betrachtung.
00:09:00: Hier geht es nicht mehr darum welcher Wirkstoff blockiert ein bestimmtes Enzym oder hat eine Auswirkungen auf einen Hormon sondern für die Menschen die sich mit der Tcm auch auseinandersetzen wissen.
00:09:10: es geht eher um andere Effekte, um Hitze- und Kälteeffekte , um Feuchtigkeit, um Energiefluss Und die Pflanzen werden also quasi energetisch eingeordnet.
00:09:21: Das heißt, und das ist durchaus spannend auch wenn die Sprache anders ist finden moderne Forschende natürlich teilweise auch biologisch entsprechende Mechanismen die dahinter stecken.
00:09:33: hier liegt aber zugrunde natürlich eine lange Erfahrung mit dem Umgang verschiedener Pflanzen und dem Einsatz im therapeutischen Kontext.
00:09:42: Und hier werden natürlich auch vielleicht selbst gezüchtete oder auch angepflanzte Pflanzen verwendet, enteesverarbeitet oder in Tincturen verarbeitet.
00:09:52: da gibt es natürlich auch unterschiedliche Möglichkeiten.
00:09:55: aber auch aus der Ayurveda kennen wir natürlich verschiedene Heilpflanzen wenn wir sie so einordnen.
00:10:02: Und hier stehen andere Aspekte wiederum im Vordergrund.
00:10:05: Die Konstitution beispielsweise, wie die Verdauung funktioniert, wie Regulation und Balance funktioniert – das ist eher das Zentrum auch in der Betrachtung der Patientinnen und Patienten, den Menschen, die behandelt werden.
00:10:19: Und verschiedene Pflanzen kommen zum Einsatz.
00:10:22: Die ein oder anderen kennen einige daraus vielleicht, ihr habt heute schon eine erwähnt.
00:10:26: Zum Beispiel Kukuma wäre eine klassische Pflanze die im Kontext des Ayurvedes immer auftaucht.
00:10:32: Aber auch Einfluss nimmt natürlich nicht nur in unsere Küche, sondern natürlich auch an die Phytotherapie.
00:10:39: Ashwagandha kann man hier noch nennen.
00:10:40: Tulsi oder Parami sind Pflanzen und Pflanzenextrakte, die häufig eingesetzt werden.
00:10:47: Und ein anderer Bereich zum Beispiel in der funktionellen Medizin tauchen Heilpflanzen zunehmend auf.
00:10:55: Warum ist das so?
00:10:56: Naja ... wenn Pflanzen in ihrer Komplexität in Millionen Jahren der Evolution entwickelten Mechanismen haben, wo Schutzsubstanzen produziert werden.
00:11:07: Dann sind die darin enthaltenen Substanzen teilweise entzündungsmodulierend, haben Auswirkungen auf das Nervensystem beeinflussendes Mikrobiom und sind stoffwechselwirksam also metabolisch wirksam.
00:11:21: Und auch hier ist natürlich mit der passenden Forschung immer wieder die Idee Pflanzen, Extrakte, Substrate aus Pflanzen zu verwenden, um sie therapeutisch mit einzusetzen.
00:11:36: Aber trotzdem müssen wir die Frage stellen, warum Rückenpflanzen heute zunehmend wieder in das Interesse der Forschung, der Medizin und der Therapie?
00:11:45: Am Ende ist die moderne Medizin extrem gut in akutmedizinischen Versorgungen, in der Chirurgie, in den Infektionsversorgung bei Notfällen.
00:11:55: Aber wenn wir natürlich auf chronische Krankheitsbilder schauen, dann sehen wir häufig Erkrankungen die komplexere Netzwerkstörungen sind.
00:12:05: Und wie eben schon erwähnt spielen verschiedene Faktoren wie Entzündung, beeinflussen des Nervensystems, Stoffwechselstörung immer wieder eine Rolle.
00:12:15: und genau dort reicht dann vielleicht ein lineares Modell oft nicht aus, bedeutet hier haben wir einen auffälligen Parameter.
00:12:22: Wir setzen einem bestimmten Wirkstoff ein und damit ist das Problem gelöst.
00:12:26: Ein Medikament löst quasi ein bestimmtes Target.
00:12:31: Manchmal funktioniert es, funktioniert aber vielleicht auch nicht immer optimal.
00:12:35: Und wenn mehrere Systeme gleichzeitig beteiligt sind Dann braucht es vielleicht einen anderen oder erweiterten therapeutischen Ansatz.
00:12:42: und hier liegt möglicherweise auch die Stärke in der Verwendung von Heilpflanzen.
00:12:46: Genau hier kommt möglicherweise der größte Unterschied zwischen Pflanzen und auch Medikamenten, die wir sonst haben zur Geltung.
00:12:55: Das heißt nicht es muss das ein oder andere sein aber die Verbindung beider Welten ist durchaus ein wichtiger Punkt Und von daher sprechen wir bei Pflanzen- und Heilpflanzen über eine Art Multitagentprinzip.
00:13:09: Eine Pflanze enthält oft hunderte von Stoffen und vor allen Dingen hunderte von biologischen Effekten, die daraus entstehen können.
00:13:19: Auch hier nehme ich nochmal das Beispiel Kokuma.
00:13:21: Viele reduzieren Kokuma immer auf den einen Wirkstoff nämlich Kokumin.
00:13:25: aber Kokuma enthält auch noch viele andere Substanzen.
00:13:28: Kokuminoide, ätherische Öle, Terpene verschiedene Polyphenole Und all diese beeinflussen Entzündung, Darmbarriere, oxidativen Stress, Immunreaktion und vielleicht auch Prozesse im Mikrobiom.
00:13:42: Vielleicht liegt die Stärke von Pflanzen gerade nicht in der maximalen pharmacologischen Potenz, sondern in einer gewissen biologischen Bereite.
00:13:51: Man darf hier kritisch sagen ja aber es braucht vielleicht die passende Forschung dafür dass das funktioniert.
00:13:57: ein Teil lässt sich natürlich auch erfahrungsmedizinisch vielleicht mit einordnen Aber das in Pflanzensubstanzen natürlich hoch interessante Mechanismen stecken Die auch für die Therapien noch interessant sind da steht Außer Frage.
00:14:13: Wie eben schon erwähnt haben, Heilpflanzen anscheinend auch einen Einfluss auf das Darm-Mikrobium oder das Mikrobiom insgesamt.
00:14:20: Das ist ein extrem spannender Bereich.
00:14:21: Viele Pflanzenstoffe werden erst durch Darmbakterien aktiviert und gleichzeitig verändern Pflanzenstoffe selbst auch des Mikrobiomen.
00:14:30: Das bedeutet die Wirkung einer Pflanze hängt teilweise davon ab welche Darmflore welches Mikrobiome eines Menschen eigentlich vorhanden ist was der jeweilige Mensch, die jeweiligen Personen eigentlich besitzt.
00:14:42: Zwei Menschen können quasi dieselbe Heilpflanze nehmen und biologisch etwas völlig unterschiedliches erleben.
00:14:50: Polyphenole aus Grün-Tee oder Beeren, Granatapfel werden teilweise erst durch Darmbakterien zu aktiven Metaboliten verarbeitet.
00:14:59: Es gibt noch andere Substanzen, der Heilpflanzen, die auch mehr in den Fokus rücken, wenn wir über bestimmte Inhaltsstoffe sprechen Für uns geschmacklich bitter sind.
00:15:11: Bitterstoffe, ja man könnte sagen ein fast vergessenes System.
00:15:15: Früher waren Bitterstoffe überall und in der Natur gibt es auch überall Bitter-Stoffe die gerade in Pflanzen vorkommen.
00:15:24: Auch hier dienen die Bitter Stoffe wieder als Schutzubstanzen teilweise mit antibakteriellen Eigenschaften.
00:15:30: Heute sehen wir in gezüchteten Pflanzen das Bitterstoffe eher rausgezüchtet werden, damit das Lebensmittel vielleicht genießbarer wird oder besser schmeckt.
00:15:42: Aber dennoch zeigt sich Bitterstoffe haben einen enormen Effekt auf den gesamten Stoffwechsel nicht nur auf bitter Rezeptoren die auf der Zunge zu finden sind sondern eben auch Auswirkungen auf den Verdauungstrakt und auf den Darm, auf Atemwege, auf Immunzellen.
00:15:58: So lassen sich mit Bitterstoffen natürlich Verdauung, die Gallensäure Sättigung aber auch Signale des vegetativen Nervensystems beeinflussen.
00:16:07: Bitterstoffe sind also nicht nur eine Verdauungshilfe so wie sie heute gerne beschrieben werden sondern wichtige Substanzen die auch einen Effekt auf den menschlichen Stoffwechsel und das Nerven System haben können.
00:16:19: Und es gibt natürlich eine unfassbare Vielzahl von Pflanzen, rein theoretisch könnte ja jede Pflanze eine Heilpflanze sein.
00:16:26: Aber es gibt natürlich die einen oder anderen, die bekannter sind und wenn wir da mal einen kurzen Überblick nehmen wie werden sie eingesetzt?
00:16:34: Und was sind eigentlich so die Wirkmechanismen?
00:16:36: Dann greife ich noch einmal Kokumal auf und wie gesagt einer der Wirkstoffe, der häufig beschrieben wird aus Kokuma ist das Kukumin mit verschiedenen Wirk-Mechanisminnen und Eigenschaften, die auch teilweise eben untersucht sind um Entzündungen zu modellieren, teilweise mit antioxidativen Effekten, bei Einflussung von Entzündenmechanismen in der Zelle und einen durchaus gewissen Effekt auf die Darmbarriere.
00:17:04: Und von daher wird Kukuma oder Kokumin häufig eingesetzt bei chronischen Entzindungen aber auch bei Gelenkbeschwerden- oder Stoffwechseldysfunktion.
00:17:14: Das Problem ist, wie so häufig?
00:17:16: und die Frage darf man sich dann ausstellen.
00:17:18: Wo wirkt das Ganze bei?
00:17:19: gerade Kokuma häufig in der Bio-Verfügbarkeit gar nicht so gut?
00:17:23: Und vielleicht dem Darm nicht ausreichend gut aufgenommen werden kann.
00:17:26: auch dass es natürlich eine Frage Wie findet man Halbpflanzen, in welchem Produkt, in welche Zubereitung In welcher Darreichungsform?
00:17:33: Es gibt viele weitere Substanzen.
00:17:35: Eine, die ich jetzt noch mal rausgesucht hatte wäre beispielsweise Boswellia.
00:17:39: Das kennen die ein oder anderen eher als Weihrauch Und auch diese Boswelliasäuren haben einen Einfluss auf verschiedene Enzyme und auf Entzündungsprozesse.
00:17:51: Weihrauch wird also nicht nur in bestimmten Religionen mit eingesetzt, sondern gerade auch bei entzündlichen Gelenkerkrankungen, chronischen Entzünden oder teilweise eben auch Damentzündung.
00:18:01: Auch Berberin, den habe ich eben auch schon angesprochen.
00:18:04: Ein spannender Pflanzenstoff der aktuell auch immer wieder auftaucht.
00:18:09: Hier geht es letztendlich weniger um den entzündlichen Prozess als um Beeinflussung des Glucoseinsulinstoffwechsels aber eben auch Effekte auf das da Mikrobiom die hier mit untersucht werden.
00:18:19: und gleichzeitig finden wir bei Berberien ähnliche Mechanismen wie auch bei anderen Medikamenten die gerade bei Diabeteserkrankungen eingesetzt werden.
00:18:29: Die Überlegung ist, Berberin in Verbindung mit Insulinresistenz-, metabolischen Symptomen oder im Kontext einer Damdysbiosemit einzusetzen.
00:18:39: Aber auch hier gilt nur weil es Mechanismen gibt und weil es einen gewissen Einsatz vielleicht auch in bestimmten medizinischen Systemen schon gegeben hat das man automatisch auf Berberinen umsteigen sollte.
00:18:53: Es ist nicht per se so dass ein pflanzlicher Stoff einfach nur harmlos ist ist auch wichtig zu verstehen, dass eine Substanz aus Pflanzen wie in den Körper kommt natürlich verstoffwechselt werden muss und hier durchaus interagieren kann mit anderen Medikamentengruppen oder ja mit dem Stoffwechsel selbst.
00:19:12: Und von daher gilt gerade bei Berberien nicht einfach nur einsetzen weil es hier gewisse Mechanismen gibt Wenn wir dann weiter schauen, das gilt nämlich bei dieser Substanz ähnlich.
00:19:24: Es ist sehr gut untersucht und wie eben schon erwähnt in der modernen Physiotherapie eine typische Anwendung die durch alle medizinischen Bereichen immer wieder auch Verwendung findet gerade bei leichten und moderaten Depressionen.
00:19:39: Und die Beeinflussung von Johannes Graut bezieht sich vor allen Dingen auf den Neurotransmitterhaushalt Dopamin und eine gewisse Neurotransmitterregulation.
00:19:50: Aber es gibt auch hier starke Wechselwirkungen mit verschiedenen Leberinzymen, die darf man nicht vergessen.
00:19:56: Und auch hier gilt Nicht noch on top viel hilft viel.
00:20:00: also wenn ich vielleicht schon ein anderes Antidepressivum verwende kann man Johannes Graut nicht einfach zusätzlich mit dazu ergänzen.
00:20:09: Wenn wir dann weiter schauen gerade so bei Einflussung des Neurrotransmitters Haushaltes finden wir häufig auch Balthrian und Passionsblume, ebenfalls gut untersucht und häufig angewendet.
00:20:19: Hier eben nicht die Beeinflussung von Serotonin- und Dopamin sondern auf das Gamma-Aminobuttersäuresystem und die beeinflussen des autonomen Nervensystems.
00:20:29: Balthrian und Passionblume wird typischerweise eingesetzt bei Schlafproblemen, bei innerer Unruhe oder Stresszuständen.
00:20:37: Ebenfalls, das kennen die einen oder anderen eher aus der Küche aber es gehört genauso hier hin ist zum Beispiel Ingwer.
00:20:44: Ingwer hat Eigenschaften auf den Verdauungstrakt.
00:20:48: Da wird es gerne eingesetzt, auch entzündungsmodulierend und anti-imetisch.
00:20:53: Das heißt der Einsatz findet sich vor allen Dingen bei Übelkeit, Verdauerungsbeschwerden.
00:20:57: aber das ist auch interessant.
00:20:59: zum Thema Regeneration Sportregeneration wird es teilweise auch mitverwendet.
00:21:05: was noch eine Heilpflanze die bekannter ist zb Pfefferminze insbesondere Phefferminsöl.
00:21:11: Pfefferminzöl wirkt krampflösend, beeinflusst Kalsiumkanäle und die Darmbeweglichkeit.
00:21:19: Und findet hier quasi ein Einsatz gerade bei Reizdarm oder auch funktionellen Darmbeschwerden.
00:21:26: Man unterscheidet hier logischerweise.
00:21:28: deswegen habe ich es nochmal unterstrichen dass das Pfefferminzöl ist was hier mit eingesetzt wird.
00:21:32: da haben ja eine spezifische Darreichungsform.
00:21:34: aber viele kennen natürlich Pheffermins erst mal aus ihrer eigenen Teeabteilung, wo man mal einen Pfefferminz-Tee vielleicht trinkt.
00:21:43: Und ja auf eine gewisse Art und Weise taucht dann diese Heilpflanze auch in der Küche mit auf aber es ist unter Umständen da noch keine therapeutische Wirkung.
00:21:51: Natürlich müssen wir auch fragen bei den Heilpflanzen wenn wir über dieses breite Wirkspektrum sprechen was ist etwas wo wir vielleicht einen bei vielen Substanzen ein gemeinsamen Nenner finden?
00:22:06: Da kommt ein Konzept wieder mit hinzu, was sich bei Pflanzen oder der Toxicologie von Pflanzen auch immer wieder findet und das nennt sich Hormesis.
00:22:15: Das ist insofern ein spannendes Konzept, dass den Blick auf Pflanzen komplett verändern kann.
00:22:21: Denn viele Pflanzenstoffe wirken nicht weil sie einfach einen Antioxidant enthalten sondern weil sie auf zellulärer Ebene einen milden Stress erzeugen.
00:22:34: Dadurch aktiviert der Körper dann eigene Reparationsmechanismen oder antioxidative Systeme und wird so stressresistenter.
00:22:44: Das nennt man Hormesis- oder Mitohormetischer Effekt, der entstehen kann gerade auf Ebene der Mythorondrien.
00:22:50: Und vielleicht auch deshalb tauchen sekundäre Pflanzenstoffe Polyphenole immer wieder auf.
00:22:56: Die Dosis macht hier durchaus das Gift.
00:22:59: Es geht nicht darum viel hilft viel sondern eine adäquate Dosis die einen gewissen Effekt hat, weil zu viel davon irgendwann auch toxisch werden könnte.
00:23:09: Ebenfalls sehr populär im Moment da haben wir auch noch ein paar Substanzen sind die sogenannten Adaptogene.
00:23:16: ja und ich hatte eben schon erwähnt dass man aus dem Ayurveda heraus Ashwagandha vielleicht kennt oder Rodiola oder Ginseng Und all diese Substanze erfahren im moment auch einen Gewissen Hype.
00:23:27: Man findet überall Hinweise zu viel Stress, vielleicht Ashwagandha oder Rhodiola mit einnehmen.
00:23:35: Die Idee ist die Pflanzenstoffe können die Stressresistenz verbessern oder erhöhte Cortisolwerte reduzieren.
00:23:43: Ja es gibt hier durchaus auch in Studien untersuchte Effekte auf Erschöpfung, Müdigkeit, Stresswahrnehmung, erhöhte Kortisolwerte und eine Verbesserung der Belastbarkeit.
00:23:55: Aber diese Adaptogene sind auch mit Bedacht einzusetzen.
00:23:57: Und nur weil man selbst das Gefühl von Stress hat, sollte man nicht sofort zu einem dieser Adaptogene unbedingt greifen.
00:24:04: Es braucht definitiv eine passende Diagnostik und auch therapeutische Einschätzung oder herzliche Einschätzungen um herauszufinden macht so einen Adaptogen an der Stelle überhaupt Sinn.
00:24:16: Das führt uns ein bisschen zu den Grenzen die wir bei Halbpflanzen haben.
00:24:22: Das heißt, es wird deutlich, dass Pflanzen der Ursprung sind auch unsere modernen Medizin.
00:24:30: Dass das nicht nur eine Alternative ist und wir verstehen müssen, dass auch Heilpflanzen pharmacologisch aktiv sind.
00:24:37: Wenn etwas pharmakologisch aktiv ist dann hat es eine Wirkung und durchaus auch eine Nebenwirkung oder Wechselwirkungen oder wie eben schon beschrieben eine gewisse Toxizität.
00:24:48: Das können wir an Beispielen wie Johannes Graut, wie eben schon beschrieben mit nochmal aufgreifen.
00:24:53: Weil es zum Beispiel Leberenzyme mit beeinflussen kann und die Wirkung anderer Medikamente massiv beeinflüssen kann.
00:25:00: auch Substanzen wie Lackritz beispielsweise kann den Blutdruck erhöhen oder andere Substanze wie Ginko können das Blutungsrisiko beeinflussend.
00:25:09: natürlich heißt in dem Kontext als natürliche Heilpflanze nicht unbedingt, dass es unbedenklich ist oder ganz sanft ist.
00:25:18: Oder das man immer einsetzen muss.
00:25:19: Das wäre definitiv ein Fehler und es gibt hier auch notwendige Sicherheitskategorien.
00:25:26: Und nur weil aus der Natur etwas stammt, ist es nicht automatisch besser?
00:25:30: Aber wir verstehen schon, dass in Heilpflanzen so viele Substanzen enthalten sind.
00:25:35: Die natürlich sehr spannend sind zukünftig sowohl für die Forschung als auch für den therapeutischen Einsatz.
00:25:41: aber bitte nicht einfach nur austesten weil man etwas dazu gehört hat sondern im Idealfall einen Therapeuten ein Arzt finden der sich genau damit auskennt und sich damit beschäftigt Und in diesen Situationen auch entscheiden kann, welches Präparat es mit geeignet.
00:25:57: Warum macht ein Einsatz vielleicht hier ganz besonders Sinn?
00:26:01: Vielleicht liegt die größte Fehlannahme bei dem Thema Heilpflanzen darin das viele Menschen glauben.
00:26:06: Es geht einfach nur um natürlich, um sanft und eine alternative Medizin.
00:26:10: aber biologisch betrachtet sind Pflanzen etwas völlig anderes je nach Dosierung Zusammensetzung.
00:26:16: Pflanzen sind evolutionäre Hochleistungschemiker Und die entwickelten Substanzen, die sich über hunderte Millionen von Jahren entwickelt haben, helfen eigentlich erst mal den Pflanzen Stress zu überleben, Mikroorganismen abzuwehren, oxidativen Schaden zu kontrollieren oder Umweltveränderungen zu bewältigen.
00:26:36: Genau diese Stoffe interagieren mit denselben biologischen System, die bei modernen chronischen Erkrankung aus dem Gleichgewicht geraten sind – bei Entzündung, Stoffwechselproblemen mit dem Nervensystem Mikrobiom, Stressaxen und Mütterhondrien.
00:26:53: Es kann durchaus sein, dass uns die moderne Medizin und Forschung zeigen wird, dass Heilpflanzen einen ganz anderen Stellenwert bekommen oder viele spannende auch wechselwirkende Pflanzenbestandteile noch mal mehr in den Fokus rücken.
00:27:07: Es ist wichtig zu verstehen, dass Heilpflanzen nicht einfach eine magische Wunderheilung sind.
00:27:13: Und es ist auch nicht so zu verstehen das der Ersatz pharmakologischen Medizin ist, aber es ist auch nicht nur bloß ein altes Hausmittel das man verwendet sondern ein komplexer biologischer Signageber.
00:27:25: Und möglicherweise stehen wir trotz Jahrhunderte von Erfahrungen Metallpflanzen erst noch am Anfang um zu verstehen wie diese Substanzen wirklich wirken.
00:27:36: Denn vielleicht lautet die entscheidende Frage der Zukunft nicht mehr hilft dieser einzelne Pflanze Sondern welche biologische Netzwerke werden beeinflusst und warum?
00:27:47: Und von daher ist dieses Thema der Heilpflanzen eines, was wir nicht nur in den Naturheilkunden finden.
00:27:53: Aber wenn euch dieses Thema mehr interessiert?
00:27:57: Was sind Heilpflanzen und wie funktionieren sie?
00:28:00: Ich konnte heute nun mal einen kleinen Überblick dazu geben.
00:28:03: Der sollte sich unbedingt damit beschäftigen ob nun Heilpflanzen in der Anwendung im therapeutischen Bereich speziell das Thema Phytotherapie oder Anwendungen von Heilpflanzen in traditionellen chinesischen Medizin in der Ayurveda, in der Naturheikunde oder anderen therapeutischen Konzepten.
00:28:20: Wer da wirklich mal tiefer einsteigen möchte den lad ich ganz herzlich einen einmal vorbeizuschauen bei dem Paracelsus Gesundheitsakademien und dort findet man zahlreiche Informationen schon direkt auf der Webseite zu Heilpflanzen aber auch zur Seminarenausbildung, zur Weiterbildung rund um Naturheikkunde-Fytotherapie.
00:28:38: also da lade ich ganz herzlich einen schaut unbedingt vorbei.
00:28:42: so.
00:28:43: das bringt mich zum ende Dieses Podcast.
00:28:45: Ich hoffe, dass ich euch einen guten Überblick über Heilpflanzen geben konnte.
00:28:49: Wo kommt das Ganze her?
00:28:51: Und wo führt es vielleicht noch hin?
00:28:53: Ich freue mich sehr, wenn ihr unseren Podcast abonniert und uns eine Bewertung darlastet.
00:28:58: Wenn ihr Fragen zu Heilpflanzen im Speziellen habt, schreibt uns gerne hier direkt in die Kommentare rein!
00:29:05: Dann freu' ich mich auf die nächste Episode und sag bis dahin, alles Gute!
00:29:10: Revolutionäre Perspektiven auf Gesundheit und Krankheit.
Neuer Kommentar